OSC strukturiert Abteilung um Neuer Verein BBC Osnabrück will Basketball beleben

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Körbe will in der kommenden Saison auch der neu gegründete Basketball-Club Osnabrück werfen. Als Vorsitzender zieht Jörg Scherz die Fäden beim BBC. Foto: Helmut KemmeKörbe will in der kommenden Saison auch der neu gegründete Basketball-Club Osnabrück werfen. Als Vorsitzender zieht Jörg Scherz die Fäden beim BBC. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Osnabrück hat einen neuen Sportverein: Zusammen mit 13 Mitstreitern aus der Basketballszene hat Jörg Scherz am 2. Juli den Basketball-Club (BBC) Osnabrück aus der Taufe gehoben und sich vom OSC verabschiedet.

Die Vereinsfarben des BBC sind noch offen, aber „das ist eine der Fragen, die zurzeit nicht vorrangig sind“, findet Scherz. Erst einmal müssen die Formalien abgearbeitet werden. „Einen Verein zu gründen ist nicht ganz einfach“, sagt der 50-Jährige.

Der Notartermin ist abgehakt, der Antrag beim Amtsgericht auf Eintragung im Vereinsregister gestellt. Inzwischen ist die vorläufige Mitgliedsnummer des Niedersächsischen Basketball-Verbandes erteilt, mit der Mannschaften gemeldet werden können. „Wir rennen in Osnabrück und bei den Verbänden offene Türen ein, dass der Basketballstandort eine Bereicherung erfährt“, sagt Scherz und betont: „Es ist eine Bereicherung, keine Ersetzung.“

Kompensieren will der BBC die Basketballabteilungen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden sind. „Nur der OSC, der OTB und Sutthausen machen noch richtige Jugendarbeit. Wir wollen im Kinder- und Jugendbasketball durchstarten“, skizziert Scherz das Vorhaben. Der BBC soll eine Adresse „sowohl für die breite Masse als auch für Spitzenbasketball sein“. Perspektivisch soll der Fokus auf dem Leistungssport liegen. „Wir wollen ein Verein sein, der eine eigene Jugend herausbringt, diese Jugend nach oben bringt und dabei auf Osnabrücker Talente setzt“, sagt Scherz.

Wenn der Vorsitzende über den BBC Osnabrück spricht, dann sagt er auch: „Ich hatte das nicht vor.“ Aber weil es beim OSC nicht mehr passte, wollte er etwas Eigenes auf die Beine stellen und war dabei nicht allein: Zum Vorstand gehören mit Tobias Osterbrink und Mathias Ahlert zwei weitere Ex-OSCler. Insgesamt sind laut Scherz zehn Trainer mit OSC-Vergangenheit zum BBC gewechselt, „weil wir in diesem neuen Verein die Chance sehen, Basketball fokussiert als einzige Sportart zu fördern“. Es habe unterschiedliche Auffassungen über konzeptionelle und strategische Entscheidungen im OSC-Basketball gegeben. „Es ist dann die logische Schlussfolgerung zu sagen: Macht ihr euer Ding weiter, und wir verwirklichen unsere Vorstellungen.“ Man suche nicht die Konfrontation, sondern sei jenseits einer gesunden Konkurrenzsituation unter den Osnabrücker Vereinen an der Zusammenarbeit interessiert.

Beim Osnabrücker SC sieht man die BBC-Gründung gelassen. „Wenn es Vereine gibt, die neu aufmachen, ist das schön für den Basketball und Osnabrück“, sagt Peter Abs, der als Geschäftsführer unter anderem für die Abteilungsarbeit zuständig ist. Die Umstrukturierung im eigenen Verein sei „nicht so ganz ungewöhnlich. In den letzten 20 Jahren haben wir im Basketball immer mal wieder solche Phasen gehabt. Wenn sich ein paar Dinge regulieren, ist das für uns eine Chance, uns neu aufzustellen.“

Vereinsvorstand und Geschäftsführung hätten sich vorgenommen, die Strukturen zwischen den Mannschaften durchlässiger zu machen und die Anbindung an die Damen-Mannschaft in der 2. Bundesliga zu verbessern, sagt Abs. Diesen Prozess soll Christian Kaiser lenken. Der Trainer der GiroLive Panthers ist in Personalunion für die hauptamtliche Abteilungsleitung vorgesehen und soll von ehrenamtlichen Kräften unterstützt werden. Erst einmal muss er noch gewählt werden: Voraussichtlich im September soll es eine Versammlung geben, nachdem der bisherige Vorsitzende Jens Priesmeyer ebenfalls zum BBC gewechselt ist und seinen Austritt beim OSC erklärt hat, wie Abs sagt. Der OSC sieht sich trotz der Abgänge auf den Trainerposten gut aufgestellt. Als Aushängeschilder will der Verein neben der Zweitliga-Mannschaft auch ein Damenteam in der Regionalliga und in der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga stellen.

Mit dem BBC gibt es nur bedingt Berührungspunkte: Der neue Verein stellt eine männliche U10 sowie eine weibliche U11 und U13 in der gleichen Liga wie der OSC. „Das kann Osnabrück gut verkraften“, sagt Scherz, der betont, dass keine Mannschaften auf Kosten des Spielbetriebs zerrissen werden sollen. Auf eine „provisorisch gemeldete“ weibliche U15 will der BBC deshalb verzichten. Eine vorsorglich angemeldete U18 werde wohl aus Personalmangel nicht zustande kommen, blickt Scherz voraus. Bei den U-14-Jungen mischt der BBC in der Landesliga mit, in der U16 kooperiert er mit dem TuS Bad Essen. Außerdem gehen eine Damenmannschaft in der Bezirksoberliga und zwei Herrenteams in der Kreisliga und der Kreisklasse an den Start. Seine sportliche Heimat findet der BBC in der Schlosswallhalle.

Die Stadt habe Interesse daran, dass die für 7,3 Millionen Euro sanierte Halle abseits des Schulsports mit Leben gefüllt wird. Gleichzeitig suchte der noch junge Klub einen Trainings- und Spielort: „Das hat sich gerade angeboten und wir haben die Chance genutzt“, sagt Scherz – noch so ein Faktor, warum sich die BBC-Gründer gesagt haben: „So, jetzt packen wir es an.“

Nach den ersten Schritten des neuen Vereins hat Scherz das Gefühl, „dass es bei uns ganz gut läuft und richtig fix vorangeht. Wir haben innerhalb von einigen Tagen einen Verein zum Leben erweckt. Diese positive Energie und die Aufbruchstimmung wollen wir mitnehmen, um mittelfristig den Leistungsbasketball zu beleben.“


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