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Seggelke-Abschied bei den Dragons: Entscheidung wurde mir abgenommen „Halbe Sachen mache ich nicht“

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Geschichte: Alexander Seggelke hört auf. Foto: Rolf KamperGeschichte: Alexander Seggelke hört auf. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Den Abschied hatte er sich nicht gewünscht, lieber zumindest ein weiteres Jahr bei den Artland Dragons gespielt. „Doch die Entscheidung wurde mir abgenommen“, sagt Alexander Seggelke, nicht im Groll, was ohnehin nicht seine Art ist, nach erster Enttäuschung eher mit klarem Kopf für sich und seine Maxime.

Zum Beispiel die: „Halbe Sachen mache ich nicht.“ Zum Beispiel die Idee, weiter Basketball zu spielen und nebenbei zu studieren. Deshalb wollte er mit dem Studium noch warten, was er jetzt aber nicht mehr tut, denn seine Karriere als Sportler hat er beendet. „Ich habe eine tolle Zeit gehabt und sportlich keine Rechnung mehr offen. Klar: Ich hätte gern noch mal einen Titel oder etwas anderes Großes gewonnen, aber jetzt ist es auch so gut“, sagt Seggelke, kurz „Ali“ gerufen, der nach eigener Aussage vor etwa drei Wochen einen Strich gezogen hat, als er mit Dragons-Manager Marko Beens sprach. Sein kurzer Nenner: „Ihr wollt mich nicht mehr, dann will ich auch nicht mehr.“ Er habe gewartet auf eine konkrete Anfrage, auch wenn Trainer Stefan Koch ihm am Tag nach dem Saisonende „nahegelegt“ habe, sich einen anderen Verein zu suchen. Andere Vereine kamen, fragten an, doch für ein Jahr nach Ulm, Bayreuth oder Hagen gehen – „das wäre für mich keine Herausforderung mehr gewesen“. Erkenntnis: „In Quakenbrück noch ein Jahr und dann Schluss.“

Jetzt ist Schluss um zwölf Monate vorgezogen, auch eine Rückkehr zu seinem interessierten Ex-Verein in Jena abgelehnt, „weil aufgewärmter Kaffee nicht schmeckt“. Seggelke hat sich um einen Studienplatz in Bremen, wo auch seine Freundin studiert, in angewandter technischer Biologie beworben, erwartet im August einen Bescheid und will dann die Kombination aus Theorie, Labor und Exkursion in einem breit gefächerten Anwendungsbereich von Industrie bis Umwelt studieren. „Mal was für den Kopf tun“, sagt der Distanzschütze mit dem großen Kämpferherz.

Aktuell kann er übrigens gerade mal eine Stunde spazieren gehen, mehr noch nicht seinen Fuß belasten, an dem er nach einer schmerzhaften Schnittwunde und Blutvergiftung im Urlaub operiert wurde nach einem 12-Stunden-Auto-Transport von Spanien nach Karlsruhe. Bald will er sich wieder mehr bewegen können, denn auf Sport wird auch der Student Seggelke nicht verzichten wollen. Nur auf Profisport.


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