Eine starke Gemeinschaft Halbzeitbilanz der Artland Dragons fällt weitgehend positiv aus

Von Malte Schlaack

Ein echtes Team: Zum Spiel gegen die Itzehoe Eagles liefen die Artland Dragons alle mit einem T-Shirt für ihren verletzten Teamkollegen Jonathan Mesghna (vorne rechts mit Gehhilfen) auf. Foto: Rolf KamperEin echtes Team: Zum Spiel gegen die Itzehoe Eagles liefen die Artland Dragons alle mit einem T-Shirt für ihren verletzten Teamkollegen Jonathan Mesghna (vorne rechts mit Gehhilfen) auf. Foto: Rolf Kamper

Mit dem Spiel bei Citybasket Recklinghausen am Samstag (19.30 Uhr) endet die Hinrunde für die Artland Dragons. Die Halbzeitbilanz der Quakenbrücker Basketballer in ihrer zweiten Saison in der ProB fällt dabei fast durchweg positiv aus.

Quakenbrück. Bereits vor dem Spiel ist klar, dass die Dragons, aktuell auf Rang zwei, die Hinserie als Erster oder Zweiter abschließen. Nach etwas holprigem Saisonstart mit zwei Niederlagen aus den ersten vier Spielen gab es sechs Siege in Folge. Die Mannschaft ist immer noch in der Entwicklung, präsentiert sich aber als eine starke Gemeinschaft.

Die Statistiken: Eins fällt mit Blick auf die Zahlen auf: In keiner Teamstatistik sind die Drachen trotz der guten Bilanz das beste Team der Liga. Außer bei den Steals (mit 5,7 pro Spiel auf Platz 11) und den Rebounds (36,9/6.) sind die Quakenbrücker aber in allen Kategorien unter den besten fünf.

Ganz ähnlich sieht es bei den individuellen Statistiken aus. Chris Frazier bekommt ligaweit am meisten Minuten (33:36), Matt Reid gibt die meisten Assists (6,7), und Greg Graves holt am drittmeisten Rebounds (8,9), ansonsten tauchen die Spieler der Dragons in den Ranglisten nicht ganz vorne auf. Das ist aber kein Merkmal für mangelnde Qualität – im Gegenteil. Die 80,1 Punkte im Schnitt verteilen sich auf viele Spieler, so ist die Mannschaft nicht von einem oder zwei Spielern abhängig. Bestes Beispiel ist Benjamin Fumey: Der Kapitän erzielte in den ersten beiden Spielen 23 bzw. 29 Punkte, im dritten dann nur noch vier. Trotzdem gewannen die Drachen diese Partie. Der Kader ist ausgeglichen besetzt.

Das ist gut: Nach dem frühen Aus in den Playoffs der letzten Saison hatte der Verein viel Zeit, eine neue Mannschaft zusammenzustellen. Das Team um Geschäftsführer Marius Kröger und Trainer Dragan Dojcin nutzte diese mit einem ordentlichen Etat, um erfahrene Spieler zu rekrutieren, die beinahe alle schon in höheren Klassen aktiv waren. Aus dem alten Kader blieb nur Kapitän Fumey, als weitere Führungsspieler kristallisierten sich schnell Reid und Frazier heraus.

Dojcin betont immer wieder, dass sein Team noch Zeit braucht. Zum Ende der Hinrunde ist nun nicht nur wegen der positiven Ergebnisse eine klare Entwicklung zu erkennen. Die Quakenbrücker können sich auf ihre Gegner einstellen und spielen trotzdem ihren eigenen Stil. In engen Situationen bleibt die Mannschaft ruhig und spielt ihre Erfahrung aus, indem sie die Spielkontrolle behält. Sinnbildlich für den kontinuierlichen Aufwärtstrend steht Graves. Der 23 Jahre alte US-Amerikaner spielt seine erste Saison als Profi und steigert sich von Spiel zu Spiel.

Das ist schlecht: Mit einer klaren Führung im Rücken nehmen die Dragons gerne ein bis zwei Gänge raus, verteidigen nachlässig und lassen den Gegner so wieder ins Spiel kommen. Nach der schweren Verletzung von Jonathan Mesghna, der bis Saisonende ausfällt, spielen die Drachen mit einer recht kleinen Rotation und könnten weitere Ausfälle wohl nur schwer verkraften. Hier soll allerdings in Kürze Abhilfe in Form eines neuen Spielers geschaffen werden. Center Kenneth Cooper deutete sein Potenzial bisher oft nur an.

Das Fazit: „Wir glauben, dass wir erreichen können, was wir uns vorgenommen haben“, sagt Kröger. Als Saisonziel wurde selbstbewusst der Aufstieg formuliert. Sollte sich das Team weiter positiv entwickeln und vor allem von Verletzungen verschont bleiben, ist Platz eins in einer ausgeglichenen Liga nach der Hauptrunde drin. In den Playoffs gegen die Teams aus der ProB Süd werden die Karten dann neu gemischt.


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