„Retter“ suchen weiter Sponsoren Bei den Dragons deutet Vieles auf ProB hin

Kämpfen für die Dragons: Die Fans in Quakenbrück. Foto: Rolf KamperKämpfen für die Dragons: Die Fans in Quakenbrück. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Die Lizenz ist weg, doch die Fans wollen weiterkämpfen. Auch hinter den Kulissen wird eifrig an einem Erhalt des Quakenbrücker Basketball-Standortes gebastelt. Ob dieser allerdings in der Bundesliga (BBL) sein wird, ist fraglich. Die Zeit ist knapp, das Geld auch. Ein Ausweg könnte die ProB sein – der untere Teil der 2. Liga. Und im Moment deutet vieles darauf hin, dass das der Weg sein wird.

Ist die BBL überhaupt noch drin? Die Lizenz ist seit Donnerstag weg, jetzt geht es nur noch über eine Wildcard, die 250000 Euro kostet. Dafür müssten die BBL-Clubs aber erst einmal einem Wildcard-Verfahren zustimmen. Zudem müssen die „Retter“ etwa zwei Millionen Euro sammeln. Sollte das gelingen, soll der bisherige Hauptsponsor und Eigentümer, Günter Kollmann, Bereitschaft signalisiert haben, den „Rettern“ entgegenzukommen und die GmbH am Leben zu halten. Das wäre wichtig, da sonst die Infrastruktur (Trainigscenter, LED-Banden etc.) fehlen würde.

Was machen die „Rettungsversuche“? Sie laufen, die Zeit aber rennt. Die Facebookseite „Rettet unsere Artland Dragons“ hat über 10000 Likes. Es gibt viele Menschen, die sich beteiligen wollen, und viele, die bereit sind, Geld zu geben. Doch zwei Millionen sind ein dickes Brett, das zu bohren ist. Zusagen für 500000 Euro waren angeblich schnell zusammen, auch, weil darunter viele Sponsoren waren, die sich bereits engagierten. Ein paar neue kamen dazu. Wo genau die zugesagte Summe gerade liegt, will das Ehepaar Tiemerding, das an der Spitze der Sponsoren-Koordination steht, nicht sagen. Fakt ist: Es fehlen zwei, drei richtig große Geldgeber, die bereit sind, im sechsstelligen Bereich zu unterstützen. Die Hoffnung ist noch da, doch ohne große Sponsoren wird sie nicht lange weiterleben.

Und was ist mit ProB? Die ProB ist der untere Teil der 2. Liga, faktisch die dritte Klasse, aufgeteilt in Nord und Süd. Eine Wildcard gibt es hier nicht, und das Lizenzierungsverfahren ist bereits abgeschlossen. Doch es gibt eine Hintertür. Bei den Löwen Braunschweig gibt es offenbar konkrete Überlegungen, den Kooperationspartner SG Baskets aus der ProB abzumelden. Der Aufsichtsrat des Bundesligisten tagte am Freitagabend. Nach dem Ausstieg von Hauptsponsor New Yorker plagen die Löwen finanzielle Probleme. Daher wollen sie bei ihrem ProB-Team Abstriche machen – eine Kooperation mit Aufsteiger Wolfenbüttel soll in der Überlegung sein.

Wie wäre die ProB-Lizenz zu erhalten? Nur durch eine Übertragung. Sollte Braunschweig das Teilnahmerecht an die Liga zurückgeben, würde es an einen Absteiger fallen. Doch daneben gibt es die Möglichkeit einer Lizenzübertragung. Und über diese sollen sich die Braunschweiger bei der Liga bereits informiert haben. „Alle Clubs, außer der abgebende Verein, müssten über die Übertragung abstimmen. Es wird eine einfache Mehrheit benötigt“, sagt Daniel Müller, Geschäftsführer der 2. Liga, zum Prozedere. Zudem wäre eine Abgabe an die Liga fällig, die bei aktuell 11250 Euro liegt (15 Prozent, die eine Wildcard für die ProA kostet). Ob es weitere Interessenten gibt, ist nicht bekannt.

Was sagen Samtgemeinde und QTSV dazu? Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe findet die Initiative der „Retter“ großartig : „Sie hat viel bewegt.“ Er signalisierte Bereitschaft, alle Bestrebungen, den Profi-Basketball zu erhalten, zu unterstützen – mehr durch Rahmenbedingungen als finanziell. Doch auch er deutet an: „Es gibt Möglichkeiten zwischen der BBL und der 2. Regionalliga.“ Beim QTSV will man sich nicht äußern. Die Bestrebungen scheinen aber eher in Richtung ProB zu gehen, zumal Kollmann nicht abgeneigt sein soll, den Basketball auf dieser Ebene weiter zu fördern. Auch, um die Jugendarbeit zu erhalten.


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