Ein ganzer Monat ohne Sieg 81:85 – Artland Dragons verlieren auch gegen Phoenix Hagen

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Schon wieder geschlagen: David Holston, David McCray und Anthony King (von links) können die späte Niederlage gegen Hagen nicht fassen. Foto: Rolf KamperSchon wieder geschlagen: David Holston, David McCray und Anthony King (von links) können die späte Niederlage gegen Hagen nicht fassen. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Für einen Moment schien die Zeit in der Artland Arena still zu stehen. David Bell hatte kurz hinter der Dreierlinie abgedrückt, der Ball flog Richtung Korb, und die Spieler der Artland Dragons schauten ihm nach. Als er sich durch das Netz senkte, breitete sich in ihren Gesichtern das blanke Entsetzen aus. Die nächste Niederlage war so gut wie besiegelt. 81:85 (44:38) unterlagen sie gegen Phoenix Hagen.

Auch im letzten Spiel des Dezembers gab es also keinen Sieg. Acht Niederlagen in Folge haben die Quakenbrücker Basketballer nun in Serie kassiert – fünf davon in der Bundesliga. Knapp in Ulm, hoch in Berlin, Bamberg und München hatten die Dragons verloren, da haben sie gesehen, dass es noch ein Stück ist zu den Topteams. Die Pleite gegen Hagen aber tat richtig weh. Gegen den Tabellen-15. der Liga, zuhause, machten die Dragons zu viele Dinge falsch.

Schon der Start offenbarte, wie sehr die letzten Niederlagen am Selbstbewusstsein nagen. Schnell lagen sie mit 4:11 zurück. Wie schon in München fielen die offensten Würfe nicht. Schon dort hatten sie schlecht begonnen, allerdings ohne David Holston. Diesmal war der Spielmacher nach seiner Gehirrnerschütterung wieder an Bord.

Die Dragons kämpften sich in das Spiel hinein. Mit einem 6:0-Lauf verkürzten sie den Rückstand auf 12:13. Doch immer wieder kam Hagen zu Punkten aus dem Schnellangriff und spazierte mehrfach unbedrängt durch die Zone. 19:27 betrug so der Rückstand nach dem ersten Viertel.

Vielleicht lag es daran, dass die Drachen sich endlich diesen Sieg holen wollten. Vielleicht lag es an der Unterstützung der Fans, die dem Team in dieser Phase Selbstvertrauen einuzbrüllen schienen. Jedenfalls fanden sie plötzlich ins Spiel. Brandon Thomas, David Holston und Antonio Graves trafen je einen Dreier. Dann zog Guido Grünheid in der 29. Minute so nachdrücklich zum Korb, dass keiner sich ihm in den Weg stellte, und brachte sein Team erstmals in Führung (39:38) – bis zur Pause bauten sie diese auf 44:38 aus.

Nachdem Holston zwei Körbe erzielte, lagen die Dragons gar mit zehn Punkten in Front (48:38). Die Hausherren schienen das Spiel im Griff zu haben – der Abstand blieb konstant. 57:47 führten sie und brachten sich dann doch wieder selbst aus dem Rhythmus und Hagen zurück ins Spiel. „Wir hatten Ballverluste und ihnen einfache Körbe ermöglicht“, gestand Trainer Tyron McCoy: „Das ist uns in den letzten Spielen öfter so gegangen.“

Im Angriff gab es keine Konsequenz mehr, der Ball wurde schlecht bewegt. Auch defensiv ließen die Dragons nach. Zum Ende des dritten Abschnittes war Hagen wieder dran (57:58), kurz darauf sogar vorbei (64:62). Anthony King setzte mit zwei Blocks und einigen Rebounds Zeichen. Dann schaltete sich der Kapitän auch im Angriff mit zwei wichtigen Körben ein und einem Pass, den Hill zum Dreier (78:72) nutzte. Hagen kam eigentlich nur noch von der Freiwurflinie zu Punkten.

Die Dragons, so schien es, würden sich zum Sieg zittern. Doch dann gaben sie die Partie endgültig aus der Hand. Nur vier Dreier hatten sie bis dahin getroffen, nun versenkten Frederick Nixon und Todd Brown gar zwei in Folge. Nachdem Hill nur einen Freiwurf traf, lagen die Dragons noch 81:79 in Führung.

17,4 Sekunden waren noch zu spielen, da traf Bell diesen Dreier. Er war nicht frei, aber auch nicht richtig unter Druck. Der Einwurf der Dragons, die wie gelähmt schienen, landete auch beim Gegner, Holston beging noch ein technisches Foul. Von der Freiwurflinie besiegelten die Hagener die nächste Niederlage der Dragons im Dezember – und stießen diese einen Tag vor dem Jahreswechsel endgültig in ein ganz tiefes Loch.


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