Liga im Blick, Pokal im Hinterkopf Dragons wollen versöhnlichen Jahresabschluss gegen Hagen

Kann er wieder? David Holston (hier in einer Szene aus dem Spiel gegen Hagen im März) plagt immer noch eine Gehirnerschütterung, schon die letzten beiden Spiele hatte er verpasst. Foto: Rolf KamperKann er wieder? David Holston (hier in einer Szene aus dem Spiel gegen Hagen im März) plagt immer noch eine Gehirnerschütterung, schon die letzten beiden Spiele hatte er verpasst. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Am 3. Dezember begann für die Artland Dragons im Eurocup in Oostende sportlich der Monat mit einer Niederlage. Am Dienstag (18.30 Uhr, Artland Arena) steht nun das letzte Spiel des Jahres gegen Phoenix Hagen auf dem Programm. In der Zwischenzeit haben die Drachen auch alle weiteren sechs Spiele verloren. Gegen Hagen ist es nun also die letzte Chance, für einen versöhnlichen Abschluss zu sorgen.

Berlin, Ulm, Bamberg, München – die letzten Gegner der Dragons in der BBL waren echte Schwergewichte . Jetzt kommt der 16. der Tabelle asus Hagen ins Artland. Eine vermeintlich leichte Aufgabe also? „Mit Sicherheit nicht. Sie sind sehr offensiv eingestellt, spielen schnell und athletisch“, warnt Trainer Tyron McCoy vor den „Feuervögeln“.

Die Hagener, die seit 2007 von Ex-Drache Ingo Freyer trainiert werden, spielen eine durchaus kuriose Saison. Viermal hat das Team um Topscorer David Bell (15,9 Punkte im Schnitt) auswärts bisher gewonnen. Eine ordentliche Bilanz, die durch die Auftritte in der heimischen neuen Ischelandhalle getrübt wird. Bis zum vergangenen Wochenende gelang dort kein Sieg. Dann wurde das Spiel gegen Crailsheim abgesagt, da die Gäste wegen diverser Wetterkapriolen nicht rechtzeitig in Hagen angekommen.

Die Partie wurde den Regeln entsprechend mit 40:0 für Hagen gewertet, Crailsheim hat dagegen Protest eingelegt, eine Entscheidung steht aus. Entsprechend ausgeruht kommen die Hagener jetzt allerdings nach Quakenbrück, ihr letztes Spiel bestritten die Westfalen am 19. Dezember in Trier (62:75). Am Spielstil des Nachfolgevereins von Brandt Hagen hat sich im Vergleich zur Vorsaison nichts geändert. Hagen spielt unkonventionell, schnell und attackiert früh den Gegner. „Sie haben keine Angst und spielen ihr Spiel, egal ob sie hinten liegen oder führen“, sagt McCoy.

Beim Gegner lässt man sich von der Negativserie der Dragons zuletzt nicht beeinflussen. „Quakenbrück hat das gesamte Paket aus Routine, Athletik, Tiefe und guten Werfern“, sagt Ingo Freyer, der auf einen wichtigen Spieler verzichten muss. Larry Gordon wird wegen eines Muskelfaserrisses fehlen, zudem sind die Nachwuchsspieler Jonas Grof und Marcel Keßen nicht dabei.

Für die Dragons geht es darüber hinaus nicht nur darum, einen versöhnlichen Abschluss eines eigentlich erfolgreichen Jahres mit dem Einzug ins Play-off-Halbfinale zu schaffen, sondern auch noch die Chance auf den Einzug in den Pokal aufrecht zu erhalten. Für das Viertelfinale qualifizieren sich die sechs Teams, die nach der Hinrunde vorne in der Tabelle stehen, die Spiele gegen Gastgeber Oldenburg (92:85 für die Dragons) werden rausgerechnet. In dieser Wertung sind die Drachen aktuell nur Achter, punktgleich mit dem Sechsten Mitteldeutscher BC und dem Siebten aus Bayreuth.

Das Ziel ist also klar: „Wir wollen beide Spiele gewinnen, um noch eine Chance zu haben“, sagt McCoy mit Blick auf das Spiel gegen Hagen und den Auftritt in Braunschweig am Samstag. Ob David Holston dabei helfen kann, ist nach wie vor nicht klar. Der Spielmacher plagt sich immer noch mit der Gehirnerschütterung herum, die er in der Partie gegen Bamberg (56:76) erlitten hat . „Es geht ihm ein bisschen besser, trotzdem ist es noch fraglich, ob er dabei sein kann“, verrät sein Trainer.


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