Bayern bestrafen schlechten Start 75:91: Dragons verlieren ohne Holston in München

Weg versperrt: Brandon Thomas (weiß) scheitert an Vladimir Stimac (Bayern). Foto: EibnerWeg versperrt: Brandon Thomas (weiß) scheitert an Vladimir Stimac (Bayern). Foto: Eibner

München. Ein Basketballspiel dauert im Normalfall 40 Minuten. Die Partie der Artland Dragons in München schien weitaus früher entschieden. Spätestens in der 6. Minute als die Bayern mit 21:3 führten. Danach ging es für die Quakenbrücker eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung. Immerhin das gelang. Die Dragons kamen sogar noch einmal auf acht Punkte heran, am Ende aber unterlagen sie 75:91 (38:58) beim Meister.

„Nach dem ersten Viertel war die Partie vorbei“, gestand Tyron McCoy. Ob es das schlechteste Viertel der Saison war? Der Trainer der Dragons zögerte nicht lange. „Es war wahrscheinlich das schlechteste Viertel, das ich überhaupt jemals gesehen habe.“ Es war schlimm.

Ohne David Holston (Gehirnerschütterung), begannen die Dragons. Bastian Doreth vertrat ihn. Guido Grünheid startete zudem für Antonio Graves, so dass Lawrence Hill auf die Position drei rückte. Der Amerikaner sollte seine Wurfstärke ausspielen, doch Hill traf keinen seiner vier Dreierversuche. Auch seinen Mitspielern gelang zu Beginn kaum mehr. „Wir haben uns einige gute Chancen erarbeitet“, sagte McCoy: „Aber wir haben sie nicht getroffen. Das ist frustrierend – für die Spieler und den Trainer.“ Auch Bastian Doreth gestand: „Das hat uns runtergezogen.“

Den ersten Feldkorb für die Dragons erzielte Chad Toppert erst in der 7. Minunte. Es war ein Dreier zum 6:21. Den ersten Zweier traf Andreas Seiferth mit der Sirene zum Ende des ersten Viertels. Nur diese beiden Würfe trafen die Dragons aus dem Feld im ersten Abschnitt, die Quote lag bei 13 Prozent. Die Bayern im Gegenzug überrollten die Dragons mit ihren Schnellangriffen regelrecht – zehn Punkte erzielten sie aus dem Fastbreak, weil die Drachen zu langsam umschalteten. „So darf man gegen München nicht verteidigen“, gestand Bastian Doreth.

9:33 lag sein Team nach dem ersten Viertel zurück. Eine schlimme Erfahrung, deren positiver Aspekt die Erkenntnis war, dass diese Mannschaft sich nicht aufgab. Im zweiten Viertel kämpfte sie sich heran. Vor allem Graves und Doreth gingen voran und trafen. Nach 16. Minuten betrug der Rückstand „nur“ noch 15 Punkte (30:45). Ausgerechnet Ex-Drache Bryce Taylor störte den Lauf mit zwei Dreiern in Folge. 38:58 stand es zur Pause aus Drachensicht – sie hatten das zweite Viertel mit vier Punkten gewonnen.

Das dritte Viertel war vielleicht nicht das beste, aber wohl eines der stärksten dieser Saison. Die Dragons verteidigten konsequent und nutzten ihre Chancen im Angriff. Mutig spielten sie mit einem Mal auf. 20:8 gewannen sie diese zehn Minuten und lagen nur noch mit acht Punkten zurück (58:66).

„Da hatten wir wieder ein wenig Hoffnung, aber es ist uns nicht gelungen noch näher zu kommen. Wir haben wieder zu viele Fehler gemacht, das zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele“, sagte Doreth: „So eine Mannschaft wie Bayern, die bestraft das.“

Anton Gavel hatte viel Platz beim Dreier, Nihad Djedovic fing einen Pass von David McCray auf Anthony King ab und traf zum 71:58. Bo McCalebb, mit dem die Bayern kurz zuvor bis Ende Januar verlängerten, erzielte noch zwei Dreier, da war die Partie dann tatsächlich entschieden. Die Dragons unterlagen mit 16 Punkten – es war die siebte Niederlage in Folge.

Noch kein Spiel im Dezember wurde gewonnen. Einen Tag vor Silvester haben die Dragons nun die letzte Chance im Heimspiel gegen Phoenix Hagen auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Zumindest ein wenig Zuversicht können sie dafür aus dem Spiel gegen München ziehen – allerdings nicht aus dem ersten Viertel. Das sollten sie so schnell wie möglich vergessen.


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