Stille Nacht? Nein, Training! Dragons müssen zum Meister nach München – Hill dabei, Holston fraglich

Glücklicher Vater: Brandon Thomas am Mikro bei der Weihnachtsfeier mit den Fans im „Rostigen Nagel“. Foto: KamperGlücklicher Vater: Brandon Thomas am Mikro bei der Weihnachtsfeier mit den Fans im „Rostigen Nagel“. Foto: Kamper

Quakenbrück. Der erste Feiertag ist für Amerikaner das eigentliche Weihnachten. Am Morgen werden die Geschenke überreicht im Kreise der Familie. Bei den Artland Dragons muss das in diesem Jahr etwas zügiger abgehandelt werden. Am Abend starten sie mit dem Flieger von Münster nach München, wo sie am Freitag (17 Uhr) auf den FC Bayern treffen. Am heiligen Abend wird daher auch trainiert.

„Es ist kein schöner Termin, aber wir kennen das. Wenigstens haben wir noch einen halben Tag mit unseren Familien“, sagte Trainer Tyron McCoy. „Wir werden wohl die einzigen im Flieger sein“, vermutet Ko-Trainer Martin Schiller. Der Spielplan der Basketball-Bundesliga nimmt leider keine Rücksicht auf das Fest. Dennoch, ein wenig Weihnachtsstimmung hatten auch die Quakenbrücker. Am Montag lud der Fanklub die Mannschaft zur Weihnachtsfeier ein. Brandon Thomas wurde zudem am Samstag mit einer Tochter beschert.

„Einigen Spielern werden die Feiertage sicherlich gut tun“, hatte Bastian Doreth direkt nach der 56:76-Niederlage am Samstag gegen Bamberg gemeint: „Wir haben zuletzt viele Spiele verloren, und wenn man Zeit mit seiner Familie verbringt, kriegt man den Kopf frei und kann neue Kraft tanken.“

Anstrengend waren die letzten Wochen – und sportlich äußerst frustrierend. Noch kein Sieg gelang den Dragons im Dezember weder in der BBL noch im Eurocup, der nun vorbei ist. „Es tut uns momentan vermutlich ganz gut, dass wir mehr Zeit zum Trainieren haben, um an unseren Abstimmungsproblemen zu arbeiten“, sagt Doreth. Antonio Graves ergänzt: „Es ist schon ein Vorteil, dass wir jetzt immer eine Woche haben, um uns auf einen Gegner vorzubereiten.“

Auch, wenn es gegen den Meister geht, rechnen sich die Dragons Chancen, auf einen Sieg aus. „Bamberg und Alba verteidigen mit einem ähnlichen Stil. München spielt hingegen eher wie wir, das wird uns besser liegen“, ist sich Lawrence Hill sicher.

Der Power Forward hatte gegen Bamberg einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen, wird gegen München aber wieder mit dabei sein. Ein Fragezeichen steht hinter David Holston, der sich gegen Bamberg eine Gehirnerschütterung zuzog.

Bereits im letzten Jahr mussten die Dragons ohne den Aufbauspieler in München antreten. Damals bezwangen sie dennoch als erstes Team der Liga in der Saison die Bayern im Audi-Dome. In dieser Spielzeit haben die Münchner bereist drei BBL-Niederlagen kassiert. Auch daheim wurden sie bereits bezwungen – ausgerechnet von Aufsteiger Göttingen. Hinzu kamen Niederlagen in Berlin und bei der TBB Trier.

Die Euroleague hat vom Meister auch national Tribut gezollt. Zudem hatten die Münchner mit einigen Personalproblemen zu kämpfen. Erst fehlte unter anderem Ex-Drache Bryce Taylor lange, dann fiel Anton Gavel lange aus. Derzeit sind Vasilije Micic (Ellbogen) und Robin Benzig (Sprunggelenk) verletzt. Noch ist nicht sicher, ob der nachverpflichtete Bo McCalebb über das Jahresende hinweg bei den Münchnern bleibt. Gegen die Dragons dürfte der Aufbauspieler allerdings dabei sein.

Auch ohne ihn hat München ein starkes Team. Bester Punktesammler des Starensembles ist Nihad Djedovic (15,4 Punkte pro Spiel). Effektivster Spieler aber ist der Ex-Ulmer John Bryant (14,5 Punkte/8 Rebounds).

Beim 88:70-Sieg gegen Braunschweig erzielte Vladimir Stimac zudem ein Double-Double (10/13) auch Paul Zipser, der lange verletzt war, spielte stark auf (13/8).

Ohnehin sind die Bayern die stärkste Offensivmannschaft der Liga. „Ihre aggressive Verteidigung nutzen sie zu vielen Schnellangriffen. Wir müssen gut auf den Ball aufpassen“, warnt Trainer Tyron McCoy. Mit 91,7 Punkten pro Spiel erzielen die Münchner zehn Zähler mehr als die Dragons. Sie packen auch beim Rebound häufiger zu (39,9 – 32,1). Auch hier müssen die Dragons gegenhalten, wollen sie eine Chance haben. Wir haben in der letzten Saison in München gewonnen“, erinnert Doreth und fügt aber auch an: „Das können wir nur wiederholen, wenn wir bei 100 Prozent sind.


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