Sieg in der Verlängerung Artland Dragons ringen Bremerhaven nieder

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Anthony King schraubt sich gegen die Eisbären Bremerhaven zum Korb. Foto: KamperAnthony King schraubt sich gegen die Eisbären Bremerhaven zum Korb. Foto: Kamper

Quakenbrück. Die Artland Dragons bleiben in der Basketball-Bundesliga in der Erfolgsspur. Gegen die Eisbären Bremerhaven brauchten die Dragons für den achten Saisonsieg aber eine gehörige Portion Glück. Erst in der Verlängerung setzte sich die Mannschaft von Tyron McCoy mit 103:94 (50:39) durch. Ermöglicht hatte die Overtime Brandon Thomas mit einem verwandelten Dreier mit der Schlusssirene.

Mit der gewohnten Starting Five begannen die Dragons das Spiel mit aggressiver Verteidigung und viel Tempo im Angriff. Anders als häufiger in den vergangenen Spielen zuvor fielen die Würfe von außerhalb. Thomas und Hill trafen ihre Dreier und schnell führten die Drachen 10:5 (4.). Doch Bremerhaven, das die letzten drei Spiele verloren hatte, blieb im Spiel, antwortete mit drei Dreiern und ging so mit 16:12 in Führung. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste weiter die Nadelstiche setzten und sehr sicher von der Dreierlinie trafen – fünf der ersten sechs Versuche der Bremerhavener landeten im Ziel. Zum Ende des Viertels arbeiteten sich die Hausherren wieder ins Spiel. Der Zugriff in der Defensive stimmte und so stand es nach einem interessanten ersten Viertel ausgeglichen 25:25.

Den zweiten Abschnitt eröffnete Anthony King mit einem Dreipunktspiel, als er beim erfolgreichen Abschluss gefoult wurde. In der Abwehr arbeiteten die Dragons weiter gut und gestatteten den Eisbären erst nach rund drei Minuten den ersten Korb. Gleichzeitig lief es im Angriff weiter ordentlich und das Team von Tyron McCoy setzte sich etwas ab (37:28, 15.). Lohn der konzentrierten Leistung in der Defense waren außerdem viele Fehler der Gäste, die konsequent ausgenutzt wurden. Lediglich Jusuf El Domiaty hielt mit zwei Dreiern etwas dagegen, dennoch gingen die Dragons nach einer starken Leistung mit einer komfortablen 50:39-Führung in die Halbzeitpause.

Nach der Pause früh am Foullimit

Nach der Pause agierten die Drachen zunächst etwas verhaltener. Der Zugriff in der Defensive stimmte nicht mehr so recht, die Führung geriet zwar nicht in Gefahr, da Lawrence Hill seinen exzellenten Lauf aus der ersten Hälfte (14 Punkte) fortsetzte und den Dreier zum 59:49 traf (24.). Das Spiel war jetzt allerdings wesentlich ausgeglichener als vor der Pause. Da die Dragons recht früh über dem Foullimit waren, pirschte sich Bremerhaven nun von der Freiwurflinie Stück für Stück näher (62:56, 28.). Die zweite Fünf der Dragons wurde zunehmend nervös, die Gäste merkten das und so führten die Quakenbrücker zum Ende des dritten Viertels nur noch mit 64:60.

Zu Beginn des Schlussabschnitts kamen mit Holston, Thomas und King Teile der Startformation zurück ins Spiel, doch es brachte zunächst nicht viel. O´Brian und Ehambe trafen ihre Dreier und sieben Minuten vor dem Ende führten die Dragons nur noch mit einem Punkt (69:68). In dieser Phase war es Thomas, der mit einem Dreier und einem Dreipunktspiel dafür sorgte, dass die Quakenbrücker nicht in Rückstand gerieten. Holston nahm seinen ersten Dreier des Spiels, traf ihn und Hill legte einen Freiwurf zum 79:72 (35.) nach. Das muntere Dreierschießen setzte sich fort – auf beiden Seiten. Die Dragons hielten die Führung, doch sie stand auf äußerst wackligen Füßen. Zwar bot sich den Gastgebern mehrfach die Gelegenheit, die Führung auszubauen, doch das Spiel war nun so hektisch, dass beide Mannschaften nur noch wenig Konstruktives zu Stande bekamen.

Zwei Minuten vor dem Ende führten die Dragons mit 84:81, doch das Spiel kippte.

Treffer mit der Schlusssirene

King verwandelte 26 Sekunden vor dem Ende nur einen Freiwurf. Nach einer umstrittenen Szene im Anschluss pfiffen die Schiedsrichter kein Offensivfoul gegen Ehambe, der den Dreier zum 86:85 für Bremerhaven traf – 12,4 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt noch auf der Uhr. Graves zog zum Korb, traf aber nicht. McGee bekam zwei Freiwürfe und verwandelte diese zum 88:85. Nach einer Auszeit hatten die Drachen noch 3,8 Sekunden für den letzten Versuch, wenigstens eine Verlängerung zu erzwingen – und Brandon Thomas nutzte diesen. Mit der Sirene traf er einen ganz schwierigen Dreier aus der Ecke und es gab beim Stand von 88:88 fünf Minuten Nachschlag.

Holsten mit Steal in der Overtime

In der Overtime erzielte King die ersten Punkte für die Heimmannschaft, worauf Hesson per Dunk die schnelle Antwort fand. Wieder King und der starke Thomas nach einem schnellen Steal brachten die Drachen mit 94:90 in Führung (43.). Die kampfstarken Eisbären ließen sich noch nicht abschütteln, auch wenn die Dragons gerade in dieser Phase gut trafen. Nachdem Graves erneut den Ball geklaut hatte, beging McGee das unsportliche Foul. Graves traf beide Freiwürfe, beim anschließenden Ballbesitz verlor Hill jedoch den Ball. Da Bremerhaven den Dreier danach allerdings nicht traf, ging Graves wieder an die Linie. Er erzielte hier den 100. Punkt und brachte die Drachen beim Stand von 101:94 auf die Siegerstraße. Dort waren sie endgültig angekommen, als Thomas einen weiteren Ball klaute und Holston die Dragons 41 Sekunden vor Schluss mit neun Punkten in Führung brachte. Bremerhaven nahm die Auszeit, versuchte noch einmal den Dreier, doch King holte den Rebound und nach einem extrem harten Stück Arbeit hatten die Artland Dragons das Spiel mit 103:94 gewonnen.

Weiter geht es für die Drachen mit dem Eurocupspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) im belgischen Oostende, in der Liga reist das Team am kommenden Samstag zum ungeschlagenen Spitzenreiter Alba Berlin (18.30 Uhr).

Artland Dragons: McCray 5/1, King 14, Schwartz, Doreth, Holston 8/1, Seiferth 1, Grünheid, Thomas 23/4, Graves 24/4, Hill 20/5, Horner 6, Toppert.


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