Leichtfertig den Sieg verspielt Dragons nach Niederlage gegen Cantu vor Eurocup-Aus

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Quakenbrück. Die Artland Dragons stehen im Eurocup kurz vor dem Aus in der Gruppenphase. Gegen den italienischen Vertreter aus Cantu verloren die Quakenbrücker in eigener Halle mit 66:68 (33:36). Es war eine unnötige Niederlage in einem Spiel, in dem die Drachen 19 Sekunden vor Schluss noch mit vier Punkten geführt hatten.

„Wir haben an beiden Enden des Feldes schlechte Entscheidungen getroffen und so die Tür offen gelassen. Wir müssen nach wie vor definitiv bessere Wege finden, um ein Spiel zu beenden“, sagte ein fassungsloser Dragons-Coach Tyron McCoy nach dem Spiel.

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Graves hatte dieses mit einem Dreier eröffnet. Holston legte nach und wiederum Graves brachte sein Team mit 7:2 in Führung. Die variable Defensive dazu behielten die Dragons bis zum Ende des Viertels bei und so ging es mit einer 23:15-Führung in den zweiten Abschnitt.

Dieses Viertel nahm dann aber eine völlig andere Richtung. Andreas Seiferth wurde zweimal in Folge geblockt, dazu traf Cantu seine Würfe und innerhalb von zwei Minuten stand es 23:23. Die Gäste waren endgültig im Spiel angekommen, bestraften die Unkonzentriertheiten im Angriff der Gastgeber und erarbeiteten sich bis zur Pause so eine 36:33-Führung.

Die Dragons schüttelten sich in der Halbzeit einmal durch und waren gleich etwas präsenter. King räumte unter den Körben auf und das Spiel war schnell wieder ausgeglichen, da auf beiden Seiten kaum Würfe fielen. Beim Stand von 47:49 aus Sicht der Dragons ging ein insgesamt fahriges Spiel in den Schlussabschnitt.

Das letzte Viertel begann noch gut für die Dragons. Seiferth traf endlich seinen ersten Wurf und wurde dabei gefoult. Den Freiwurf tippte Jones in den Korb und so gab es zwei weitere Punkte für die Quakenbrücker. Die Partie war nun richtig umkämpft, wenngleich weiter auf recht mäßigem Niveau. King und Horner arbeiteten stark beim Rebound, aber in der Offensive unterliefen den Drachen weiterhin zu viele einfache Fehler. Dieses Problem behob wiederum King, der rund fünf Minuten vor Schluss zum 56:56 ausglich.

Cantus Coach Sacripanti nahm die Auszeit, nachdem Thomas mit einem Dreier die Drachen nach längerer Zeit wieder in Führung brachte. Die Dragons legten noch eine Spur Intensität zu, arbeiteten mit viel Herz in der Defensive, setzten sich aber erst etwas ab, als Graves den ersten Wurf seit dem ersten Viertel per Dreier traf (64:60). Da waren die Drachen vermeintlich auf einem guten Weg. Graves klaute 25 Sekunden vor Schluss noch den Ball, doch im Fastbreak unterlief Thomas ein Schrittfehler und statt einer Entscheidung blieb es spannend. Hollis bestrafte diesen einfachen Fehler mit einem schnellen Dreier.

Thomas traf dann zwar seine beiden Freiwürfe, aber Gentile legte nach und wurde beim Wurf gefoult. Seinen Freiwurf machte er ebenfalls rein und so stand es elf Sekunden vor dem Ende 66:66. Das Drama nahm seinen Lauf. Den Einwurf brachten die Dragons nicht an den Mann, so hatte Cantu den letzten Angriff, Abass scheiterte mit dem Dreierversuch, beim harten Kampf um den Rebound tippte dann Gentile den Ball mit der Schlusssirene in den Korb. Eine irgendwie symptomatische Szene für die gesamte Saison der Dragons im Eurocup bisher, in der es in den verbleibenden drei Spielen mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch um die „goldene Ananas“ geht. „Es ist hart so zu verlieren und sehr schwer dafür Worte zu finden“, fasste Graves die Ratlosigkeit der Dragons nach einem denkwürdigen Spiel zusammen.


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