Niederlage nach großem Kampf 76:79: Dragons zwingen Dijon in die Verlängerung

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�Jagd auf Anthony King: Der Artland-Dragons-Spieler (links) wird vom Franzosen Steven Gray attackiert. Foto: Rolf KamperJagd auf Anthony King: Der Artland-Dragons-Spieler (links) wird vom Franzosen Steven Gray attackiert. Foto: Rolf Kamper

schl/sfe Quakenbrück. Ausgepumpt standen sie da. Die Hände auf den Knien, die Köpfe gesenkt, schnappten sie nach Luft. Sie hatten alles gegeben, die Artland Dragons, und dennoch hatte es erneut nicht zu einem Heimsieg im Eurocup gereicht. Beim 76:79 (30:35, 65:65) gegen JDA Dijon kassierten die Bundesliga-Basketballer die vierte Niederlage im fünften Spiel. Dabei waren sie nach einer sensationellen Energieleistung nah dran gewesen, am Erfolg.

„Das Ende war etwas schwierig“, umschrieb Dijons Trainer Jean-Louis Borg die letzten Sekunden der regulären Spielzeit. Es schien, als hätte sein Team den Sieg bereits in der Tasche, doch dann drehten die Dragons innerhalb von 20 Sekunden noch einmal die Partie.

Sechs Punkte lagen die Gastgeber zurück 58:64. Da packten die Dragons mal wieder ihr Kämpferherz aus, das sie in der letzten Saison schon so oft gezeigt hatten. Erst traf Anthony King. Dann hatten die Dragons nach dem Einwurf sofort einen Ballgewinn – und Holston traf einen Dreier. Es war erst sein zweiter Dreier in diesem Spiel. Dijons Trainer war derart erzürnt, dass er mit voller Wucht in die LED-Bande trat. Die Dragons foulten und Erving Walker wackelte an der Linie. Er traf nur einen von zwei Versuchen, Holston machte auf der anderen Seite beide rein. 65:65 – die Dragons hatten eine Verlängerung.

Daher war der Trainer auch nicht unzufrieden: „Wir haben gut gekämpft“, lobte Tyron McCoy nach der Partie sein Team. Auch, wenn die Enttäuschung groß war, erneut den Sieg in Reichweite gehabt zu haben, die Einstellung hatte gepasst – hätte dies doch nur ansatzweise auch auf die Würfe aus der Distanz zugetroffen. „Wir haben den Ball gut bewegt gegen ein defensiv so gutes Team und uns gute, offene Würfe erarbeitet“, sagte McCoy: „Aber wir haben sie nicht getroffen.“

Nur acht von 29 Dreierversuchen landeten im Korb, ein Problem, das das ganze Spiel beeinflusste. „Hätten wir am Anfang ein paar der Würfe getroffen, hätten wir uns Selbstvertrauen holen können“, so der Trainer. Stattdessen wurde die Partie ein Kampf, geprägt von zwei starken Defensiven – von Beginn an.

Mit Andreas Seiferth statt Anthony King und Chad Toppert statt Brandon Thomas waren die Dragons gestartet. Sie taten es konzentriert. 14:14 stand es, als David McCray ein Foul an Walker gepfiffen bekam und McCoy für einen Blick ein Technisches bekam. Die drei Freiwürfe nutzte Walker. Mit einer 17:14-Führung gingen die Gäste, die die zweitbeste Defensive dieser Eurocup-Gruppe stellen, in die kurze Pause.

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Immer wieder setzte sich Dijon leicht ab. 28:22 war Mitte des zweiten Viertel, 51:44 am Ende des dritten.

Doch King, mit 18 Zählern bester Drache, und der ebenfalls starke Hill (16 Punkte, 12 Rebounds) hielten die Quakenbrücker im Spiel. Bastian Doreth, einer der wenigen, die an diesem Tag von außen trafen, brachte mit einem Dreier die Dragons im letzten Abschnitt auf 50:54 heranbrachte, da witterten die Fans die Chance auf den ersten Heimsieg. 3:40 Minuten vor dem Ende glich Dennis Horner erneut aus. Dijon zog noch einmal davon. Doch dann hatten die Dragons diese letzten 20 Sekunden.

In der Verlängerung hätten sie sich belohnen können, doch die bestimmten Andr e Harris und Walker, mit 21 Punkten Topscorer der Partie. Acht Punkte machte der Aufbauspieler der Franzosen in diesen fünf zusätzlichen Minuten und hängte David Holston zudem sein fünftes Foul an. Kurz vor dem Ende traf er einen Dreier zum 77:71 – der tat den Dragons richtig weh. Das Spiel war entschieden. Auch, wenn Guido Grünheid am Ende noch einmal fünf Punkte erzielte, gelang den Dragons diesmal kein Comeback. Nach dem Ende der Hinrunde stehen für die Dragons nun vier Niederlagen aus fünf Siegen zu Buche. Einzig gegen Cantu gelang den Quakenbrückern ein Erfolg.

Mutlos müssen die Artland Dragons dennoch nicht in die Rückrunde gehen, die in der nächsten Woche in Lyon beginnt, auch, wenn das Ziel „nächste Runde“ nun nur noch sehr schwer zu erreichen sein dürfte. Denn wie schon bei der Niederlage beim Tabellenersten auf Gran Canaria in der vergangenen Woche war der Sieg wieder einmal in Reichweite.


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