Dragons treffsicher in Crailsheim „Dreierhagel“ sichert den Pflichtsieg

Von Malte Schlaack

Nicht zu stoppen: David Holston (links, 1,68m) setzt sich gegen die Crailsheimer Centern Chris Otule und Jannik Freese (rechts, beide 2,11m) durch. Fotos: ImagoNicht zu stoppen: David Holston (links, 1,68m) setzt sich gegen die Crailsheimer Centern Chris Otule und Jannik Freese (rechts, beide 2,11m) durch. Fotos: Imago

Crailsheim. Nach dem es vorbei war, musste Willie Young erst einmal durchatmen. 85:103 (40:48) hatten seine Crailsheim Merlins gerade das Spiel gegen die Artland Dragons verloren und der Hauptgrund für den hohen Sieg der Quakenbrücker lag für den Merlins-Coach auf der Hand. „Sie haben unglaublich gut von außen getroffen. 17 Dreier sind einfach unerhört“, kommentierte Young. Mit einem wahren „Dreierhagel“ hatten die Dragons das Spiel gegen den tapferen Aufsteiger für sich entschieden.

Dragons-Coach Tyron McCoy beeindruckte die Treffsicherheit seiner Mannschaft von Außen weit weniger. „Ja“, antwortete er auf die Frage, ob eines seiner Teams schon einmal so viele Dreier geworfen hat und fügte mit einem Lächeln an: „Letzte Saison.“ In der Tat muss man bei den ohnehin wurfstarken Drachen nicht lange suchen. Im Januar beim 83:77-Sieg gegen Frankfurt waren es sogar 18 Dreier, sieben davon gingen seinerzeit auf das Konto von Chad Toppert .

Die Quote jetzt in Crailsheim war etwas ausgeglichener. Sieben Spieler trafen von jenseits der Dreierlinie – auch wenn es zunächst überhaupt nicht danach aussah. Die Dragons kamen schwer ins Spiel, was hauptsächlich daran lag, dass auch die offenen Würfe von Außen zu Beginn gar nicht fielen. Der Aufsteiger, bei dem mit Jonathan Moore und Stevie Johnson zwei Routiniers ausfielen, nutzte das aus und führte früh mit 17:10. Die ersten sechs Versuche der Dragons gingen alle daneben, Anfang des zweiten Viertels lag die Trefferquote bei zwei von elf.

Dann aber drehte sich das Spiel. Das Pick and Roll der Quakenbrücker klappte weiterhin gut und nun war auch das Visier aus der Distanz eingestellt. Lawrence Hill traf einen Dreier zum 23:22 und nachdem Brandon Thomas aus der Halbdistanz zum 40:38 einnetzte, gaben die Drachen die Führung nicht mehr ab.

Der zweite Schlüssel zum Sieg neben der guten Dreierquote von 50 Prozent (17 von 34) lag vor allem in der zweiten Halbzeit in der aggressiven Defensive. Hier tat sich besonders die „zweite Fünf“ mit Bastian Doreth, David McCray, Chad Toppert, Dennis Horner und Andreas Seiferth hervor. „Es war am Anfang der Saison nicht ganz einfach, aber jetzt haben wir uns gefunden. Wir waren dann zwar auch ganz gut platt, aber es war denke ich der Grundstein zum Sieg“, meinte Seiferth.

Fünfeinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels stand es 61:57 für die Dragons. Crailsheim, angefeuert von seinen frenetischen Fans, witterte seine Chance, doch die wurde schnell zunichte gemacht. Bis zum Ende des Viertels ließen die Drachen keinen Punkt mehr zu und bauten die Führung vorentscheidend auf 76:57 aus. „Wir haben gute Arbeit bei den Offensiv-Rebounds geleistet“, sagte McCoy. 16 waren es letztlich, so erarbeitete sich seine Mannschaft einige zweite Chancen, die dann auch konsequent genutzt wurden gegen immer müder werdende, aber nie aufgebende Merlins.

Den letzten Versuch der Gastgeber, noch einmal ins Spiel zurückzufinden, konterten die Dragons standesgemäß. Beim Stand von 80:68 brachte McCoy seine Starting Five zurück ins Spiel und Hill, Graves und Holston sorgten mit ihren Dreiern endgültig für Ruhe . Aus dem insgesamt starken Kollektiv der Quakenbrücker ragte Holston noch etwas heraus. Alle seine fünf Dreierversuche fanden ihr Ziel, dazu holte er sechs Rebounds und gab sechs Assists. Wichtige Bausteine zu einem Pflichtsieg, der schleppend begann und in einem wahren „Dreierhagel“ endete.