Quakenbrücker halten auf lange mit 63:74: Dragons brechen auf Gran Canaria in der zweiten Halbzeit ein

Von Susanne Fetter

Konzentriert mit starker Technik: Lawrence Hill setzt zum Sprungwurf auf Gran Canaria an. Foto: cbgrancanaria.netKonzentriert mit starker Technik: Lawrence Hill setzt zum Sprungwurf auf Gran Canaria an. Foto: cbgrancanaria.net

Las Palmas. Die Artland Dragons hatten den Tabellenführer ihrer Eurocup-Gruppe aus Gran Canaria am Mittwochabend lange am Rand einer Niederlage. Nach einer offensiv schlechten zweiten Halbzeit aber unterlagen die Basketballer aus Quakenbrück bei CB Gran Canaria mit 63:74 (40:33). Zur Pause war die Überraschung noch in Reichweite.

Es ist ein echtes Schmuckstück, in dem die Basketballer von Gran Canaria ihr Tagwerk verrichten dürfen. 11500 Zuschauern bietet die Arena Platz. Für die WM 2014 wurde sie gebaut, nun aber spielen die Profis von CB darin. Am Mittwoch war sie nur zur Hälfte gefüllt. Hexenkessel geht anders. Dass erst ganz spät Stimmung aufkam, dafür sorgten aber die Dragons mit ihrem guten Start.

Hoch konzentriert starteten sie in die Partie beim ungeschlagenen Tabellenführe – ohne Dennis Horner (Blockade im Rücken), der zwar mitgereist war, aber nicht zum Einsatz kam. Kyle Kuric, Gran Canarias Topscorer im Eurocup , traf den ersten Dreier, doch Brandon Thomas konterte sofort. Für die Spanier blieb es im ersten Viertel der einzige erfolgreiche Dreier bei auch nur drei Versuchen. Die Dragons trafen insgesamt fünf von sechs. Die hohe Trefferquote von außen, eine der stäksten Waffen dieses Teams, war die Grundlage für das erfolgreiche erste Viertel. Denn so taten sich auch Lücken unter dem Korb auf, die neben Anthony King auch Andreas Seiferth nutzte.

Mitte des ersten Abschnittes zogen die Drachen so von 9:9 auf 22:12 davon. Auch von der Pressverteidigung der Spanier ließen sie sich nur einmal beeindrucken. David McCray verlor den Ball. Doch der Drache, der am Donnerstag 28 Jahre alt wird, eroberte sich im nächsten Angriff wieder den Ball. Defensiv waren die Dragons stark, Gran Canaria kam nur zu 16 Zählern in den ersten zehn Minuten, Quakenbrück gelangen 25.

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Chad Toppert legte gleich noch einen Dreier nach, doch dann stockte die Offensive. Holston traf noch einmal zum 30:22, erst in der 17. Minute gelang Graves danach wieder ein Korb. Die Spanier waren bis auf 26:33 herangekommen – nur. Denn defensiv waren die Dragons weiter konzentriert.

Der Dreier von Graves und ein weiterer von Lawrence Hill gaben wieder etwas Luft. Bezeichnend die letzte Szene vor der Halbzeit. Gran Canaria hätte noch zehn Sekunden gehabt, da zwangen Doreth und Hill Aufbauspieler Tomas Bellas zum Ballverlust – zehn hatten die Spanier bis zur Pause insgesamt, die Drachen sechs. Thomas setzte so die letzte Aktion und brachte die Dragons mit einer 40:33-Führung in die Pause. Und das obwohl sie bei den Rebounds klar unterlegen waren. Nur 11 Stück holten sie, Gran Canaria 23 „Bretter“, davon zehn offensive.

Nach der Pause benötigten die Dragons fünf Minuten bis zum ersten Korb. Gran Canaria kam dennoch nicht vorbei. Die Dragons verteidigten die Führung, auch wenn diese schmolz. 44:45 waren die Spanier nach einem Dreier von Kuric dran, da klaute sich der starke Hill den Ball. Dajaun Summers stoppte ihn mit einem unsportlichen Foul. Doch die Dragons holten nur einen Punkt heraus – zu wenig.

In der 30. Minute zog Gran Canaria erstmals vorbei, bezeichnend – dem Korb von Summers ging erneut ein Offensiv-Rebound voraus. Die Dragons gaben das Viertel 10:17 ab. 50:50 stand es.

Die Dragons taten sich weiter schwer. Guido Grünheid, der eine gute Partie machte, hielt sie mit fünf Punkten im Spiel.

Die Hausherren fanden nun offensiv immer mehr die Lücken in der Verteidigung der Dragons, bei denen mehr und mehr Kraft und Konzentration schwanden. 59:69 lagen die Gäste zurück als Graves noch einmal konterte mit einem Korb und einem Freiwurf nach einem technischen Foul. Die Dragons bekamen zudem Einwurf, machten daraus aber nichts. Stattdessen traf Brad Newley – da war die Arena dann plötzlich doch ein Hexenkessel. Die Fans feierten ihr Team, das am Ende noch deutlich gewann und weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze bleibt. Für die Dragons war es die dritte Niederlage im vierten Eurocup-Spiel.