„Selbstbewusstsein hat gestimmt“ Durchatmen bei den Dragons nach dem Kraftakt

Mit dem Kopf durch die Wand musste es nicht gehen für die Artland Dragons und Antonio Graves, dennoch war es ein hartes Stück Arbeit gegen die Skyliners Frankfurt mit Topscorer Sean Armand. Fotos: Rolf KamperMit dem Kopf durch die Wand musste es nicht gehen für die Artland Dragons und Antonio Graves, dennoch war es ein hartes Stück Arbeit gegen die Skyliners Frankfurt mit Topscorer Sean Armand. Fotos: Rolf Kamper

schl/af Quakenbrück. Richard Williams, Quantez Robertson, Sean Armand. Drei Namen, die Tyron McCoy eine Menge Kopfzerbrechen bereitet haben. Die drei Spieler der Fraport Skyliners erzielten gegen die Artland Dragons zusammen 51 Punkte. Dass der Coach der Dragons davon nicht nachhaltig Kopfschmerzen bekam, lag an seinem Team. Das zeigte im Duell mit dem Tabellenletzten viel Leidenschaft, gewann mit 83:74 (41:41) und kann nach zwei Niederlagen in der Basketball-Bundesliga zuletzt erst einmal durchatmen.

„Als Trainer war es schon ein ziemlich anstrengendes Spiel. Dennoch bin ich zufrieden, weil wir mit hoher Intensität gespielt haben und es ein weiterer Schritt nach vorne war“, sagt McCoy nach 40 interessanten Minuten im Duell mit einem starken Gegner. Die Frankfurter standen schon vor dem Auftritt in Quakenbrück mit dem Rücken zur Wand. Eins ihrer sechs Spiele hatten sie nur gewonnen, dazu fielen mit Center Morrison und Dreierschütze Koivisto zwei wichtige Spieler aus. Davon war aber nicht viel zu merken, was in erster Linie an den eingangs erwähnten drei Spielern lag.

Das Spiel war lange Zeit ausgeglichen , auch wenn die Dragons im Prinzip immer das bessere und spielerisch reifere Team waren. Dennoch setzten sie sich nicht ab, da einige Dinge misslangen. Im ersten Viertel waren es die Ballverluste. „Ich glaube, wir hatten allein im ersten Viertel acht Turnover. So haben wir es nie geschafft, uns abzusetzen und Frankfurt auf Abstand zu halten. Frankfurt ist dafür bekannt, dass sie kämpfen können. Das haben sie heute auch getan“, meinte Bastian Doreth. Allein vier dieser Ballverluste gingen auf das Konto von David Holston, es sollten seine einzigen bleiben.

Im zweiten Viertel schafften es die Dragons dann zwar, sich kurzzeitig etwas abzusetzen (29:23 in der 15. Minute), doch Frankfurt spielte weiter körperlich hart und hielt sich im Spiel. Beim 41:41 zur Pause war die Partie völlig offen.

Was dann in der zweiten Halbzeit passierte, bescherte Skyliners-Coach Gordon Herbert noch mehr graue Haare, als er ohnehin schon hat. „Wir haben ihnen zu viele einfache Korbleger und offene Dreier gegeben, so kann man ein Auswärtsspiel nicht gewinnen“, sagte der erfahrene Kanadier. Damit ging er mit seiner Mannschaft allerdings etwas hart ins Gericht. Zwar klappte bei den Dragons nicht alles, sie zeigten sich aber wesentlich formverbessert, spielten guten Teambasketball und leiteten so den Sieg ein. Die Entscheidung in der intensiven Partie fiel im Schlussabschnitt, als David Holston mal wieder einen „seiner“ Dreier traf. Aus rund neun Meter Entfernung netzte er zum 81:74 ein, holte dann kurz vor Schluss noch einen Rebound, und der Sieg war perfekt.

Bemerkenswert war, wie hochprozentig beide Teams trafen. Die Drachen trafen 64 Prozent aus dem Feld und starke 58 Prozent von der Dreierlinie. Brandon Thomas verwarf nur einen Freiwurf , und auch der starke Dennis Horner setzte nur einen Wurf daneben. „Wir haben besser zusammengespielt und das Tempo hoch gehalten. Unser Selbstbewusstsein hat dieses Mal gestimmt“, sagte Horner und bezog diese Aussage wohl auch auf sich selbst. Er hatte auf jeden Fall das Vertrauen seines Trainers gerechtfertigt. McCoy hatte Horner für Hill wie gegen Oostende starten lassen. „Ich wollte mal etwas anderes ausprobieren und Dennis die Chance geben. Es war sicher eins seiner besten Spiele für uns.“