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Coach Koch über Personalfragen, Dragons-Reputation bei Agenten und NBA-Träume „Mit 37 ist irgendwann Schluss“

Von Winfried Beckmann

bec Quakenbrück. Über das Nein zu Hall, das Ja zu Hess und vieles mehr äußert sich Stefan Kochals neuer Trainer derArtland Dragons nach derZusammenstellung des 12er-Kaders im Inter-view mit unserer Zeitung,das folgenden Wortlaut hat:

Herr Koch, zufrieden mit dem Personalpuzzle, das Sie für die Dragons zusammen gestellt haben?

Ich bin durchaus zufrieden, auch wenn es auch andere Ideen gab.

Wie sehen Sie Ihre Mischung aus Jung und Alt? Gelungen oder etwas alterslastig?

Wir sind eher zu alt als zu jung besetzt. Erfahrung ist immer ein wichtiger Faktor. Der Kader ist nicht perfekt, aber einen perfekten Kader gibt es sowieso nicht.

Zwei Spieler aus der Vorsaison, nämlich Nathan Peavy und Ali Seggelke, hatten noch Vertrag, mit Darren Fenn und Florian Hartenstein haben Sie nur zwei weitere gehalten. Warum nicht mehr, zum Beispiel Urgesteine wie Hall und Prewitt?

Darius Hall ist 37, und da ist irgendwann Schluss. Mit Ebekwe für Prewitt und Boumtje Boumtje für Hall sind wir besser besetzt.

War Toby Bailey als sicherer Passgeber und Routinier kein Thema für Sie?

Ja, doch die Position 2/3 ist mit Seggelke abgedeckt. Mir war dann einer für die Position 3/4 und einer für die Position 2/1 wichtig, einer als eine Art Lebensversicherung neben drei Spielern, die Pointguard spielen können. Deshalb haben wir Adam Hess und Brian Bailey zurückgeholt.

Auch weil es Ehemalige sind als Identifikationsfiguren für die Fans?

Wir haben uns sportlich entschieden. Und wenn dann zwei für die gleiche Position ein Thema waren, haben wir den genommen, den wir bereits kannten.

Hess kam vor zwei Jahren zurück aus Frankreich und ging vor einem Jahr nach Spanien. Er ist erfahrener, aber sicher nicht schneller geworden.

Adam hat in Spanien nach den neuen 3er-Regeln gespielt, kennt also die neuen Maße und hat in Spanien gut geworfen. Deshalb kann er uns sicher helfen bei der Umstellung auf die neue Dreier-Linie. Außerdem spielt er mit viel Herzblut

Ihr Vorgänger Thorsten Leibenath experimentierte auf der Spielmacherposition. Sie haben sich für Tyrese Rice entschieden, der noch jung ist mit 23 Jahren. Kein Risiko?

Nein. Er hat schon viel Qualität, kann und wird sich weiter verbessern und profitiert sicher von der Erfahrung, die Brian Bailey an seiner Seite einbringt. Er ist sehr schnell und hat in Griechenland ein gutes Team geführt.

War es schwer für Sie, nach vier Jahren Pause als Trainer auf dem Markt nach Spielern zu suchen, was die Gespräche mit Agenten betrifft?

Nein. Die Kontakte waren nicht neu. Es sind die Gesetze des Marktes, dass man Spieler angeboten bekommt. Ich hatte den Vorteil, dass sich die Artland Dragons eine sehr gute Reputation erarbeitet haben. Die hier geleistete Arbeit hat sich bei den Agenten herumgesprochen. Da sind einige aufgeschlossener.

Und die Spieler, die in den USA von einem Vertrag in der NBA träumen?

Wer eine realistische Chance hat, weiß es schon vor den Summer Camps. Viele glauben, dass sie es schaffen, aber das sind nur wenige Prozent. Jeder in der Summer League will es natürlich schaffen und träumt davon, aber jeder NBA-Klub hat so viele Bälle im Spiel.

Wie viele Bälle haben Sie im Spiel?

Wir müssen unseren Kader mit Leben auf dem Feld füllen. Nach vier bis fünf Wochen Training sehen wir, was wir genau haben.