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„Feuervögel“ bringen Ischelandhalle zum Brennen – Dragons-Fans spendabel Peavy mit dicker Backe auf der Bank

Von Winfried Beckmann

Auf und davon: Tyrese Rice (links) entwischt Quentin Pryor.Auf und davon: Tyrese Rice (links) entwischt Quentin Pryor.

Hagen. Das nächste Spiel, der nächste Patient. Als die Dragons am Samstag Richtung Hagen starteten, spürte Nathan Peavy bereits seine rechte Wange. Es wurde mehr, der Schmerz kam reichlich, und der Weg ins Marienhospital war nötig, weil die Schwellung rapide zunahm. Die Diagnose: Nicht ein Backenzahn, sondern die Speicheldrüse war geschwollen und veränderte auffällig den Gesichtsausdruck des Amerikaners. An einen Einsatz war nicht zu denken, ein Antibiotikum nötig, sodass Peavy ziemlich bedröppelt auf der Auswechselbank saß, während sich seine Teamkollegen einspielten.

„Schmerzen? Und wie“, gestand der Pechvogel, der nicht nur ein Medikament nahm, sondern auch saure Drops lutschen musste. Physiotherapeut Tom Mögel hatte sich aufklären lassen über das Warum: „Damit die Speicheldrüse trotz Schwellung angeregt wird und aktiv bleibt. Dazugelernt.

Nicht lange suchen mussten die Dragons-Fans nach der Halle im westfälischen Hagen. Es ist die Ischelandhalle, die jetzt Enervie-Arena heißt und den Namen Arena verdient, denn hier hat sich reichlich getan im letzten Jahr. Von 1800 auf 3100 Plätze wurde die Traditionsstätte umgebaut, in der der VfL Osnabrück, der BC Giants und der TuS Bramsche in den 70er-, 80er- bzw. 90er-Jahren um Bundesligapunkte spielten. Damals gegen den SSV, der später zu Brandt Hagen wurde, ehe Phoenix nicht aus der Asche, sondern dank guter Jugendarbeit aufkam.

Und am nächsten Samstag die zweite Saison in der BBL beendet, was Dragons-Trainer Stefan Koch zu einer Bilanz gegenüber Kollege Ingo Freyer nutzte. „Gratulation an Ingo und Hagen. Da Hagen zu den Klubs mit kleinem Budget zählt und den Klassenerhalt frühzeitig verbuchen konnte – darauf dürft ihr stolz sein.“ Und dabei kamen zu einem unbedeutenden Spiel nach gesichertem Klassenerhalt 3065 Zuschauer, was ausverkauft bedeutete und für die Fans spricht.

Für die Dragons spricht das, was als Nachtrag zum Freitagspiel allemal der Erwähnung bedarf. Manager Marko Beens überreichte einen Scheck in Höhe von 1500 Euro an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Vechta“ aus der Aktion „Champion der Herzen“. Die Quakenbrücker Fans trugen mit ihrer Reise zum Top Four nach Bamberg eine stattliche Summe zusammen, die der Klub und die Aktion Basketball Aid auf 1500 Euro aufstockten und nun Kindern zugute kommt, die jeden Euro nötig haben für eine Lebensperspektive.