Nach erneutem Sieg gegen Chemnitz Artland Dragons: Wieder mal ganz oben auf der Welle

Kunstvoller Abschluss: Paul Albrecht trifft für die Artland Dragons kurz vor Schluss per Korbleger gegen Nürnberg. Foto: Rolf KamperKunstvoller Abschluss: Paul Albrecht trifft für die Artland Dragons kurz vor Schluss per Korbleger gegen Nürnberg. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück Die Artland Dragons haben offenbar ihren Lieblingsgegner in der ProA gefunden. Die Quakenbrücker Basketballer besiegten in einer begeisternden Partie die Niners Chemnitz mit 103:96 (58:46). Das Hinspiel hatten die Drachen gegen den Tabellenführer auch schon gewonnen.

„So eine verrückte Saison habe ich noch nicht erlebt“, sagte Florian Hartenstein nach einem Spiel, das 2864 Zuschauer in der fast voll besetzten Artland Arena in ihren Bann gezogen hatte. Der Trainer der Dragons ist ja schon etwas länger im professionellen Basketball aktiv, aber die aktuelle Spielzeit bietet jede Woche neue Wendungen. (Weiterlesen: Ausführlicher Spielbericht vom Sieg gegen Chemnitz).

Wie im unruhigen Ozean

Die Saison der Drachen erinnert an einen unruhigen Ozean. Mal wird das Team von einer Welle überspült wie vergangene Woche in Karlsruhe, als sich eine Führung in eine klare Niederlage (64:84) verwandelte. Dann gibt es aber auch die anderen Momente, in denen die Quakenbrücker auf der Welle ganz oben schwimmen. So wie jetzt. Chemnitz ist die dominierende Mannschaft in der ProA und führt die Tabelle souverän an. Vier Niederlagen haben die Sachsen in 21 Spielen kassiert – zwei davon gegen die Dragons.

„Es war ein mega Spiel“

Schon im Hinspiel hatte das Team eine ganz starke Leistung gezeigt und mit 84:75 gewonnen. Es wurde jetzt vor allem offensiv noch besser. „Es war ein mega Spiel. Zwar mit wenig Defensive, aber dafür um so ansehnlicher für die Zuschauer“, sagte Paul Albrecht, der vor allem in der Schlussphase einen erheblichen Anteil am Sieg hatte.

Schon in der ersten Halbzeit war deutlich geworden, was die Dragons leisten müssen, um diesem Gegner gefährlich werden zu können. Der Chemnitzer Kader ist quantitativ und qualitativ hervorragend besetzt. Die Niners leisten sich gleich sechs US-Amerikaner, obwohl nur drei gleichzeitig auf dem Feld stehen dürfen. So hatte schon zur Pause jeder der zehn Spieler gepunktet und dabei keiner weniger als acht und keiner mehr als 13 Minuten gespielt. Gegen einen solch tief besetzten Gegner muss vor allem eins stimmen: der Einsatz. Das war bei den Dragons der Fall, die sich darüber und durch eine mannschaftliche Geschlossenheit in die Partie kämpften. Mindestens genauso wichtig war es darüber hinaus, dass die Würfe von außen sehr gut fielen. 16 Dreier und damit sechs mehr als bei den Niners fanden ihr Ziel. „Das war der Schlüssel zum Sieg“, betonte Albrecht. (Weiterlesen: Spielbericht vom Sieg im Hinspiel in Chemnitz).

Angetrieben von lautstarken Fans

Auf bis zu 17 Punkte hatten sich die Dragons in der ersten Halbzeit schon abgesetzt. Da Chemnitz allerdings ebenfalls ein gutes Spiel machte und eben eine sehr hohe Qualität aufweist, wurde es immer wieder eng. Beim Stand von 88:87 dreieinhalb Minuten vor dem Ende schien die Partie komplett zu kippen, doch angetrieben von den sehr lautstarken Fans und mit einem großen Siegeswillen, setzten sich die Dragons wieder ab und waren so das erste Team, das gegen Chemnitz in dieser Saison mehr als 100 Punkte erzielte.

Hartenstein lobte starke Teamleistung

Männer des Spiels waren Chase Griffin, Paul Albrecht (zwölf seiner 16 Punkte im letzten Viertel) sowie die umsichtigen Spielmacher Pierre Bland und Jannes Hundt. Hartenstein fasste diesen Kreis wesentlich weiter: „Alle haben ihren Beitrag geleistet“ betonte der Coach und meinte damit auch Brian Oliver, der nach einigen Problemen zuletzt in der ersten Halbzeit innerhalb weniger Minuten drei Dreier traf.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass der Abstiegskampf für die Dragons gewonnen sein dürfte. Der Vorletzte Hanau White Wings müsste mindestens fünf der letzten neun Spiele gewinnen. Die Drachen müssten gleichzeitig allerdings auch alle Partien verlieren und noch fünf weitere Teams passieren lassen. Interessanter ist da der Blick nach oben. Als Neunter der Tabelle ist Platz acht in Reichweite. Dieser würde in der ersten Runde der Playoffs ziemlich sicher ein Duell mit Chemnitz bedeuten. Ein Szenario, auf das die Niners ziemlich wenig Lust haben dürften...


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