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Sieg gegen Paderborn ins Ziel gerettet Dragons: Eine ziemlich unnötige Zitterpartie

Mächtig Gegenwehr bekamen die Artland Dragons und Kapitän Pierre Bland (am Ball) von Paderborn mit Topscorer Grant Benzinger. Foto: Rolf KamperMächtig Gegenwehr bekamen die Artland Dragons und Kapitän Pierre Bland (am Ball) von Paderborn mit Topscorer Grant Benzinger. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Die Artland Dragons haben ihr Spiel in der ProA gegen die Uni Baskets Paderborn mit 68:65 (31:27) gewonnen. Dabei machten es die Quakenbrücker Basketballer noch einmal unnötig spannend.

Nach dem Kraftakt wollte Florian Hartenstein gar nicht erst irgendwelche Ausreden suchen: „Wenn wir das noch verlieren, nehme ich das ganz klar auf meine Kappe“, gab der Trainer der Dragons unumwunden zu. 61:43 hatte sein Team vier Minuten vor Schluss geführt. Rund fünf Sekunden vor dem Ende war der Vorsprung auf 66:65 geschmolzen. So war es letztlich der Nervenstärke von Chase Griffin und Thorben Döding zu verdanken, die in den letzten Sekunden ihre Freiwürfe trafen und so doch noch den Sieg sicherten. Schön war das alles nicht anzuschauen – aber das Ergebnis heiligt in diesem Fall sicher die Mittel. (Weiterlesen: Spielbericht mit Blick auf jedes Viertel des Spiels gegen Paderborn).

Meilenweit von Hanau-Quoten entfernt

Schon in der ersten Halbzeit hatten die 2422 Zuschauer in der Artland Arena basketballerische Magerkost geboten bekommen. Beide Mannschaften verteidigten verbissen und schwankten im Abschluss zwischen Pech und Unvermögen. Die Folge: Die Dragons gaben in den ersten 20 Minuten lediglich sieben Assists (Paderborn sogar nur drei) und waren meilenweit von ihrer Quote aus dem Spiel gegen Hanau zuletzt entfernt, als sie 20 Dreier getroffen hatten. Gegen Paderborn jetzt waren es in der ersten Hälfte gerade einmal zwei – bei 13 Versuchen.

Dass es in der zweiten Halbzeit für die Gastgeber bis kurz vor Schluss im Angriff etwas besser wurde, hatte seinen Ursprung auf der anderen Seite des Feldes. „Wir haben als Team heute gut verteidigt und den Gegner bei weniger als 70 Punkten gehalten“, sagte Hartenstein.

Benzinger wacht spät auf

Es hätten aber eben noch viel weniger gegnerische Zähler sein können. Als die Dragons vermeintlich komfortabel führten und Paderborn weiterhin fast nichts traf, nahm Hartenstein frühzeitig einen Großteil seiner Starter vom Feld. Doch auf einmal wachte vor allem der Paderborner Topscorer Grant Benzinger auf, der bis zum Schlussviertel nur drei Punkte erzielt hatte. Auf einmal fielen so gut wie alle Würfe und die Drachen wurden nervös.

Döding trifft ganz wichtige Freiwürfe

Die Starter kamen zurück und fanden vor allem defensiv ihre Stabilität etwas wieder. Vorne behielten Griffin und vor allem Döding die Nerven. Der Youngster, der zuvor nichts getroffen hatte, versenkte fünf Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe zum 68:65. Einen Ballverlust der Gäste später war das Spiel gewonnen. Nach der 79:87-Niederlage im Hinspiel verpassten es die Dragons nun allerdings, den direkten Vergleich zu holen. „Darüber mache ich mir keine großen Gedanken, der Sieg ist heute wichtiger“, sagte Hartenstein.

Sonderlob für Malu

Neben der guten Teamleistung in der Abwehr verteilte der Coach noch ein Sonderlob. „Johnny hat auf beiden Seiten ein extrem gutes Spiel gemacht und war ein wichtiger Faktor für uns“, sagte er über Jonathan Malu. Der Center hatte keine leichte erste Saisonhälfte, kommt nun aber immer besser in Form. „Ich schaue nicht zurück. Jetzt ist ein neues Jahr und ich fange bei null an“, sagte Malu, der mit acht Punkten und neun Rebounds einer der prägenden Spieler war. Außerdem führte Pierre Bland umsichtig Regie und war Demetris Morant mit 17 Punkten und 13 Rebounds der gewohnt wichtige Anker unter dem Korb. Auch wenn es am Ende noch einmal ganz knapp wurde.


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