Dragons gehen in Heidelberg unter Dragons-Coach Hartenstein: Haben ohne Herz gespielt

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Kaum ein Durchkommen: Hier schafft es Dragons-Spieler Eric Curth, sich durch die dichte Abwehr der Heidelberger zu zwängen. Foto: Karl-Heinz LörchKaum ein Durchkommen: Hier schafft es Dragons-Spieler Eric Curth, sich durch die dichte Abwehr der Heidelberger zu zwängen. Foto: Karl-Heinz Lörch

Im Basketball gibt es eine Höchststrafe, und die ist genau zu beziffern: 100 Punkte. Die Artland Dragons haben sie am Sonntag bei den MLP Academics Heidelberg kassiert. Die 79:101 (40:56)-Niederlage war die dritte Pleite in Folge. Der gute Saisonstart ist dahin – und die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Heidelberg Florian Hartenstein hätte gar nicht sagen müssen, wie es in ihm aussieht. Ein Blick in das Gesicht des Trainers reichte, und da war eine Emotion klar zu erkennen: Enttäuschung. „Die ist bei mir gerade ganz groß, ja“, fasste Hartenstein dennoch das Offensichtliche noch einmal in Worte.

Es lag nicht alleine an der Niederlage. Bei einem der Topteams der Liga, und dazu zählt Heidelberg trotz eines mäßigen Saisonstarts. Es lag vor allem an der Art und Weise, wie sein Team diese Partie angegangen ist.

Hartenstein: Jeder wusste um seine Aufgabe

„Defensiv war das genau das Gegenteil von dem, was wir haben wollten“, sagte er. Schon bei den Niederlagen in Schalke (52:89) und gegen Trier (87:88) hatten die Dragons deutlich über 80 Punkte kassiert. „Wir haben vergangene Woche speziell daran gearbeitet, jeder wusste, was er für eine Aufgabe hat“, erklärte Hartenstein, „wir haben sie aber nicht umgesetzt.“ Woran es lag? „Verteidigung hat immer etwas mit Herz zu tun“, sagte Hartenstein, „und das Herz hat uns gefehlt.“

Und das von Beginn an. „Wir haben total verschlafen angefangen“, gestand Eric Curth. Heidelberg, bisher das zweitschlechteste Team von der Dreipunktelinie, traf sofort zweimal aus der langen Distanz. 0:6 stand es direkt aus Sicht der Dragons. Und Heidelberg baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Besonders Shyron Ely, der sechs seiner sieben Dreierversuche verwandelte, bekamen die Drachen nicht in den Griff. „Es ist bekannt, dass er einer der besten, wenn nicht der beste Spieler der Liga ist. Den dürfen wir nicht so ins Spiel kommen lassen“, mahnte Kapitän Max Rockmann später an. Auch Jaleen Smith (18 Punkte) hatte starke Quoten. Ab der Mitte des letzten Viertels standen vermehrt Nachwuchsspieler bei den Gastgebern auf dem Parkett. Auch deshalb fiel die Pleite der Dragons nicht noch höher aus. Für die Höchststrafe reichte es dennoch.

Curth erzielt 14 Punkte

Auch, weil die eigentlichen Topscorer der Dragons, Chase Griffin und Paul Albrecht, von Heidelberg so gut wie völlig aus dem Spiel genommen wurden. Erst Ende des letzten Viertels erzielte Griffin seine ersten Punkte. Eric Curth (14) sprang zwar in die Bresche, doch wie schon in Schalke wurde deutlich: Nimmt man den Dragons ihre Stützen, wackelt das Gebilde. „Die Mannschaften kennen sich langsam und wissen, um die Stärken und Schwächen der Gegner“, erklärte Curth.

Und so wissen die Dragons auch, was für ein Brocken am nächsten Sonntag mit den Hamburg Towers in die Artland Arena kommt. „Gegen Hamburg haben wir erst einmal nichts zu verlieren“, so Hartenstein. Aber der Trainer weiß, auf drei Niederlagen in Folge sollte tunlichst nicht die vierte folgen. „Wir sind schon im Sumpf“, gestand Curth. „da müssen wir uns jetzt wieder rausziehen.“ Und das dürfte am ehesten zu Hause gehen. Denn bisher präsentierten sich die Dragons diese Saison deutlich besser in eigener Halle, da, wo ihr Herz schlägt.


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