20 Punkte-Vorsprung reicht nicht Dragons: Aus in den Playoffs nach Niederlage in Iserlohn

Intensives Spiel: Marc Liyanage zieht gegen Simon Kutzschmar (links) und Ruben Dahmen. Foto: Rolf KamperIntensives Spiel: Marc Liyanage zieht gegen Simon Kutzschmar (links) und Ruben Dahmen. Foto: Rolf Kamper

Iserlohn. Die Artland Dragons haben keine Chance mehr im Aufstiegsrennen. Die Quakenbrücker Basketballer verloren auch das zweite Spiel der Viertelfinalserie gegen die Iserlohn Kangaroos. Mit 78:79 (31:51) unterlagen die Quakenbrücker auswärts – dabei verspielten sie in der zweiten Halbzeit einen 20-Punkte-Vorsprung.

Die Dragons starteten leicht verändert in das zweite Spiel – personell und taktisch. Für den gesperrten Philipp Lieser stand Marc Liyanage in der ersten Fünf. Der Basketballer, der von Bundesligist MBC im Winter kam, machte seine Sache gut, strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Lieser erlebte dagegen vermutlich eine der härtesten Partien seiner Karriere – er musste von Tribüne aus zuschauen. Der Aufbauspieler der Dragons hatte nach einer Tätlichkeit im ersten Spiel zwei Spiele Sperre von der Liga sowie eine Geldstrafe erhalten. Mehr als Daumendrücken und Anfeuern war nicht drin.

Dragons verteidigen mit Zone

Er sah, wie seine Kollegen konzentriert in die Partie starteten. Defensiv agierten die Quakenbrücker diesmal mit einer Zonenverteidigung. So wollten sie da im ersten Spiel mit insgesamt 63 Punkten überragende Trio Donte Nicholas, Julian Scott und Nikita Khartchenkov besser in den Griff bekommen. „Wir schaffen das nur, wenn wir gegen sie als Team verteidigen“, hatte Trainer Florian Hartenstein vor der Partie angekündigt. Zumindest zu Beginn des Spiels gelang dies gut.

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Im Angriff gab es zwar kleine Unsicherheiten – Andre Calvin setzte einen Dunk bei einem Schnellangriff an den Ring, zuvor verlor er im Aufbau den Ball – doch auch hier spielten die Drachen mit mehr Biss und Konzentration als im Hinspiel. Nach einem Dreier von Liyanage stand es nach drei Minuten 5:2 für die Dragons. Den Vorsprung bauten sie sogar bis auf 11:4 aus. Danach kam Iserlohn wieder etwas heran. Doch im Gegensatz zu Partie eins, in der sich die Quakenbrücker danach von den Kangaroos hatten überholen lassen, verteidigten sie diesmal ihre Führung. Ende des ersten Viertels waren sie wieder mit neun Punkten in Front (26:17). Besonders gut: Beim Rebound, oft die Schwäche der Dragons in dieser Saison, packten sie gut zu. 11 zu 5 lautete hier die Bilanz nach zehn Minuten.

Quakenbrück hält die Stimmung hoch

Auch im zweiten Viertel hielten die Dragons die Spannung hoch. Nach einem Dreier von Max Rockmann führten sie 31:17. Doch Iserlohn sendete sofort die Antwort. Mit einem Dreier und einem Korbleger von Khartchenkov sowie zwei weiteren Punkten von Ruben Dahmen verkürzten sie auf 24:33. Nach einer Auszeit von Hartenstein agierten die Gäste, die von 250 Fans begleitet wurden, wieder konzentrierter. Keine leichte Aufgabe mit dem Druck des „Gewinnen müssens“ und in der mit 1200 Zuschauern lauten und engen Halle am Hemberg, in der erst zwei Mannschaften diese Saison siegen konnten. (So lief das erste Spiel)

Sicher von der Freiwurflinie und aus der Distanz

Die Dragons spielten variabel und trafen diesmal auch gut aus der Distanz. Calvin, im ersten Spiel kein Faktor, Max Rockmann und auch Jonathan Mesghna trafen in dieser Phase Dreier – fünf von sechs Versuchen waren in der ersten Halbzeit im Korb. 41:27 führten die Dragons so zwischenzeitlich. Auch bei den Freiwürfen blieben sie konzentriert. Bis zur Pause trafen sie 12 von 12 Versuchen von der Linie.

Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie lief Calvin alleine auf den Korb zu und verwandelte per Dunk. Mit voller Wucht stopfte er den Ball durch den Ring und brüllte danach einmal laut auf. Zweimal hatte er zuvor den Ball an den Ring gelegt, diesmal war er drin. Es war ihm ein persönliches Anliegen. Mit 20 Punkten Führung (51:31) gingen die Dragons in die Halbzeitpause.

Im dritten Viertel hatten beide Mannschafte etwas Probleme, offensiv ihren Rhythmus zu finden. Den Kangaroos gelang dies jedoch schneller als den Dragons. Nach einem Dreier von Nicholas verkürzten sie bis zur 26. Minute den Rückstand auf 45:56.

Kolo spielt mit dickem Tapeverband

Danielius Lavrinovicius blieb dann allerdings an der Freiwurflinie ruhig und verwandelte drei Versuche Kolo legte ein Dreipunkt-Spiel nach. Die Dragons hatten wieder etwas Luft (62:47).

Nach einem Dreier des starken Mesghna und einem erneuten Dreipunktspiel von Kolo, der in der ersten Halbzeit umgeknickt war und mit dickem Tapeverband am Fuß spielte, stellten die Dragons Ende des dritten Viertels beinahe wieder den alten Abstand her. Mit 73:56 gingen sie in den letzten Abschnitt.

Dort setzte zu Beginn wieder Iserlohn die Akzente. Die Dragons hatten dagegen erneut eine Schwächephase im Angriff. Sechs Minuten vor dem Ende lagen die Kangaroos nur noch zehn Zähler zurück (63:73). Nach einem Ballverlust der Dragons und zwei weit verworfenen Notdreiern verkürzten die Iserlohner weiter. 73:71 führten die Dragons nur noch – die Partie wurde doch noch zum Krimi.

Nach einem Dreier von Khartchenkov waren die Gastgeber bis auf einen Punkt dran (74:75). Calvin antwortete mit einem Wurf aus der Distanz. Drei Minuten waren noch zu spielen und die Halle am Hemberg kochte.

Nicholas trifft, Bland nicht

40 Sekunden vor dem Ende stand Nicholas an der Freiwurflinie und traf zum Ausgleich (77:77). Danach ging Pierre Bland auf der anderen Seite an die Linie. Der Amerikaner vergab ebenfalls einen Wurf, traf aber zur erneuten Führung. 78:77 stand es und es waren nur noch 18,9 Sekunden zu spielen. Nicholas nahm den Ball, zog zum Korb und traf zum 79:78. Nur noch drei Sekunden waren zu spielen. Den letzten Wurf wollte Bland nehmen, doch der Aufbauspieler der Dragons rutschte aus und blieb dann am Boden liegen. Das Aus in den Playoffs war damit besiegelt und zumindest sportlich ist der Aufstieg auch im dritten Anlauf nicht mehr zu schaffen. Mit 5:23 verloren die Drachen das letzte Viertel.