Strafen für Lieser und Kangaroos-Manager Artland Dragons: In Iserlohn zählt nur der Sieg

Von Susanne Fetter

Einschwören auf das wichtige Spiel, in dem die Dragons auf Philipp Lieser (Dritter v.r.) verzichten müssen. Foto: KamperEinschwören auf das wichtige Spiel, in dem die Dragons auf Philipp Lieser (Dritter v.r.) verzichten müssen. Foto: Kamper

Quakenbrück. Schon direkt nach der Niederlage im ersten Spiel dieser Serie wusste Florian Hartenstein, was seine Mannschaft ihm und sich da eingebrockt hatte. „Jetzt gibt es ein Do-or-die-Spiel“, sagte Trainer Florian Hartenstein mit Blick auf das zweite Duell des Playoff-Viertelfinales der Artland Dragons an diesem Samstag (19.30 Uhr) bei den Iserlohn Kangaroos. Eine Niederlage würde für die Dragons, die von 250 Fans begleitet werden, das Aus der Saison und aller Aufstiegsambitionen bedeuten.

„Do or die“ („handeln oder sterben“), das sagen die Basketballer immer dann, wenn es richtig ernst wird. „Das ist für uns das wichtigste Spiel der Saison“, sagt Hartenstein: „Wir wissen, wir müssen gewinnen. Aber wir wissen auch, es wird nicht einfach.“ Zwei Spiele erst haben die Iserlohner in dieser ProB-Saison in der Sporthalle Hemberg verloren. Gegen Leverkusen und gegen die anderen Drachen der 3. Liga – die Dragons Rhöndorf.

So lief das erste Spiel

Vielleicht ein Zeichen, dass Drachen die Höhle der Kangaroos durchaus erobern können. Doch dafür muss sich einiges ändern im Vergleich zu Spiel eins – und dazu noch der Ausfall von Philipp Lieser kompensiert werden. Der Aufbauspieler ist nach einer Tätlichkeit gegen Iserlohns Joshua Dahmen in Spiel eins nachträglich für zwei Spiele gesperrt worden. Zudem wurde eine Geldstrafe verhängt. Lieser hatte seinem Gegner in einer hitzigen Situation ins Gesicht gelangt. Die Schiedsrichter hatten gegen Lieser ebenso wie gegen Dahmens Teamkollegen Gabriel De Oliveira zwar ein unsportliches Foul verhängt, dieses bezog sich aber auf eine kleine Rangelei, die auf die Szene folgte. So konnte die Tätlichkeit im Nachhinein noch geahndet werden.

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„Mein Verhalten war völlig fehl am Platz“, betonte Lieser und fügte an: „Es war sehr emotional, aber in diesem Moment sind meine Emotionen eindeutig in die falsche Richtung gelaufen.“ Lieser entschuldigte sich beim Geschäftsführer der Dragons, bei den Trainern und dem Team. „Ihm habe ich am meisten mit meinem Verhalten geschadet. Das tut mir sehr leid“, betonte er.

Auch bei Iserlohn rief Lieser an. Geschäftsführer Michael Dahmen nahm die Entschuldigung an. Auch er wurde am Freitag zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach der Partie hatte es eine erneute Rudelbildung im Mittelkreis gegeben, an der Dahmen beteiligt war und sich laut Liga wiederum Lieser gegenüber„unsportlich verhalten“ habe.

Taktisch an Feinheiten gefeilt

Es dürfte also auch im zweiten Spiel emotional werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir bei aller Emotionalität auch überlegt handeln“, sagte Hartenstein. Taktisch hat er gemeinsam mit Christian Greve an ein paar Feinheiten gefeilt. „Wir haben uns noch besser auf Iserlohn eingestellt“, sagt Hartenstein. Er hofft zudem, dass die Mannschaft durch den Ausfall von Lieser noch enger zusammenrückt. „Wir hatten gegen Leverkusen schon eine ähnliche Situation in Spiel drei, da hat die Mannschaft auch eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Hartenstein und fügte an: „Das war schon ein Kraftakt. Ein paar Tage später mussten wir dann gegen Iserlohn ran, das hat man gemerkt.“

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Dieses Mal hatten die Dragons ein Woche, um sich auf die wichtige Aufgabe einzustellen. Die wichtigsten Punkte? Die Ballverluste (20 gab es in Spiel eins) müssen reduziert werden. „Dazu müssen wir offensiv besser zusammenspielen und vor allem konsequenter verteidigen“, sagte Hartenstein. 90 Punkte kassierten die Drachen. „Viel zu viel“, betonte Hartenstein. 63 davon erzielte alleine das Trio Donte Nicholas, Julian Scott und Nikita Khartchenkov. „Wir werden sie nicht ganz ausschalten können“, sagt Hartenstein: „Aber wir müssen ihre Einflüsse auf das Spiel reduzieren.“ Nur dann kann es nächsten Sonntag ein dritten Spiel geben, in dem es dann wieder heißen würde: „Do or die.“