Hohe Hürde „Hembergfestung“ Artland Dragons treten bei heimstarken Iserlohnern an

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Endstation Iserlohn? Die Dragons, hier versucht sich Philipp Lieser gegen Joshua Dahmen durchzusetzen, müssen eine harte Nuss knacken. Foto: Rolf KamperEndstation Iserlohn? Die Dragons, hier versucht sich Philipp Lieser gegen Joshua Dahmen durchzusetzen, müssen eine harte Nuss knacken. Foto: Rolf Kamper

Iserlohn. Die Artland Dragons stehen im zweiten Viertelfinalspiel vor einer Herkulesaufgabe. Die Kangaroos sind eine Heimmacht, ihre Halle gilt als Festung. Am Samstag will Iserlohn die Playoff-Serie zu Hause enden lassen.

Nicht erst seit den sensationellen Auftritten der deutschen Nationalmannschaft bei Olympia ist Eishockey die Sportart Nummer eins in Iserlohn. Spätestens seit 2000 und dem Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga fiebert der Großteil der fast 100000 Einwohner mit, wenn die Iserlohn Roosters spielen. Rein sportlich gesehen sind es neben den Kufenhelden vor allem die Basketballer der Kangaroos, die die Stadt mitreißen.

Dragons erwartet hitzige Atmosphäre

Diese Begeisterung spiegelt sich auch in der Atmosphäre bei Heimspielen der Iserlohner Korbjäger wider. Im Schnitt kommen etwa 1000 Zuschauer in die Halle. Leidenschaftlich und lautstark unterstützen die Fans ihre Mannschaft. Ihre Arena, die früher „Neue Hemberghalle“ hieß und mittlerweile nach der verstorbenen Basketball-Ikone Matthias Grothe umbenannt wurde, haben sie zur „Hembergfestung“ erklärt. Ein Blick auf die Statistiken der vergangenen Jahre macht es deutlich: Die Dragons erwartet im „Do-or-Die“-Spiel ein heißer Tanz.

Iserlohn ist zu Hause eine Macht

Nur zwei ihrer zwölf Heimspiele – 71:79 gegen die Bayer Giants Leverkusen und 75:80 gegen die Dragons Rhöndorf – haben die Kangaroos in dieser Saison verloren. In der Spielzeit zuvor haben sie alle Hauptrundenspiele zu Hause gewonnen. Die einzige Heimniederlage gab es erst im Playoff-Viertelfinale gegen den späteren Aufsteiger aus Karlsruhe. In der Saison 2015/2016 verließen nur zwei Auswärtsteams die Iserlohner Halle als Sieger. Auch für die Dragons gab es bei den beiden Gastspielen, als die Kangaroos noch in der Nordstaffel der ProB antraten, nichts zu holen.

Torbica: „Wir wollen unsere Festung verteidigen“

Die Chancen für Iserlohn, am Samstag ins Halbfinale einzuziehen, stehen folglich gut. Dementsprechend selbstbewusst zeigt sich Headcoach Dragan Torbica. „Wir wollen unsere Festung verteidigen“, sagt der Serbe. Den Schlüssel zum Erfolg verrät der 49-Jährige auch: „Die Dragons dürfen nicht die Spielkontrolle übernehmen.“ Wie in Spiel eins benötigt der Coach außerdem eine starke Vorstellung seiner Topscorer. Nikita Khartchenkov und die beiden US-Amerikaner Donte Nicholas und Julian Scott punkten durchschnittlich ohnehin schon weit im zweistelligen Bereich. In Quakenbrück legte das Trio noch einmal zu, erzielte insgesamt 63 von 90 Punkten.

Scott trifft in Quakenbrück alte Bekannte

Für Scott gab es am vergangenen Wochenende in der Artland Arena ein Wiedersehen. Der Center war 2014/2015 in der Regionalliga für den QTSV aktiv. Noch eine Stunde nach Spielende umarmte der 27-Jährige alte Freunde und Bekannte. Seine Rückkehr nach Quakenbrück habe ihm gut gefallen, sagt Scott: „Es war schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen.“ So gut, dass er für ein drittes Spiel noch einmal ins Artland kommt, dann aber doch nicht. „Wir wollen die Serie unbedingt am Samstag enden lassen“, sagt Scott.

Management äußert sich nicht zur ProA

Das Halbfinale ist für Iserlohn zum Greifen nah, der Aufstieg in die ProA längst keine Träumerei mehr. Fragen dazu und zu möglichen Problemen, die Lizenzbedingungen zu erfüllen, möchten die Verantwortlichen der Kangaroos allerdings nicht beantworten. Eine Anfrage unserer Redaktion lehnte Manager Michael Dahmen ab. Aus dem Umfeld der Iserlohner heißt es, dass die Leitung zunächst den weiteren Saisonverlauf abwarten will. Erst im Falle einer sportlichen Qualifikation will sich das Management demnach mit den Anforderungen der ProA-Lizenz beschäftigen.


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