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„Gegen uns spielt kaum einer gerne“ Trainer Kuczmann trifft mit Leverkusen auf die Artland Dragons

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Routinier: Trainer Achim Kuczmann. Foto: imago/EibnerRoutinier: Trainer Achim Kuczmann. Foto: imago/Eibner

Osnabrück. Die Bayer Giants Leverkusen sind ab Samstag der Gegner der Artland Dragons im Achtelfinale der Playoffs der ProB. Im Interview spricht Giants-Trainer Achim Kuczmann über 50 Jahre im Basketball, die Rolle als Favoritenschreck und seinen Tipp für die Serie.

Herr Kuczmann, mit Blick auf Ihre reichhaltige Erfahrung als Spieler und Trainer: Welchen besonderen Reiz üben Playoffs auf Sie aus?

Es ist schon was besonderes. Vor allem, wenn man den Saisonverlauf sieht und es am Ende dann geschafft hat da reinzukommen, freut man sich auf die anstehenden Spiele.

An welche Momente in Ihrer persönlichen Playoffgeschichte denken Sie besonders gerne zurück?

In erster Linie natürlich an die Meisterschaften, die wir mit Leverkusen in der ersten Liga gewonnen haben, klar. In letzter Zeit war es dann besonders der Aufstieg von der ProB in die ProA im Jahr 2013. Das ist schon etwas, das im Kopf hängenbleibt. Es sind eine ganze Menge Sachen, die ich in den ganzen Jahren erlebt habe, aber es ist immer wieder etwas besonderes, wenn man die Playoffs schafft.

Im Basketball hat sich in den vergangenen allein die Spielweise sehr geändert. Was ist überhaupt noch gleich geblieben?

Das ist schwierig zu sagen. Es kommt, glaube ich, auf jeden Verein und jeden Trainer an, wie man das handhabt. Für mich ist es immer wichtig gewesen, dass wir als Mannschaft funktionieren und das hat eigentlich immer gut geklappt. Die Zusammenstellung des Kaders ist am Anfang immer ein bisschen eine Wundertüte. Aber wenn man dann sieht, wie sich die Jungs während der Saison entwickeln, macht das natürlich Spaß. Wenn man dann noch die Chance hat möglichst weit zu kommen, ist es das I-Tüpfelchen drauf.

Wie schwer ist es für den Basketball in Leverkusen neben den schier übermächtigen Fußballern zu existieren?

Ich denke schon gar nicht mehr daran. Wir haben ganz gute Verbindungen, in den letzten Jahren vor allem mit Stefan Kießling, der immer wieder bei uns in der Halle war. So einen Spieler in der Halle und auf dem Feld zu erleben ist eine tolle Sache. Ich bin nächstes Jahr 50 Jahre in diesem Verein und dass man da immer wieder mit Fußball gelebt hat, ist klar und deswegen ist es für mich nie negativ gewesen. Wir konnten auch immer mal mit den Basketballmannschaften rüber ins Stadion gehen und Spiele gucken, von daher überwiegt das Positive.

Diese Saison haben sie es mit zehn Siegen und zwölf Niederlagen als Achter der Südstaffel wieder in die Playoffs geschafft. Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Es ist immer ein rauf und runter. Im Süden ist es dadurch etwas anderes, dass wir viel reisen mussten. Immerhin hatten wir Rhöndorf, Schwelm und Iserlohn in der Nähe, ansonsten sind es schon sehr weite Reisen. Dazu kommen die Partien gegen Kooperationspartner der Bundesligisten, wo man nie genau weiß, auf wen man trifft. Insgesamt sind wir mit dem Verlauf aber schon zufrieden.

Sie haben gegen die vier Erstplatzierten Teams jeweils ein Spiel gewonnen. Ist Leverkusen ein Favoritenschreck?

Wir sind eine Mannschaft, gegen die kaum jemand gerne spielt, weil man sich nicht auf einen Spieler konzentrieren kann. Es ist unser Vorteil, dass wir viele Waffen haben und es macht den meisten Reiz aus, wenn man als Mannschaft zusammenspielt. Das bekommen wir ganz gut hin und sind deswegen als Gegner in den Playoffs nicht leicht zu spielen.

Was ist mit Ihrer Mannschaft in den Playoffs in dieser Saison möglich?

Das kann ich schlecht sagen. Wir haben es geschafft und sind als Achter reingekommen, spielen jetzt gegen den Ersten aus dem Norden, das weiß man nie, was auf einen zukommt. Wir versuchen das Bestmögliche rauszuholen und möchten natürlich gerne erstmal eine Runde weiterkommen.

Gegner sind dabei die Artland Dragons. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Verein?

Das war hauptsächlich zu Bundesligazeiten mit Thorsten Leibenath und Chris Fleming als Trainer, das habe ich hauptsächlich im Kopf. Das kann man aber mit jetzt nicht mehr vergleichen, deswegen denke ich jetzt nicht an die Dragons aus Erstligazeiten.

Wie schätzen Sie die aktuelle Mannschaft der Dragons als Gegner im Achtelfinale jetzt ein?

Sehr gut. So eine Saison zu spielen und da oben im Norden abzuschließen ist auch nicht einfach. Sie sind natürlich auch der Favorit, aber wir versuchen, unser Bestmögliches zu geben. Ich gucke zwar immer auf den Gegner, aber in erster Linie sind wir auf uns fixiert und sehen, dass wir gut vorbereitet reingehen. Man kann viele Videos sehen und Erfahrungen sammeln, aber erstmal geht es immer um den eigenen Club.

Wie wird die Serie zwischen den Dragons und Ihrer Mannschaft ausgehen?

Ich hoffe mal, dass wir eine Runde weiterkommen, ob das dann mit 2:0 oder 2:1 ist. Das wäre eine tolle Sache und ich hoffe mindestens mal, dass wir die Runde überstehen.


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