Erst drei bereit für die ProA Vor dem Start der Playoffs: Umfrage unter 16 Teams zum Aufstieg

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Volles Haus: Die Artland Dragons (hier Max Rockmann in einer Szene aus der Playoffserie 2017 gegen Würzburg) nehmen zum dritten Mal Anlauf auf den Aufstieg in die ProA. Archivfoto: Rolf KamperVolles Haus: Die Artland Dragons (hier Max Rockmann in einer Szene aus der Playoffserie 2017 gegen Würzburg) nehmen zum dritten Mal Anlauf auf den Aufstieg in die ProA. Archivfoto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Am kommenden Wochenende startet die heiße Phase in der ProB. In den Playoffs der dritthöchsten deutschen Basketballiga geht es für 16 Mannschaften um Meisterschaft und Aufstieg. Doch längst nicht alle können oder wollen überhaupt in die ProA.

Der Aufstieg in die ProA ist nicht nur eine Frage der sportlichen Leistung. Zusätzlich müssen viele Anforderungen erfüllt werden, die noch einmal erhöht wurden.

Der Modus: In der ersten Runde trifft der Erste der Nordstaffel (Artland Dragons) auf den Achten des Südens (Bayer Giants Leverkusen), der Zweite auf den Siebten, der Dritte auf den Sechsten und der Vierte auf den Fünften. Die gleiche Reihenfolge gilt für die Spitzenteams aus dem Süden. Der sogenannte „Playoffbaum“ ist in zwei Hälften unterteilt. So kann eine Mannschaft bis zum Finale nur auf sieben Mannschaften potenziell treffen. Die Dragons können vorher zum Beispiel nicht gegen Südmeister Scanplus Baskets Elchingen spielen. Die Achtelfinals starten am Wochenende um den 10. März, das Viertelfinale ab dem 24. März und die Halbfinals ab dem 14. April. Beide Finalteilnehmer bekommen das Aufstiegsrecht, entsprechend wird der Meister der ProB nur in Hin- und Rückspiel am 1. und 5. Mai ermittelt. Verzichten beide Finalisten auf den Aufstieg, werden zuvor ausgeschiedene Vereine von der Liga angesprochen.

Die Anforderungen: Dauerhaft soll mit Blick auf die BBL ein „schaffbarer Übergang der Spielklassen gewährleistet werden“. So formulierte es die 2. Basketball-Bundesliga GmbH im Jahr 2016, als weitere verpflichtende Standards eingeführt wurden. Dazu gehören in der kommenden Spielzeit unter anderem eine Halle mit einer Kapazität für mindestens 1500 Zuschauer, Tribünen auf mindestens drei Seiten des Spielfeldes, Parkettboden, Standkörbe sowie eine 24-Sekunden-Uhr oberhalb der Korbanlage. Hinzu kommt, dass jeder Verein drei festangestellte Mitarbeiter in der Geschäftsstelle beschäftigen muss und der finanzielle Aufwand für den Spielerkader natürlich auch wesentlich höher ist. Bisher erfüllen erst drei der 16 Teilnehmer der Playoffs in der ProB diese Anforderungen. Genau diese drei haben sich bisher auch als einzige zu einem möglichen Aufstieg öffentlich bekannt.

Die Anwärter: Die Artland Dragons, die Bayer Giants Leverkusen und die Rostock Seawolves sind bis auf partielle Kleinigkeiten in Sachen Infrastruktur bereit für die ProA. Die Dragons profitieren hier von ihrer langjährigen Erfahrung in der Bundesliga, Erstrundengegner Leverkusen hat bereits in der ProA gespielt, in Rostock wurden die Voraussetzungen im Lauf der vergangenen Jahre geschaffen.

Voraussetzung: Eine große Halle

Eine Umfrage unserer Zeitung unter allen 16 Vereinen hat insgesamt ein geteiltes Echo ergeben. Von vornherein kein Thema ist ein Aufstieg in die ProA für LOK Bernau, EN Baskets Schwelm, die Fraport Skyliners Juniors Frankfurt und die MTV Herzöge Wolfenbüttel, die allesamt auch keinen Lizenzantrag für die höhere Liga stellen werden. Die Verantwortlichen der Nachwuchsteams der Depant Gießen 46ers Rackelos und der Baskets Akadamie Weser-Ems/Oldenburger TB würden sich erst bei entsprechendem Verlauf der Playoffs Gedanken machen. Gleiches gilt für die Dresden Titans, die aber eher mit der ProB als der ProA planen. Die Dragons Rhöndorf äußern sich nach einer sportlich bisher positiv verlaufenen Saison ebenfalls eher vorsichtig.

Allen weiteren Vertretern fehlt vor allem eine wichtige Voraussetzung: Eine Halle in geeigneter Größe. Bestes Beispiel ist Südmeister Elchingen. Der dortige Gemeinderat hatte am Montag fast einstimmig entschieden, dass sich die Gemeinde nicht an den Kosten für eine Aufrüstung der Brühlhalle auf ProA-Standards beteiligt. Der Verein prüft nun aber weitere Möglichkeiten zur Realisierung. Beim FC Schalke 04 hängt alles an der Entscheidung des Hauptvereins, ob er die finanziellen Aufwändungen mitträgt, zumal es noch keine geeignete Halle gibt. Die VfL Sparkassenstars Bochum warten auf eine entsprechende Entscheidung der Stadt über einen Umbau der Rundsporthalle. Die Iserlohn Kangaroos können nach eigenen Angaben zum jetzigen Zeipunkt noch keine Aussage tätigen, die Itzehoe Eagles haben sich nach durchwachsenem Saisonverlauf mit einem möglichen Aufstieg noch nicht eingehend befasst. Der Lizenzantrag zur ProA muss bis zum 16. April bei der Liga gestellt werden.


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