Starke Reaktion gegen Rostock Artland Dragons gewinnen Krimi nach zweifacher Verlängerung

Ein wildes Spiel lieferten sich die Artland Dragons (mit Andre Calvin links und Yasin Kolo in weißen Trikots) und die Rostock Seawolves. Foto: Rolf KamperEin wildes Spiel lieferten sich die Artland Dragons (mit Andre Calvin links und Yasin Kolo in weißen Trikots) und die Rostock Seawolves. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Die Artland Dragons haben ihr Heimspiel in der ProB gegen die Rostock Seawolves nach zweifacher Verlängerung mit 105:101 gewonnen. In einem beeindruckenden und intensiven Spiel zeigten die Quakenbrücker Basketballler nach zuvor zwei Niederlagen eine starke Reaktion gegen einen starken Gegner.

Die Dragons hatten sich sichtbar etwas vorgenommen für das Duell mit den formstarken Rostockern. Vor allem in der Defensive agierte das Team sehr aufmerksam zu Beginn, sodass die Seawolves erst nach zwei Minuten durch Ex-Drache Chris Frazier zu ihren ersten Punkten kamen. Es war aber nur ein kurzes Vergüngen für die Fans der Gastgeber: Rostock fand besser in die Partie und erzielte 14 Punkte in Folge, während Leon Bahner schnell mit zwei Fouls vom Feld ging. Die Dragons agierten nun zu statisch in der Offensive und begingen in der Abwehr ungeschickte Fouls. Die Gäste hatten das Spiel so schnell unter Kontrolle, auch wenn die Quakenbrücker durch Einzelleistungen den Abstand immerhin nicht größer werden ließen. Vor allem Pierre Bland provozierte einige Fouls und brachte seine Mannschaft so wieder auf 11:16 heran. Nach dem ersten Viertel stand es so 16:21, auch weil die Rebounds klar an die Gäste gingen (4:13).

Harte Arbeit für den Ausgleich

Den zweiten Abschnitt eröffnete Danijel Lavrinovicius mit einem Dreier, kurz danach glich Yasin Kolo von der Freiwurflinie die Partie wieder aus (21:21, 12.). Es war nun dem Ergebnis entsprechend ein ausgeglichenes Spiel, in dem sich die Dragons ihre Punkte aber gefühlt härter erarbeiten mussten, auch weil sie sehr schlecht von Außen trafen. Das änderte Marc Liyanage kurzzeitig, als der Neuzugang mit seinem ersten Wurf traf (28:29, 15.). Abgesehen davon sorgten vor allem Max Rockmann und Leon Bahner dafür, dass das Ergebnis weiter knapp blieb. Allerdings kassierte Bahner rund dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Halbzeit bereits sein viertes Foul. Trotz der weiter klaren Unterlegenheit beim Rebound (11:21) war es so insgesamt recht überraschend, dass die Partie zur Pause ausgeglichen 47:47 stand.

Intensiv und spannend

Die ersten Akzente der zweiten Halbzeit setzte Philipp Lieser. Der zuvor punktlose Aufbauspieler erzielte die ersten vier Zähler für die Dragons, die wie schon zu Beginn des Spiels aufmerksam verteidigten. Jetzt kam aber ein weiteres großes Problem für die Gastgeber hinzu: Kolo kassierte innerhalb kürzester Zeit drei Fouls, wobei mindestens ein Pfiff sehr zweifelhaft war. Mit ihm und Bahner hatten damit beide Center der Dragons vier Fouls auf dem Konto. Rostock nutzte die Unzufriedenheit der Drachen mit den Schiedsrichtern und ging in der 25. Minute durch Cardenas Dreier wieder mit 56:54 in Führung. Auch die Gäste gerieten mit der Zeit in Foulprobleme, Frazier und Dennis Teucher nahmen mit ebenfalls vier Fouls im dritten Viertel auf der Bank Platz. Das Spiel lebte derweil weiterhin von seiner Intensität und Spannung und der immer besser werdenden Stimmung auf der mit 2216 Fans besetzten Tribüne, beim Stand von 66:67 ging es ins letzte Viertel.

Fehler auf beiden Seiten

Zu Beginn des Schlussabschnitts war Bahner dann das erste „Opfer“ der auf beiden Seiten bis ins vierte Viertel sehr kleinlichen Schiedsrichter, als er acht Minuten vor dem Ende das fünfte Foul bekam. Auf dem Feld sorgte Calvin mit vier Punkten in Serie für eine 74:71-Führung der Gastgeber. Mit seinem siebten Punkt im vierten Viertel glich Tim Vogt direkt wieder aus, doch jetzt war Calvin heißgelaufen. Der US-Amerikaner traf mit Foul und die Partie bog wie gegen Rostock fast schon üblich auf eine dramatische Zielgerade ein. 3:13 Minuten vor dem Ende brachte Bland mit seinem ersten erfolgreichen Dreier mit 80:74 in Führung. Jetzt waren aber wieder die Seawolves am Zug, die auf 80:82 verkürzten. 32 Sekunden vor dem Ende hatte Liyanage dann den eigentlich offenen Dreier, entschied sich für einen weiteren Pass zu Calvin, allerdings lief dabei die Wurfuhr währenddessen ab. Nach einer Auszeit verlor Rostock dann den Ball und foulte schnell. Den Einwurf bekamen die Dragons dann aber nicht zum eigenen Mann und Talbert glich 13,7 Sekunden vor dem Ende aus. Mit Ablauf der Uhr bekam Liyanage dann noch einen schweren Wurf, der allerdings nicht fiel, sodass die Partie in die Verlängerung ging.

Butorac mit Nervenstärke an der Linie

In den zusätzlichen fünf Minuten Spielzeit erzielte Lockhart die ersten Punkte für die Rostocker. Auf der anderen Seite vergab Lieser erst einen Dreier, wurde dann aber beim erfolgreichen Korbleger gefoult, traf den Bonusfreiwurf allerdings nicht. Mit viel Einsatz sicherten Kolo und Lieser aber den Offensivrebound und Rockmann versenkte den Dreier zum 87:84. Wiederum im Gegenzug traf Kamdem und hängte Kolo sein fünftes Foul an. Kurz danach verwarf der Rostocker Youngster zwei Freiwürfe, Liyanage auf der anderen Seite tat es ihm nach. Es war ein echter Kampf, nach Butoracs Korbleger traf Bland den Dreier zum 90:89, gefolgt von Liyanages fünftem Foul. Talbert glich für die Seawolves nun wieder von der Linie aus, dann kassierte die Bank der Gäste ein technisches Foul und Calvin und Bland sorgten 1:02 Minuten vor Schluss wieder für die 92:90-Führung. Es wurde richtig dramatisch: 2,6 Sekunden vor Schluss bekam Butorac zwei Freiwürfe. Er traf beide und die Dragons nahmen noch eine Auszeit. Rockmann bekam keinen wirklichen Wurf danach zu Stande und es ging in die zweite Verlängerung.

Calvins Block sichert den Sieg

Dort hatten Lieser für die Dragons und Kamdem für Rostock mit je vier Punkten die ersten Aktionen, kurz danach bekam mit Frazier der erste Spieler der Gäste sein fünftes Foul. Bland traf nur einen Freiwurf, Talbert einen Dreier und Vogt noch zwei Freiwürfe zum 97:101 aus Sicht der Drachen. Bei den personell mittlerweile arg dezimierten Gastgebern schwanden nun zwar etwas die Kräfte, aber sie gaben nicht auf. Bland traf mit Ablauf der Uhr einen Dreier und Kamdem foulte Rockmann beim Offensivrebound. Der Kapitän brachte seine Mannschaft wieder mit einem Punkt in Führung. Nach mehreren wilden Aktionen holte Bland einen weiteren Rebound und wurde 8,8 Sekunden vor Schluss gefoult. Er traf einen Freiwurf, sodass Rostock die Chance zum erneuten Ausgleich bekam. Lockhart zog zum Korb, wurde jedoch von Calvin spektakulär geblockt. Der in der zweiten Halbzeit neben Bland und Lieser überragende Spieler der zweiten Hälfte wurde gefoult und sicherte an der Freiwurflinie den wertvollen Sieg. Bester Werfer war Bland, der mit 28 Punkten, elf Rebounds und neun Assists ein Triple Double nur knapp verpasste. Weiter geht es für die Dragons mit dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag ab 18 Uhr bei den Cuxhaven Baskets.


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