Trainer Hartenstein enttäuscht Artland Dragons: Gute Vorsätze ade

Eine Nummer zu groß: Drache Thorben Döding versucht, sich gegen Demetrius Ward durchzusetzen. Der Amerikaner war Wolfenbüttels Sieggarant. Foto: Christian WüstEine Nummer zu groß: Drache Thorben Döding versucht, sich gegen Demetrius Ward durchzusetzen. Der Amerikaner war Wolfenbüttels Sieggarant. Foto: Christian Wüst

Quakenbrück. Fast jeder hat gute Vorsätze fürs neue Jahr. Doch meist halten sie nur kurze Zeit an. Bei den Artland Dragons waren es im Spiel gegen die Herzöge Wolfenbüttel knapp acht Minuten. Die 72:77-Niederlage war daher verdient.

In der Kabine herrschte betretenes Schweigen. „Da hat kaum einer was gesagt, wir waren ganz schön am Boden“, berichtete Dragons-Center Leon Bahner. Als einer von wenigen Spielern der Quakenbrücker Basketballer kam er nach der Partie noch einmal in die Halle. Die meisten verschwanden direkt ins Dragons-Center, um zu duschen.

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Nicht nur die Spieler hatten an der Niederlage zu knabbern. Auch die Trainer. Mit versteinerter Miene stand Florian Hartenstein in der Arena. Dann sagte er: „Ich hatte mir eine andere Reaktion erwartet.“

„Wir hatten was gut- zumachen“

Schon am 26. Dezember hatten er und Christian Greve die Mannschaft wieder zusammengeholt. Sie wollten mit frischem Elan ins neue Jahr und in die restlichen acht Spiele der Hauptrunde starten. Die 86:95-Niederlage beim Tabellenletzten in Stahnsdorf sollte abgehakt werden. „Wir hatten was gut- zumachen“, betonte Hartenstein.

Das gelang seiner Mannschaft nur in den ersten Minuten der Partie. Nach acht Minuten stand es 18:7 – vor allem weil Andre Calvin richtig gut loslegte. Der Amerikaner traf alleine im ersten Viertel vier von vier Dreiern.

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Doch danach verloren die Dragons an Biss. „Wir haben Tempo rausgenommen“, sagte Hartenstein. Warum? „Die Mentalität hat gefehlt“, befand der Coach.

Wolfenbüttel, das wie beinahe die ganze Saison mit extrem kleiner Rotation antrat – nur sieben Spieler wurden eingesetzt –, zwang den Dragons geschickt ihr Spiel auf. Defensiv agierten sie mit einer Zone, gegen die die Dragons häufig nicht konsequent genug agierten. Offensiv lief ihr Topscorer Demetrius Ward (28 Punkte) heiß. Im dritten Viertel (25:16) zogen die Gäste davon.

Dragons verlieren Rebound-Duell

Dass die Dragons am Ende dennoch die Chance hatten, die Partie noch zu gewinnen, lag daran, dass sie kurz vor Schluss, angefeuert von knapp 2000 Zuschauern, doch noch einmal ihren Biss wiederfanden. 68:69 stand es, als ein Dreierversuch der Gäste aus dem Korb sprang. Doch die Dragons nutzten die Chance nicht. Auch den Ausgleich hätten sie noch erzielen können. Doch erst verwarf Thorben Döding einen Dreier, dann griffen sie nach zwei verworfenen Freiwürfen von Constantin Ebert nicht zu. Der Rebound landete bei Ward. Überhaupt verloren die Drachen dieses Duell unter den Brettern mit 36:42.

Auch ein Grund für die sechste Niederlage in Folge, mit der sie auf den vierten Tabellenplatz der ProB rutschten. Wolfenbüttel zog nach dem zweiten Saisonsieg gegen die Drachen vorbei, ebenso wie Bernau.

„Das tut richtig weh“, sagte Bahner: „Vor allem, wenn man bedenkt, wie wir die letzten zwei Wochen geschuftet haben, während andere Weihnachten und Silvester gefeiert haben.“ Diese Niederlage sitzt richtig tief.


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