Polizei stürmt Block: 10 Verletzte Randale bei Fußball-Hallenturnier in Cloppenburg

Nicht immer zimperlich: Die Fans des VfB Oldenburg, hier bei einer Partie in Meppen. Foto: ScholzNicht immer zimperlich: Die Fans des VfB Oldenburg, hier bei einer Partie in Meppen. Foto: Scholz

Osnabrück/Cloppenburg. Sie hatten erstmals einen eigenen Zugang zur Halle, einen abgeriegelten Fanblock sowie eigene Sanitäranlagen - aber trotzdem kam es beim Hallenfußballturnier um den Stahlhallen-Janneck-Cup in Cloppenburg wie im Jahr zuvor zu tätlichen Auseinandersetzungen mit Beteiligung der Fans des VfB Oldenburg.

Auslöser eines massiven Polizeieinsatzes war ein Banner mit der Aufschrift „FCK the Police“, das am Freitagabend im Block der Oldenburger gezeigt wurde – zu Beginn des vom Regionalliga-Nord-Rivalen BVC Cloppenburg ausgerichteten Turniers. Daraufhin habe die Polizei unter anderem über den Oldenburger Sicherheitsbeauftragten sowie den VfB-Fanbeauftragten Raimund Kropp mehrfach darum gebeten, das provozierende Banner zu entfernen, schreibt die Norwest-Zeitung. Das Banner sei, nachdem es kurzzeitig verschwunden war, erneut hochgehalten worden.

Daraufhin betrat die Polizei mit einem durchaus nennenswerten Aufgebot von mehr als einem Dutzend Beamten den Oldenburger Block, um das Spruchband einzukassieren – was letztlich auch gelang, allerdings nur auf Kosten erheblicher Tumulte mit tätlichen Angriffen, bei denen 10 Personen verletzt wurden: Fünf davon Polizisten, dazu aber auch an der Banner-Aktion unbeteiligte Zuschauer wie eine Frau, die einen Knöchelbruch davon getragen haben soll. 14 Personen wurden vorläufig festgenommen, der Block kurzzeitig geräumt. (Hier gibt es ein Video über die Ereignisse und den Polizeieinsatz.)

Der VfB Oldenburg hat sich inzwischen in einer Mitteilung zu den Vorfällen in Cloppenburg geäußert. Der Verein kritisiert darin den Polizeieinsatz: „Wir verkennen hier sicher nicht das auslösende Moment, aber wir sind ganz entschieden der Meinung, dass die Verhältnismäßigkeit zu keinem Zeitpunkt gestimmt hat. Im Gegenteil“, schreibt der VfB. Insbesondere kritisieren die Vereinsvertreter die Art und Weise des Einsatzes, der viele Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen habe, weil man den Block von oben betrat und alle Menschen nach unten in Richtung Bande gedrängt habe. „Die Polizei ist dafür da, deeskalierend zu wirken – das war leider nullkommanull der Fall“, sagte VfB-Sportleiter Julian Lüttmann.

Der Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg, Günther Schell, wies indes über die NWZ kritische Äußerungen zum Vorgehen zurück. „Hier wird offenbar Ursache und Wirkung verkannt. Weder die Polizei als Institution noch jeder einzelne Polizeibeamte darf sich in dieser eklatanten Weise beleidigen lassen.“

Das Turnier gewann übrigens die U23 des FC Schalke 04 mit einem 4:1-Endspielsieg gegen die U23 des 1. FC Kaiserslautern. Gastgeber Cloppenburg wurde Dritter, der VfB Sechster und Letzter des Turniers.


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