Kloster Oesede starker Finalgegner Mission erfüllt: Rothenfelde gewinnt erstmals den Hüggelcup

Jubel beim SV Bad Rothenfelde: Der Landesligist hat durch einen knappen Sieg gegen den VfL Kloster Oesede erstmals den Hüggelcup gewonnen. Foto: Helmut KemmeJubel beim SV Bad Rothenfelde: Der Landesligist hat durch einen knappen Sieg gegen den VfL Kloster Oesede erstmals den Hüggelcup gewonnen. Foto: Helmut Kemme

Hasbergen. Schon als der SV Bad Rothenfelde und der VfL Kloster Oesede als Finalisten feststanden, war klar: Bei seiner 26. Auflage erlebt der Hüggelcup eine Premiere. Mit einem 3:2-Sieg nach Neunmeterschießen sicherte sich Rothenfelde in einem dramatischen Finale erstmals in der Vereinsgeschichte den Turniersieg. Titelverteidiger SC Melle musste dem TuS Glane Platz drei überlassen.

Mission erfüllt: Landesligist Rothenfelde war im Vorfeld die einzige Mannschaft gewesen, die offensiv nach außen kommuniziert hatte, das Hallenturnier gewinnen zu wollen. Und das Team hielt Wort, traf allerdings im Endspiel auf einen mehr als unangenehmen Gegner. Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen, statt taktisch geprägtem Abwarten ging es gleich Schlag auf Schlag: Bezirksligist Kloster Oesede ging bis zur Pause dreimal in Führung. Nach dem Seitenwechsel drehte Rothenfelde die Partie, und es schien, als könne der Landesligist die letzten Minuten verwalten – bis Kloster Oesedes Rico Niermann zwei Sekunden vor Abpfiff der regulären Spielzeit das 4:4 schoss. Erst im Neunmeterschießen hatte Rothenfelde das bessere Ende für sich.

Im Halbfinale hatten die Rothenfelder – wie schon beim Dütecup – souverän den Landesliga-Rivalen SC Melle ausgeschaltet (3:1). Nach 3:0-Führung schaffte SCM-Oldie Fatmir Dusinovic nur noch den Ehrentreffer. Zuvor hatte Niermann schon seinen Wert bewiesen und seine „Klosteraner“ per Neunmeter zum 1:0-Sieg gegen Glane und damit ins Endspiel geschossen.

Packend war am Montag bereits die Gruppenphase der Endrunde verlaufen. Die Zuschauer sahen ausgeglichene und hart umkämpfte Begegnungen, was drei Unentschieden in sechs Spielen genauso belegen wie der Umstand, dass es keiner Mannschaft gelang, beide Gruppenspiele für sich zu entscheiden.

Auch der spätere Sieger Rothenfelde hatte es spannend gemacht. Nach einem ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Viktoria Gesmold lag das Team gegen den TuS Glane kurz vor Schluss mit 0:1 zurück. Mit einem beherzten Schuss von der Mittellinie sicherte Christoffer Meyer-Potthoff seinem Team jedoch mit der Schlusssirene das Unentschieden und den Einzug ins Halbfinale.

Ähnlich dramatisch verlief das Ende des entscheidenden Kreisligaduells um Platz zwei. Beim Stand von 1:1 traf Gesmolds Sören Steiner in letzter Sekunde nur die Unterkante der Latte, womit das Ausscheiden besiegelt war. Der Unglücksrabe erwies sich jedoch als fairer Verlierer. „Wir hatten in den vergangenen Tagen viel Glück und heute eben mal Pech. Wenn man das Spiel betrachtet, ist Glane verdient weitergekommen“, sagte Steiner. Der TuS qualifizierte sich hingegen für die Runde der letzten Vier und damit ebenfalls für das Hallenmasters im Januar. Keiner, der es nicht selbst gesehen hatte, mochte noch glauben, dass dieses souverän spielende Team am Vortag der eigenen zweiten Mannschaft 1:3 unterlegen gewesen war.

In der anderen Gruppe schlug Kloster Oesede zunächst Titelverteidiger SC Melle. Auch gegen Melle Türkspor startete das Team von Michael Wirtz furios und ging mit 3:0 in Führung. In der zweiten Hälfte brachte Türkspor aber sein gesamtes Offensivpotenzial zur Geltung und kam nach einer starken Aufholjagd zu einem verdienten 3:3.

Damit war Kloster zur Freude seiner wieder zahlreich vertretenen Fans trotzdem weiter, und Türkspor sollte im Meller Ortsderby gegen den SC ein Remis genügen – es wurde eine Zitterpartie. Türkspor lag 2:1 in Front und sah, weil der SCM zwei Zeitstrafen kassiert hatte, wie der sichere Sieger aus. In doppelter Unterzahl kam der Landesligist allerdings zurück. Zunächst vergab Patriot Hajdinaj-Caballero zwar einen Neunmeter, dann machte er es wenige Sekunden später aber aus dem Spiel heraus besser und traf zum 2:2. Türkspor hätte noch immer im Halbfinale gestanden – wenn nicht Dominik Kley die verrückte Partie mit einem Fernschuss-Treffer eine Minute vor dem Ende noch auf den Kopf gestellt hätte. Während der SCM jubelte, ließ Türkspor die Köpfe hängen. „Wir waren einfach nicht clever genug. Wenn du in Führung liegst und in Überzahl spielst, musst du das Ergebnis einfach über die Runden bringen“, war Spielertrainer Haidar Noureddine enttäuscht. Aufs Gemüt schlug dem SCM zu diesem Zeitpunkt nur die Verletzung von Emre Silik. Mit einer ausgekugelten Schulter musste der bis dato zweitbeste Torschütze der Meller ins Krankenhaus und fehlte im Neunmeterschießen um Platz drei, das Glane 3:2 gewann.


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