Distel Miss „Willmott‘s Ghost“ Wie eine exzentrische Lady einer Pflanze den Namen gab

Von Ingrid Beucke-Adler, Ingrid Beucke-Adler | 04.07.2016, 18:33 Uhr

Elfenbeindisteln sind ungemein dekorativ. Wie sie zu ihrem Namen „Miss Willmott’s Ghost“ kamen, ist die Geschichte einer exzentrischen englischen Garten-Lady und ihrer Vorliebe, bei Besuchen in fremden Gärten, ein paar Distelsamen fallen zu lassen.

Eryngium giganteum, so der botanische Name für das Elfenbein-Mannstreu, ist eine sehr dekorative Pflanze mit steifem Blütenstiel, auf dem walzenförmige Blütenköpfe stehen, die von einem Kranz silberfarbener Hüllblätter umrahmt sind.

In England ist die Pflanze häufig zu sehen. Es wird erzählt, dass eine exzentrische englische Landlady Anfang des vorigen Jahrhunderts bei Besuchen in fremden Gärten heimlich hier und dort ein paar Samen fallen ließ. So bekam die Elfenbeindistel den Namen „Miss Willmott’s Ghost“. Die Pflanzen haben bescheidene Ansprüche. Sie ertragen Trockenheit und Hitze, sind haltbare Schnittblumen, und die trockenen Samenstände zieren im Winter den Garten. In der Blütezeit sind sie wahre Insektenmagnete, und in Herbst und Winter bedienen sich die Vögel an den Samen.

Viele Gartenbesitzer fürchten allerdings die Selbstaussaat. Aber die Sämlinge sind leicht wegzuhacken. Verpflanzen lässt sich Eryngium wegen der langen Pfahlwurzel schlecht. Am besten ist es, sie an der Stelle auszusäen, wo sie später stehen soll. Im ersten Jahr entsteht eine dekorative Blattrosette, aus der sich im zweiten Jahr der Stängel erhebt.