Olaf Scholz: „Dieser Krieg muss aufhören“ Bundeskanzler beantwortet Kinderfragen im Podcast „Ole schaut hin“

Von Bastian Klenke | 28.05.2022, 08:30 Uhr | Update am 29.05.2022

Wie wird man eigentlich Bundeskanzler? Was hält Olaf Scholz vom 9-Euro-Ticket? Und was tut der Kanzler gegen den Krieg in der Ukraine? Diese und weitere Kinderfragen beantwortet der Bundeskanzler Olaf Scholz im Kinderpodcast „Ole schaut hin“.

Hier kannst du den Podcast hören:

Lennard: Wollten Sie schon immer Bundeskanzler werden?

Ich wollte nicht schon immer Bundeskanzler werden. Ich habe ja auch eine ganz ordentliche Berufsausbildung gemacht. Ich habe Rechtswissenschaften studiert, bin viele Jahre Rechtsanwalt gewesen und habe mich insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt. Das war und ist immer noch mein Beruf. 

Seit 1998, und damit schon seit ziemlich langer Zeit, bin ich nun hauptberuflich Politiker. Ich war Abgeordneter im Deutschen Bundestag, ich war Minister und ich bin Bürgermeister in Hamburg gewesen. 

Jonathan (9): Wie wird man eigentlich Bundeskanzler?

Bei der letzten Bundestagswahl haben sehr viele Bürgerinnen und Bürger meiner Partei, der SPD, ihre Stimme gegeben, damit ich vom deutschen Bundestag zum Kanzler gewählt werden kann. Und das ist dann auch passiert.

Leni (8): Wie wichtig ist Ihnen persönlich der Schutz von Tieren?

Es ist sehr wichtig, dass wir die Tiere schützen. Wir leben zusammen mit den Tieren auf diesem Planeten und deswegen müssen wir auf sie Rücksicht nehmen. Tiere haben Rechte und sie sind wichtig für unser Leben auf der Erde. Darum ist es ein ganz wichtiges Ziel, dass wir den Tierschutz immer weiter verbessern. Das gilt für viele Bereiche: Für die Landwirtschaft, genauso wie für die Natur, weil es wichtig ist, dass Tiere ein gutes Umfeld haben, dass sie natürliche Lebensbedingungen vorfinden. 

Aaron (11): Haben Sie ein Haustier und wenn ja, welches?

Ich selbst habe schon lange kein Haustier mehr. Ich hatte aber mal eins. Als Kind hatte ich einen Kater. Der hieß Mohrle und war schwarz. Ich hatte ihn sehr gern.

Rosa (7): Was tun Sie selbst für den Umweltschutz?

Politisch machen wir jetzt einiges. Persönlich aber mache ich nicht so viel, um ganz ehrlich zu sein. Denn als Bundeskanzler muss man häufig durch die Welt reisen, oft mit Flugzeugen zum Beispiel. Ich fahre in Deutschland mit einem Auto, das besonders geschützt ist und dadurch sehr schwer und hoch im Spritverbrauch. Aus diesem Grunde verbrauche ich mit all dem, was ich in meinem Alltag mache, schon ganz viel Ressourcen. Ich finde, dann sollte man sich nicht hervortun und sagen, man tut viel für den Umweltschutz. Aber: Wo ich die Möglichkeit dazu habe, bemühe ich mich schon um Umweltschutz. Beim Abschluss von Stromverträgen zum Beispiel. Das ist natürlich nicht sehr viel wenn man sieht, dass ich eben oft in einer Woche an ganz vielen Orten der Welt bin. Ich war jetzt gerade in Afrika und bin dort in mehreren Hauptstädten gewesen. Da ist sehr viel Kerosin verbraucht worden, alleine um mich mit dem Flugzeug zu transportieren.

Elinor: Was halten Sie persönlich vom 9-Euro-Ticket?

Ich bin dafür!

Ich habe das ja als Bundeskanzler zusammen mit dem ganzen Kabinett und den Regierungsparteien auf den Weg gebracht. Wir haben auch die 16 Bundesländer in Deutschland überzeugt. Wenn ich es richtig sehe, dann kaufen sich jetzt ganz viele ein 9-Euro-Ticket und probieren aus, wie das mit dem öffentlichen Nahverkehr funktioniert.

Das ist das Ziel – zeigen, dass Bus und Bahn oft eine gute Alternative zum Auto sind. Das wird, glaube ich, ein richtiger Renner.

Finn (9): Was wollen Sie gegen den Krieg in der Ukraine tun?

Das ist ein furchtbarer Angriffskrieg, den Russland gegen sein Nachbarland, die Ukraine, begonnen hat – mit wirklich schlimmen Zerstörungen und vielen Toten und Verletzten. Wir alle sehen jeden Tag im Fernsehen, in den Sozialen Medien und Zeitungen die Bilder davon.

Es ist schon sehr bedrückend zu sehen, wie viele Opfer dieser Krieg jetzt schon gekostet hat und wie viel zerstört worden ist an kleinen und großen Städten, an Industrieanlagen, an Arbeitsplätzen und Wohnhäusern. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir alles dafür tun, dass dieser Krieg schnell beendet wird und dass Russland seine Truppen wieder zurückzieht. Das ist auch die Forderung, die ich habe. Was kann man machen? Man kann helfen, dass ein Land, das so angegriffen ist, besser durch so eine schwierige Zeit durchkommt. Zum Beispiel indem wir Geld und Hilfen geben, damit sie ihre Rechnungen bezahlen können, damit Schulen weiter gehen. Wir leisten humanitäre Hilfe, sodass es genug Medikamente, frisches Wasser und Lebensmittel gibt. Da sind ja viele Menschen, die verletzt sind, die müssen behandelt werden. All das gehört dazu.

Und: Wir helfen der Ukraine auch dabei, sich zu verteidigen. Wir liefern Waffen. Darüber hinaus haben wir Entscheidungen getroffen, die dazu führen, dass Russland wirtschaftlich nicht mehr so gut zurechtkommt. Dass Russland sich nicht einfach neueste Techniken und Produkte aus aller Welt kaufen kann. Das machen wir, damit Russland mit dem Krieg aufhört. Russland soll die Folgen seines Krieges spüren. Und dann versuchen wir immer wieder in Gesprächen, zum Beispiel mit Russlands Präsident Putin, zu sagen “Dieser Krieg muss aufhören”. Mit unserer Hilfe, mit unserem Druck und mit unseren Argumenten versuchen wir, dass der Krieg schnell zu einem Ende kommt.

Carlos (5): Sind Sie auch Fußballfan und wenn ja, von welcher Mannschaft?

Ein ganz so großer Fan wie Carlos bin ich wahrscheinlich nicht, aber ich gucke gerne Fußball. Ich bin ja lange Bürgermeister von Hamburg gewesen und da kann man sich schon denken, was mein Lieblingsverein ist.

Lian (9): Was war in der Schule Ihr Lieblingsfach?

Mein Lieblingsfach war Geschichte. Das hat mich schon als Junge interessiert. Vor allem die Zusammenhänge – das habe ich sehr gerne gemacht.  

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