zuletzt aktualisiert vor

Von Bach bis Boney M. – Musikverein „Altes Amt Lemförde“ überzeugte Zwischen zwei großen „Bs“ gewandelt

Von Christa Bechtel

Das Orchester des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ gab ein beeindruckendes Konzert in der Hunteburger St.-Matthäus-Kirche. Foto: Christa BechtelDas Orchester des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ gab ein beeindruckendes Konzert in der Hunteburger St.-Matthäus-Kirche. Foto: Christa Bechtel

Hunteburg. Da strahlten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“, als ihnen die Besucher in der St.-Matthäus-Kirche Hunteburg stehende Ovationen bescherten. Der Lohn für ein Klangfeuerwerk, das sie entfacht hatten und das die Zuhörer von der ersten Minute in seinen Bann zog.

„Viel an guter Musik wird heute Abend in der Luft liegen, Musik aus verschiedenen Zeitepochen, angefangen mit Johann Sebastian Bach. Das ist schon etwas Besonderes, Bach in unserer Kirche zu hören; schön, dass wir daran teilhaben dürfen“, sagte Pastor Hans-Jürgen Milchner bei seiner Begrüßung. Feierlich getragen war gerade die letzte Note des Chorals „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate BWV 147 verklungen. Verstärkt wurde der Klangkörper dabei vom Streichensemble der Kreismusikschule des Landkreises Diepholz unter der Leitung von Rudolf Seippel.

„Musik ist Hochleistungssport“, erklärte Posaunist Stephan Klöpzig, der auf charmante Art die Moderation übernahm. Er stellte nicht nur kurz die Stücke vor, sondern amüsierte mit seinen immer wieder locker eingeflochtenen Musiker-Witzen auf besondere Weise das Publikum und verschaffte damit den Instrumentalisten eine kurze Erholpause, denn: „Die Lippen der Bläser müssen sich entspannen, Streicher müssen ihre Hornhaut an den Fingern pflegen“, scherzte Klöpzig.

„Oregon“ – diese besonders erfolgreiche Komposition von Jacob de Haan erzählt die Geschichte eines der nordwestlichen Staaten Amerikas. Anhand einer Bahnfahrt über die Northern Pacific Railroad wurden die Zuhörer nun in die faszinierende Landschaft Oregons entführt. Lautmalerisch begegneten ihnen während dieser abenteuerlichen Reise, mit der man träumend in die Vergangenheit versank, Indianer, Cowboys, Goldgräber und Pferde mit Planwagen. Durch krankheitsbedingte Ausfälle hatte der musikalische Leiter Stephan Flore selbst zum Horn greifen müssen, sodass Josef Bruns engagiert das Dirigat übernahm und die Musiker zu Höchstleistungen anspornte.

Dass sie Könner ihres Fachs mit einem wunderbaren Gesamtklang, mit emphatischen Rhythmisierungen sind, bewies das Ensemble mit dem Walzermedley „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß Sohn, stilvoll und elegant dargeboten. Zum Marsch „Jubelklänge“, den Ernst Uebel 1926 komponierte und damit Weltruhm erlangte, bekam das Orchester erneut Verstärkung durch die Streicher.

Viel Herzblut war während der Medleys „The Magic of Boney M.“, „Tom Jones in Concert“ und „The Best of Phil Collings“ angesagt. Mit starken dynamischen Abstufungen steigerte der Klangkörper die Spannung durch Tempovariationen und brachte so die komplexen und mitgehenden Werke zum Leuchten. „Ich werde mich beim nächsten Konzert besser auf die Musiker-Witze vorbereiten“, meinte am Schluss Pastor Milchner, der sich freute, dass man zwischen den beiden großen „Bs“ gewandelt sei: „Bach und Boney M.! Das war eindrucksvoll, das klingt nach in den Abend!“ Doch ohne eine Zugabe entließ man das Orchester nicht: „Jubelklänge“ – die zweite Auflage!

Wer ebenfalls Spaß und Freude an der Musik hat und gerne mitspielen möchte – zurzeit wird beispielsweise vom Orchester dringend eine „dritte Klarinette“ gesucht – kann sich an den Vorsitzenden Dr. Karl Wilhelm Meyerrose, Telefon 05443/ 998398, wenden, oder direkt am Donnerstag, 20 Uhr, in das Landgasthaus Koch nach Brockum zur wöchentlichen Probe kommen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN