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Auf der Immobilienmesse „Osnabrück-Arcaden“ im Kleinformat: Planer zeigen in München Modell vom Einkaufszentrum

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Osnabrück/München. Im Modell ist das Einkaufszentrum am Neumarkt in Osnabrück schon fertig. Der Projektentwickler mfi hat auf der bundesweit größten Immobilienmesse Expo Real in München die „Osnabrück Arcaden“ präsentiert und nach eigenen Angaben „sehr viel positive Resonanz“ von potenziellen Mietern erhalten.

Das Osnabrücker Modell stand bis gestern in der Mitte des mfi-Messestandes zwischen den Entwürfen einer gewaltigen Scandinavian Hall (Stockholm) und einer futuristischen Gropius-Passage (Berlin). Der Kontrast war unübersehbar: Die Osnabrück Arcaden sind im Vergleich zu Stockholm und Berlin unauffällig, klein, bieder. Messebesucher mussten schon genau hinschauen, um im Stadtbild das geplante Center und die „Zahnlücken“ zu identifizieren. Die Zahnlücken – das sind jene Gebäude an der Johannisstraße und Seminarstraße, die mfi nicht zur Verfügung stehen.

Das Modell gibt einen Eindruck von der Dimension des Centers und seiner städtebaulichen Integration. Die Architektur und Fassadengestaltung sei noch völlig offen, sagte der Vorstandsvorsitzende von mfi, Matthias Böhning. mfi arbeite grundsätzlich mit externen Architekten zusammen – „mit vielen exzellenten deutschen Büros“, wie der mfi-Chef betonte. Das architektonische Konzept werde in einem mehrstufigen Programm eng mit der Stadt abgestimmt.

Die Münchener Immobilienmesse, die nach drei Tagen gestern zu Ende ging, ist der wichtigste Branchentreff – auch für die Entwickler und Betreiber von Shoppingmalls. In der Nachbarhalle präsentierte sich Marktführer ECE und warb für das aktuellste Objekt, eine Mall in Kaiserslautern, die 2014 mit 20000 Quadratmeter Verkaufsfläche an den Markt gehen wird. Osnabrück war hier am Stand kein Thema. Zu Marktgerüchten äußere man sich nicht, hatte ECE schon vorige Woche in Zusammenhang mit einem möglichen Center an der Hase (hinter Galeria Kaufhof) verlauten lassen.

Wettlauf mit ECE?

Liefern sich ECE und mfi einen Wettlauf um Osnabrück – wie in diesem Jahr in Bielefeld? Dort hat ECE durch den Kauf eines Schlüsselgrundstücks die Nase vorn. Nils Perpeet, für Osnabrück zuständiger mfi-Projektentwickler, verfolgt das Engagement des Mitbewerbers mit Gelassenheit. Es sei nicht möglich, ein Center jenseits der Hase „sinnvoll und wirtschaftlich“ an die Große Straße anzudocken.

Das Modell auf dem Messestand zeigt, wie sich mfi den Anschluss der Neumarkt-Arcaden an die Große Straße vorstellt: Der Eingang öffnet sich von der Ecke Johannisstraße bis weit in den Bereich, der heute zum Alt-Komplex Wöhrl gehört. Der vor dem Neumarkt-Carrée geplante Neubau (das sogenannte Baulos 2) soll optisch eine Brücke über den Neumarkt schlagen und die Fußgänger über die zweispurige Straße hinweg in das Center leiten. Weitere Eingänge sind an der Seminarstraße geplant, nach vorn zur Johannisstraße und nach hinten. Die Seminarstraße bleibt quasi als überdachte Center-Querstraße für Fußgänger erhalten.

101 Shops wird das Center nach dem aktuellen Plan Platz bieten. 29 im Untergeschoss, 35 im Erdgeschoss und 37 auf der ersten Ebene. Er habe während der Messe sehr viele und vielversprechende Gespräche mit potenziellen Mietern geführt, versichert mfi-Projektentwickler Perpeet. Darunter seien mehrere Anbieter aus der Textil- und Schuhbranche, die bislang in Osnabrück nicht vertreten sind. „Namen kann ich natürlich noch nicht nennen“, sagte Perpeet.

Kritisch betrachtet wird nach wie vor die geplante Größe von 16500 Quadratmeter. Und zwar von allen Seiten. Den schärfsten Center-Kritikern in der Osnabrücker Kaufmannschaft sind schon diese 16500 zu viel. mfi will mehr und unbedingt in einem zweiten Bauabschnitt das Center auf die maximale Größe von 21500 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Und auch der Gutachter der Lübecker Beratungsfirma Cima sieht das kleine Center kritisch, weil es Gefahr laufe, nicht genug Anziehungskraft auf das Umland auszuüben und seinen Umsatz deshalb vor allem aus dem direkten Umfeld in der engeren City ziehen werde. Als Mindestgröße hatte der Gutachter 18000 Quadratmeter Verkaufsfläche genannt. Die Stadt hat inzwischen die Cima beauftragt, die Auswirkungen eines kleinen Centers zu untersuchen. Bis Weihnachten könnte das Ergebnis vorliegen.

Marktforschung

mfi ist überzeugt, dass das Konzept funktioniert. Ein Grund: die hohe Zahl von 101 Shops auf relativ kleiner Fläche. Nils Perpeet zieht zum Vergleich das Pasing-Center in München heran, das in ähnlicher Größenordnung ebenfalls gut 100 Geschäfte habe und wie Osnabrück in zwei Bauabschnitten angelegt sei. Die Marktuntersuchungen nach dem ersten Bauabschnitt hätten gezeigt, dass dieses kleine Center schon jetzt das Einzugsgebiet erreiche, das laut Gutachten nur dem großen zugemessen worden sei.

Ein weiteres Erfolgsrezept sei der Branchen- und Markenmix, so der Leiter Projektentwicklung bei mfi, Klaus-Martin Callhoff. Im kommenden Jahr werde mfi durch eine Marktforschung ermitteln, „was sich die Osnabrücker wünschen“. Die Ergebnisse der Interviews und Umfragen flössen in das Centerkonzept ein. Callhoff: „Das Center wird für Osnabrück maßgeschneidert sein.“

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