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Erinnerungen an die Hakumag Stromerzeugung aus Torf war der Plan in Hunteburg

Von Wolfgang Huge

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<em>Die Schwegermoorzentrale </em> in Hunteburg 1952. Foto: Archiv Wolfgang HugeDie Schwegermoorzentrale in Hunteburg 1952. Foto: Archiv Wolfgang Huge

Hunteburg., Hunteburg und Moor, das gehört seit vielen Generationen zusammen. Diejenigen, die das Moor einst kolonisierten, haben Leistungen erbracht und Entbehrungen in Kauf genommen, die sich viele heute überhaupt nicht mehr vorstellen können.

Das Große Moor bildete zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine bedeutende Torflagerstätte. Wenn inzwischen auch beträchtliche Teile bereits abgetorft sind, so liegen hier auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch ausgedehnte Vorräte an Weiß- und Schwarztorf, die eine wirtschaftliche Moorverwertung zulassen. Damals lieferte die dort ansässige Hannoversche Kolonisations- und Moorverwertungs-AG ein aus dem Schwarztorf gewonnenes Brennmaterial, das sich durch eine für seine Zeit gute Brennbarkeit auszeichnete.

Aus dem übrigen Weißtorf hingegen stellte man Torfmull und Torfstreu sowie Torfzellenplatten her.

Die Hakumag wurde 1909 mit dem Ziel der Moorkolonialisierung und Torfverwertung als GmbH gegründet. In Schwegermoor war sie damals der einzige größere Industriebetrieb, wobei es in früheren Zeiten keinen größeren Arbeitgeber im Norden des Landkreises Wittlage gab. Angrenzend an Südfelde und Damme, war die Hakumag zugleich für den Südoldenburger Raum von großer Bedeutung, etwa bei der Kultivierung von Campemoor.

Der ursprüngliche, auch von Landrat Hans von Raumer (Wittlager Landrat von 1905 bis 1911, späterer Reichsschatzminister) vertretene Vorstellung war es, das Werk auch zur Erzeugung von elektrischem Strom einzusetzen. Aus dem Torf sollte durch Verschwelung schwefelsaures Ammoniak als Stickstoffdüngemittel gewonnen werden.

Das bei diesem Verfahren anfallende Gas sollte in einem Elektrizitätswerk verstromt werden. Allerdings schlug der Versuch, hier ein Torfkraftwerk rentabel zu betreiben, aus verschiedenen Gründen fehl. Es war vor allem die geringe Brennstoffproduktion, die für das Scheitern verantwortlich war. Schließlich wurde die Energieerzeugung wieder aufgegeben, und die 1912 gegründete Niedersächsische Kraftwerke Aktiengesellschaft (Nike) übernahm von ihrem neu erbauten Kraftwerk in Ibbenbüren aus die Elektrizitätsversorgung des Wittlager Landes. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkriege wurden die Anlagen in Schwegermoor verkauft. Die Hannoversche Kolonisations- und Moorverwertungs AG, bis 1923 noch in der Unternehmensform einer GmbH, beschränkte sich fortan auf den Abbau und die Verarbeitung des Torfes. Mit den Jahren entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten Industriebetriebe des Kreises, der von Schwegermoor aus den Nordteil des Großen Moores ausbeutet.

Ursprünglich war das Abtorfen eine harte körperliche Tätigkeit, die mit der Zeit aber immer stärker maschinell ergänzt oder ersetzt wurde. Um 1960 verfügte die Hakumag über drei große Bagger für die Brenntorfgewinnung, dazu eine Mehrzweckmaschine, einen Sodensammler und einen Greiferbagger. Mit kleinen Lorenzügen wurde der Torf zum Werk zur weiteren Verarbeitung transportiert. Im Werk selbst befand sich eine Brikettierungsanlage, die den Brenntorfabfall zu Torfbriketts formte. Für die Weißtorfgewinnung wurden zwei Stapler im Moor und zwei Pressen im Werk eingesetzt. Der Sodentransport erfolgte im Moor auf 30 Kilometer Feldbahngleisen. Für den weiteren Transport standen Lastwagen sowie die Wittlager Kreisbahn zur Verfügung.


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