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Rückblick auf die Geschichte des Bauwerks Die Römerbrücke ist ein Relikt der Hunteburg

Von Wolfgang Huge

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Die Römerbrücke ist ein Überrest der ehemaligen Hunteburg. Repro: Wolfgang HugeDie Römerbrücke ist ein Überrest der ehemaligen Hunteburg. Repro: Wolfgang Huge

Hunteburg. Zur Festigung der Landeshoheit des Bischofs und zum Schutz des Landes gegen Feinde bauten die Osnabrücker Bischöfe Landes- und Stiftsburgen. Im Osten des Stiftes wurde 1307 die Burg Wittlage, 1324 die Hunteburg und 1370 die Burg Vörden erbaut. Schon 1323 begann man mit dem Bau der Hunteburg.

Sie sollte das Bistum insbesondere gegen das zum Niederstift Münster gehörende Amt Vechta und gegen das Bistum Minden schützen. Außerdem wollte der Bischof durch ihren Bau den Weg von Osnabrück über Dielingen in die Grafschaft Diepholz und weiter nach Bremen gegen etwaige Feindseligkeiten der Diepholzer Grafen sichern. Die Verteidigung der Burg übernahmen Burgmänner. Johann van Bück war von 1352 bis 1357 der erste Burgmann auf der Hunteburg.

Unter Bischof Dietrich von Hörne (1376 bis 1402) erlebte die Burg ihre Glanzzeit. Bischof Erich I. von Hoya (1437 bis 1442) lag seit seinem Amtsantritt mit dem Senior des Domkapitels in Streit. Bald verbündete sich der Bischof mit seinem Bruder Johann, Graf von Hoya. Als im Jahre 1441 die Stadt den Senior aufnahm, schickte Graf Johann von Hoya der Stadt den Fehdebrief. Nachdem der Graf die Stadt durch Raubzüge geschädigt hatte, gewann er auch seinen Bruder, den Bischof von Osnabrück, und Albert, Bischof von Minden, und viele andere Adlige für die Fehde gegen die Stadt Osnabrück.

Unter jenen Adligen befand sich auch Hermann von der Streithorst zu Hunteburg. Die Osnabrücker jedoch eroberten die Stiftsburg Fürstenau und setzten den Grafen Johann von Hoya gefangen. Aber dessen Bruder Albert, Bischof von Minden, nahm die Hunteburg ein und schädigte von da aus Stadt und Land sehr. Doch die Osnabrücker gewannen nacheinander die Stiftsburg Vörden, Wittlage und Iburg zurück. Nun waren nur noch Grönenberg und Hunteburg in Feindes Hand. Da ließ der Erzbischof von Köln auf Bitten des Rates und des Domkapitels zu Osnabrück Bischof Erich durch die Baseler Kirchenversammlung von 1442 absetzen. Nun berief die Kirchenversammlung Heinrich, von Mors auf den Osnabrücker Bischofsstuhl. Zuerst eroberte er die Burg Grönenberg zurück, dann zog er vor die Hunteburg.

Am Fronleichnam 1442 wurde der Flecken Hunteburg eingenommen. Die Stiftsburg mit den tiefen, breiten Gräben, einem festen Plankenbollwerk und mit einem starken Turm und Haus schloss man von allen Seiten ein. Die tapfere Besatzung hielt der Belagerung und den Angriffen jedoch lange Zeit stand. Aber der Ersatz, den Bischof Albert von Minden versprochen hatte, blieb aus. Der Lebensmittelvorrat auf der Burg schrumpfte, und die hereinbrechende Winterkälte erschwerte den Widerstand.

Dann, in einer regnerischen und stürmischen Januarnacht, verließ die Besatzung heimlich die Burg und entkam unbemerkt. Nach sechsmonatiger Belagerung fiel endlich die letzte Stiftsburg wieder in die Hände der Osnabrücker. Unter dem später anbrechenden 40-jährigen Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden und dem 1618 beginnenden 30-jährigen Krieg mit seinen Plünderungen und Brandschatzungen litt Hunteburg sehr. Auf einem Landtag zu Osnabrück im selben Jahr, 1618, beschlossen die Landstände, die verfallene und durch einen Sturm dachlos gewordene Hunteburg ganz niederzulegen. Von der früheren Burg ist bis in unsere Tage nur eine steinerne Brücke aus dem Jahr 1424 erhalten. Sie überspannt die Reste des früheren Burggrabens, der in die „Alte Hunte“ mündet.


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