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100 Millionen Euro investiert Adidas eröffnet Logistikzentrum in Rieste

<em>Vom Niedersachsenpark in Rieste</em> aus beliefert Adidas künftig den Groß und Einzelhandel in Zentral- und Westeuropa. Investiert hat der Sportartikelhersteller 100 Millionen Euro in das neue Distributionszentrum. Foto: Hermann PentermannVom Niedersachsenpark in Rieste aus beliefert Adidas künftig den Groß und Einzelhandel in Zentral- und Westeuropa. Investiert hat der Sportartikelhersteller 100 Millionen Euro in das neue Distributionszentrum. Foto: Hermann Pentermann

Rieste. Der Sportartikelhersteller Adidas hat im Niedersachsenpark in Rieste sein weltweit größtes Logistikzentrum nach einer Testphase in den Vollbetrieb genommen.

Am vergangenen Freitag sei das „Go-Live“ erfolgt, erklärte Standortleiter Lars Stefanowski am Mittwoch bei einem Pressegespräch mit Führung durch die Betriebshallen. Von dem Logistikzentrum im nördlichen Osnabrücker Land aus werden nun nach und nach der Groß- und Einzelhandel in Zentral- und Westeuropa mit den Marken Adidas, Reebok und Rockport , einem Hersteller von Lederschuhen, beliefert. Auch werden die Eigengeschäfte des Konzerns von Rieste aus mit Ware bestückt. Nach den weiteren Angaben Stefanwoskis sollen noch in diesem Jahr insgesamt 7,5 Millionen Stück Waren ausgeliefert werden. Ein Stück entspricht einem Paar Schuhe oder beispielsweise einem T-Shirt. Bis ins Jahr 2015 soll der Durchsatz auf 102 Millionen Stück gesteigert werden und auch der Versand von Online-Bestellungen von Rieste aus beliefert werden.

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In den ersten Tagen des Vollbetriebs wird zunächst das Lager aufgefüllt. „Derzeit kommen mehr Lkw an als abfahren“, erklärt Distributionsleiter Dieter Landwehr. Die Kapazität des Lagers, das eine Höhe von bis zu 38 Metern erreicht, ist auf mehr als 35 Millionen Stück-Einheiten ausgerichtet. Der größte Teil der Abwicklung läuft vollautomatisch, personalintensiv ist indes der Bereich „Special Branding“: „Wünscht ein Händler beispielsweise, dass sein Logo in einen Adidas-Schuh aufgebracht wird, dann wird das in diesem Bereich vorgenommen“, so Landwehr.

Derzeit sind in dem Logistikzentrum im Niedersachsenpark bereits 160 Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahr sollen zusätzlich über 100 gewerbliche Mitarbeiter eingestellt werden, im kommenden Jahr weitere 150.

Standortleiter Stefanowski betont, dass Adidas mit dem Versandzentrum Wurzeln in der Region schlagen wolle. Viele Mitarbeiter kämen aus dem Umland. „Und wir finden hier starke Partner in der Logistikwirtschaft, mit denen wir die anstehenden Aufgaben bewältigen können“, so Stefanowski.

Er versicherte, die Mitarbeiter würden ihre Vergütung nach den Tarifverträgen für die Schuhindustrie erhalten, die mit der IG BCE verhandelt worden seien. „Diese übertragen wir auch auf die Logistik“, erklärte er. Einen Konflikt wie beim Internethändler Amazon, bei dem die Mitarbeiter in den Versandzentren eine Einstufung in die Einzelhandels-Tarifverträge gefordert hatten, schließt Stefanowksi für Rieste deshalb aus. Zudem werden nach seinen Worten Zeitarbeitskräfte nur „in absoluten Spitzenzeiten“ beschäftigt. „Und auch in diesem Bereich haben wir auf unsere Partner sehr starken Einfluss genommen, um eine Ungleichbehandlung von Mitarbeitern zu verhindern.“

DasDistributionszentrum in Rieste ist das größte, das Adidas weltweit betreibt. Dies betrifft nicht die Fläche, die in Rieste insgesamt 55 000 Quadratmeter umfasst, sondern die Kapazitäten. „Gebaut wird in den USA wesentlich großzügiger“, sagt Stefanowski. Das Unternehmen hat sich bereits Flächen gesichert, um eventuell expandieren zu können. „Konkrete Pläne gibt es dazu aber noch nicht.“ Der Startschuss für den Standort Rieste fiel mit einem Beschluss des Adidas-Vorstands am 11. Mai 2011. Im August des Jahres begannen die Erdarbeiten im Niedersachsenpark. Das Richtfest folgte im April 2012, seit Ende desselben Jahres der Testbetrieb. „Wir sind stolz, dass wir das alles in diesem kurzen Zeitraum hinbekommen haben“, meint Stefanowski. Investiert wurden in Rieste rund 100 Millionen Euro.


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