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Mängel in der Overbergschule „Keine Atmosphäre des Wohlfühlens“

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cg Voltlage. Reparaturbedürftige Deckenverkleidungen. Elektroleitungen, die nahezu unbefestigt an der Decke hängen. Eine Schulaula, deren Einfachverglasung im Winter die Wärme nicht halten kann – der Zustand der Overbergschule sorgt in den Reihen der Eltern für deutliche Worte der Kritik. Vor allem die Toiletten haben jetzt das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht.

Die erste Welle des Protestes schwappte jüngst in die Sitzung des Voltlager Gemeinderates. Sachlich, aber bestimmt machten Eltern ihrem Ärger Luft, als sie alle aus ihrer Sicht bestehenden Mängel penibel auflisteten. „In der Schule herrscht alles andere als eine Atmosphäre des Wohlfühlens“, brachte Melanie Egbers die Beschwerden auf den Punkt. Vor allem die Toiletten im Bereich des Schulkindergartens genügten nach Auffassung der Eltern nicht mehr den hygienischen Standards, bemängelte die Mutter von zwei Kindern.

„Die Eltern fühlen sich ungerecht behandelt, wenn sie sehen, dass für dringend erforderliche Reparaturen scheinbar kein Geld vorhanden ist. Die Mängel sind seit Langem bekannt. Aber es passiert nichts“, ergänzte sie. Daneben nähmen die Eltern zur Kenntnis, dass für die beschlossene Neugestaltung des Schulhofes in Neuenkirchen doch Geld vorhanden sei. „Wir wollen keinen Streit. Uns geht es nur darum, dass alle Gemeinden in der Samtgemeinde Neuenkirchen gleichbehandelt werden.“

Der Voltlager Rat sei für diese Kritik die falsche Adresse, stellte Bürgermeister Bernhard Egbert in der Sitzung klar. Schulträger – und damit finanziell verantwortlich – sei die Samtgemeinde. Die beschriebenen Mängel, so gestand er ein, „sind nicht zu leugnen“. Positiv bewertete Josef Egbert das Erscheinen der Eltern und ihren Protest. „Es ist gut, dass ihr da seid“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende und lud die Eltern zur nächsten Sitzung des Samtgemeinderates ein. Dort könnten und sollten sie ihren Protest erneut vorbringen.

In der Tat: So alt wie die Schule sind auch die Toiletten in dem Gebäudeteil, in dem der Schulkindergarten untergebracht ist. Durch eine blaue Tür erreicht der Betrachter mit einem Schritt den Charme der Fünfzigerjahre: mit überwiegend weißen, teilweise grün gestrichenen Wänden und graufarbenen, kleinen, quadratischen Fliesen. Hinter hellen, türkisfarbenen Türen und Trennwänden sind drei Toiletten untergebracht. Die vierte Kabine ist mit zwei Urinalen ausgestattet, denn Jungen und Mädchen benutzen die Toiletten gleichermaßen und gleichzeitig. Der Lichtschalter ist ein Drehschalter, wie er schon lange nicht mehr benutzt wird. Das einzig Moderne scheint neben neueren Toilettenschüsseln und Waschbecken die Energiesparlampe zu sein. Die aber ist in eine alte Fassung geschraubt.

Sauber ist die Toilette, und – anders als in den „stillen Örtchen“ neben der Aula – es riecht nicht unangenehm. Aber typische Gebrauchsspuren sind offensichtlich: Braune Ränder um Ausguss und Metallfüße zeugen von jahrzehntelanger Nutzung und wirken wenig appetitlich.

Mit ein bisschen Farbe seien diese Mängel nicht zu beheben. „Da ist eine Grundsanierung fällig“, stellen Christina Gohmann, Vorsitzende des Elternrates, Ansgar Hartken und Melanie Egbers bei einem Ortstermin fest. Auch für Dolores Speer ist die Toilettensanierung eine Herzensangelegenheit. „Und letztlich eine Frage der Unterhaltung und der Erhaltung des Gebäudes“, sagt die Schulleiterin.

Bereits in der Etatbesprechung im Herbst 2009 hat sie die Verwaltung eigenen Angaben zufolge auf den Sanierungsbedarf aller Toiletten in der Schule hingewiesen. Doch getan habe sich seither nichts. Speer: „Ich bin davon ausgegangen, dass das erledigt wird.“ Es seien schließlich „ganz normale Unterhaltungsarbeiten“.

Der Elternrat stellt sich hinter die Schulleiterin. „Es kann nicht die Aufgabe von Frau Speer sein, ständig auf die Erledigung der Arbeiten zu drängen. Sie ist in erster Linie Lehrerin und für unsere Kinder da“, sagen die Eltern. In der nächsten Etatbesprechung mit der Samtgemeinde, die Ende Oktober ansteht, will Schulleiterin Speer erneut auf die längst fällige Sanierung hinweisen: „Dann erwartete ich eine konkrete Zusage.“

Die Samtgemeinde Neuenkirchen hat inzwischen reagiert. Bereits vor der Ratssitzung in der vergangenen Woche hat die Verwaltung die Arbeiten für die Erneuerung der Toiletten nahe der Aula in Auftrag gegeben. Ein Architekturbüro hat nach Informationen des „Bersenbrücker Kreisblattes“ die einzelnen Arbeiten ausgeschrieben und Handwerker in der Samtgemeinde um Angebote gebeten. Kostenpunkt der Erneuerung: rund 26000 Euro. Diese soll nun in den Herbstferien erledigt werden. Das bestätigte auch Bürgermeister Bernhard Egbert. Alle anderen Maßnahmen seien dagegen nicht gestrichen, sondern „auf Eis gelegt worden“, sagte er in der Voltlager Ratssitzung.

Für den Elternrat ist das ein erster Schritt. Dessen Mitglieder wollen weiter die Erneuerung des zweiten Toilettentraktes in der Overbergschule anmahnen. Denn schließlich werde dieser nicht nur von den zwölf Jungen und Mädchen des Schulkindergartens genutzt. „Mehrfach in der Woche sind Kreismusikschule und Spielkreis hier im Haus. Auch die brauchen diese Toiletten“, erklärt Dolores Speer. Christina Gohmann, Ansgar Hartken und Melanie Egbers sind sich einig: „Das kann nur der Anfang sein.“


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