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Rainer Sass zu Gast bei Michael Bücker – Das TV-Team hilft auch beim Aufräumen Penter zaubert mit dem Fernsehkoch

Von Henning Stricker

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Pente. Eine wohl einmalige Sache durfte am Donnerstag Michael Bücker erleben. Zusammen mit dem Fernsehkoch Rainer Sass bereitete der 43-jährige Ingenieur „Borschtsch und Eisbein“ in der eigenen Küche an der Achmerstraße in Pente. Doch wie fing die Geschichte eigentlich an?

Es war an Ostern, als Michael Bücker im NDR-Fernsehen zum ersten Mal die Kochsendung mit dem Titel „Wünsch Dir Sass“ sah. Noch während der Sendung dachte sich der ambitionierte Hobbykoch, dass er da doch auch einmal mitmachen könnte. Gleich am nächsten Tag verfasste eine kurze Bewerbung, legte ein Foto von seiner Küche bei und schickte sie zum Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Rund drei Monate später, als Bücker die Sache eigentlich schon vergessen hatte, klingelte zu Hause sein Telefon. Eine Hamburger Telefonnummer war im Display zu lesen. „Ich wollte erst gar nicht abheben“ , erinnert sich Bücker. „Ich dachte, dass es vielleicht mit der Baustelle, die ich in Hamburg betreue, zu tun hat“, so Bücker weiter. „Aber eigentlich hätten die auf dem Handy angerufen, sodass ich dann doch den Hörer abhob.“ Am anderen Ende war der NDR, der ihn zu einem Casting in Hamburg einladen wollte. Nach diesem Casting dauerte es wieder eine ganze Weile, ehe sich dann für letzten Samstag plötzlich Regisseur Florian Kruck von der Produktionsfirma „dmfilm und tv produktion“ anmeldete. Kurzerhand wurden Küche, Haus und Umgebung inspiziert. Und da Rainer Sass viele Zutaten vor Ort einkauft, wurde auf Vorschlag von Bücker noch kurzerhand der Hofladen von Biolandwirt Michael Kruse besucht. Denn Bücker hatte mit seiner Bewerbung auch gleich eine Kochidee. Er wollte gerne für einen geselligen Abend mit Familie und Freunden einen beliebten osteuropäischen Eintopf zubereiten, und zwar Borschtsch.

Am Donnerstag war es dann so weit. Neben Rainer Sass, der mit seinem Küchennotfallkoffer direkt aus Wedel anreist, steht um 11 Uhr auch das Filmteam aus Hamburg vor der Tür. Nach einer kurzen Besprechung geht es dann direkt zum Hofladen von Biobauer Kruse. Im Außendreh hält das siebenköpfige Team gleich den Einkauf von Sass und Bücker in Bild und Ton fest. Nicht nur frisches Gemüse wie Karotten, Kohl und Sellerie für das Abendessen werden eingekauft. Da den TV-Koch die Qualität der Ware überzeugt, werden gleich noch private Einkäufe getätigt.

Rund eine Stunde später geht es dann mit den Dreharbeiten im Hause Bücker weiter. Während Visagistin Sonja Marks die beiden Hauptdarsteller für die Dreharbeiten schminkt, machen die Kameramänner Boris Mahlau und Karsten Hansen ihre Geräte startklar. Toningenieur Torsten Reimers und Beleuchter Carsten Windt sorgen für optimales Licht und den richtigen Ton. Gar nicht so einfach, denn während Profi Sass wie üblich gut gelaunt und laut aus dem Stegreif losquasselt, ist Bücker doch eher etwas leiser. „Da müssen wir den Ton auf zwei Kanälen aufnehmen“, so Reimers. In der Zwischenzeit bereiten Regisseur Kruck und Assistent Nikos Zamanis die Kochutensilien vor und stellen sich als Testpersonen für den Beleuchter zur Verfügung.

Alle reden ruhig und sachlich miteinander, sodass auch bei Bücker die Nervosität schwindet. Sass stellt alle Fragen aus dem Bauch heraus. So wirken die Antworten von Bücker nachher nicht gestellt. Sass erklärt, warum ihn Bückers Rezeptvorschlag reizt: „Ich habe vielleicht drei- oder viermal Borschtsch in meinem Leben gekocht. Dafür gibt es glaube ich 2557 Rezepte. Wenn Sie jetzt noch eine polnische Oma anrufen oder einen Nachbarn fragen, gibt’s schon wieder zwei neue Ideen. Und wir machen es mal ganz anders. Wir machen mal als Grundbasis Eisbein, also einen deutschen Touch da rein.“

Nach kurzer Zeit sind die ersten Szenen im Kasten. Während es in der Küche des 43-jährigen Ingenieurs zur Sache geht und die beiden das Gemüse, die Grundlage für die „rote Suppe“, klein schneiden, bewundert Sass die Küchenmessersammlung von Bücker. In einem zweiten Topf köchelt mittlerweile das Eisbein. Rainer Sass zeigt seinem Kochschüler, wie leicht, mit wenigen Zutaten, eine schmackhafte Brühe hergestellt wird, wie man die Rote Bete darin schmort und den Eintopf mit Raffinesse würzt. Anschließend gibt es für Kochschüler Michael noch einen Lehrgang für die Zubereitung von Eisbein. Die gepökelten und gekochten Schweinehaxen sind für Rainer Sass die idealen Begleiter zum deftigen Borschtsch. Während nun der Borschtsch und das Eisbein vor sich hin-köcheln, ist erst einmal Drehpause angesagt. Denn hier ist nichts gestellt, kein zweiter Koch, keine vorbereiteten Zutaten. Sass verspürt plötzlich Appetit auf frischen Butterkuchen, der flugs aus einer Bäckerei in Achmer besorgt wird. Sohn Berend kommt in das zum Regieraum verwandelte Wohnzimmer und schenkt Sass eine selbst angebaute Zucchini. Mittlerweile ist das Essen gar, und auch die Gäste von Bücker sind eingetroffen. Udo Hoffeld, Frank Schnippert, Wolfgang Mikosch und Andre Sosner werden in die Maske befördert. Der Esstisch wird TV-gerecht vorbereitet. Probleme bereitet die zu kurze Tischdecke. Einer aus dem Team gibt den Tipp, die Decke schräg auf den Tisch zu legen, und schon ist das Problem gelöst.

Die Essszene wird gefilmt, unzählige Male wandern die gefüllten Teller über den Tresen, Sass spricht mit den Gästen über das Essen. Da der Star nach den Dreharbeiten nach Hause fährt, wird bei ihm der Wein kurzerhand gegen Kirschsaft getauscht. Nachdem alle Szenen im Kasten sind, ist es mittlerweile 21 Uhr. Alle aus dem Team helfen beim Aufräumen, der TV-Koch plaudert mit den Gästen über sein Privatleben, während Visagistin Sonja beim Abwaschen hilft.

In zehn Stunden Arbeit sind etwas mehr als vier Stunden Videomaterial für die 30-minütige Fernsehsendung entstanden. Erleichtert, erstaunt und fasziniert können Bücker, sein Vater, seine Frau Kathrin und die Freunde endlich den Rest aufessen und den interessanten und aufregenden Tag ausklingen lassen. Geplanter Sendetermin für die vierte Folge der vierten Staffel „Wünsch Dir Sass“ ist der 7. November.


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