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Gospelkonzert zum Jubiläum Stehende Ovationen in Rabber

Von Christa Bechtel



Rabber. Stehende Ovationen, Füßestampfen, Pfeifen, Klatschen: Wenn der Gospelchor „Gospel and More“ aus Barkhausen-Rabber unter der Leitung von Karin Ventker ein Konzert gibt, dann ist die Kirche gefüllt wie zu Weihnachten, und Zugaben sind vorprogrammiert.

So auch jetzt in Rabber, wo das Ensemble im Zuge der Feierlichkeiten „100 Jahre Marienkirche Rabber“ ein Benefizkonzert gab.

„100 Jahre Marienkirche – fünf Jahre ‚Gospel and More‘. Sie sind gekommen, miteinander zu singen, feiern, tanzen, hören.“ Mit diesen Worten begrüßte Pastorin Monika Stallmann im voll besetzten Gotteshaus alle Zuhörer. Ihr Dank galt dem Chor, „für dieses großartige Engagement“.

Lebhaft, im gesamten Gotteshaus und im Altarraum verteilt, hatte der Chor das Programm mit der Aufforderung „Come let us sing“ (Kommt, lasst uns singen) eröffnet. „Das ist das Motto des Chores. Das erleben wir jeden Mittwoch um 18.30 Uhr“, gestand Hartwig Ventker, der zeitweise die Moderation übernahm. Während andere Chöre große Schwierigkeiten mit Nachwuchs hätten oder fusioniert werden müssen, „zeichnet sich der Gospelchor durch steigende Mitgliederzahlen aus: Es sind über 50 Sängerinnen und Sänger, und es gibt sogar eine Warteliste“, sagte Ventker voller Stolz.

Temperamentvolle Schlagzeug-Rhythmen mit Joachim Dölker, dynamische Klavierparts mit Matthias Ventker, anspruchsvoll gesetzte Popsongs – teilweise hatte Karin Ventker die Arrangements übernommen – und vor Energie sprühende Chorsängerinnen und Chorsänger kennzeichneten das Programm. „Kreative Impulse gibt es auch aus dem Chor selbst, der interessantes Potenzial hat“, unterstrich Hartwig Ventker nach „Killing me softly“. Chormitglied, Komponist und Gitarrist Jürgen Behring hatte ein Lied über sinnliche Wahrnehmung in Bezug auf das Sehen, Hören, Schmecken, Riechen geschrieben: „Unsere Sinne“ – und der Refrain wurde begeistert vom Publikum mitgesungen.

Unter Einsatz ihres ganzen Körpers dirigierte Karin Ventker temperamentvoll weiter den Reigen bekannter Popsongs wie „I have a dream“ (ABBA 1979), „Fly away“ mit Solistin Anne Overbeck, „Always look on the bright side of life“, das die Leichtigkeit des Seins charakterisiert und vom Publikum lautstark durch Klatschen unterstützt wurde, oder den „Earth Song“ der unvergessenen Pop-Ikone Michael Jackson. Diese Songs weckten nicht nur Emotionen, sondern ließen den Körper in Bewegung, in Schwingung geraten, sodass die Zuhörer zeitweise begeistert mitklatschten, mit Köpfen oder mit Füßen wippten.

Als der junge Pianist Matthias Ventker „Pirates of the Caribbean“ aus dem gleichnamigen Film spielte, da bebte die Kirche, so aufbrausend sorgte er für Begeisterungsstürme im Gotteshaus. Von mitreißenden zu melancholischen Gefühlen, von schnellen zu langsamen Stücken – die Verbindung von Melodie, Rhythmus und Bewegung gelang perfekt, und die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit hoher stimmlicher Qualität. Ob „One of us“, „Sweet Aroma“, das Karin Ventker im letzten Jahr aus New Orleans mitbrachte, „Time to leave“ mit Solistin Susanne Heisterüber, oder „Yohauhau“, ein afrikanischer Kanon nebst brillantem Schlagzeugsolo von Jo Dölker, oder das bekannte „Halleluja“ von Leonard Cohen: Die Besucher ließen sich mitreißen von den rhythmischen Klängen und der Freude, die die Choristen am Gesang hatten. Mit „We are the world“ und einer Tanzgruppe unter der Leitung von Heike Prante sollte schließlich das in die Herzen des Publikums gehende Konzert ausklingen.

Die Spenden des Abends werden dazu beitragen, einen behindertengerechten Eingang zur Kirche zu schaffen. Wer das Konzert verpasst hat: Am Sonntag, 14. Oktober, wird „Gospel and More“ es in der St.-Lamberti-Kirche in Ostercappeln zugunsten von Spes Viva wiederholen.


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