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Durch Notoperation gerettet Angst in Achmer: Unbekannter schießt auf Tiere

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<em>Noch erholt sich „Cleo“, </em>die Katze der Kasels. Bald wird es sie aber wieder nach draußen ziehen. Foto: Björn DieckmannNoch erholt sich „Cleo“, die Katze der Kasels. Bald wird es sie aber wieder nach draußen ziehen. Foto: Björn Dieckmann

Achmer. Als „Cleo“ vor rund zwei Wochen nach einem kurzen Ausflug ziemlich zerzaust zurückkam, da dachte das Ehepaar Kasel aus Achmer noch an nichts Böses: „Eine kleine Rauferei“ wird ihre Katze bei ihrem Freigang gehabt haben, so vermuteten sie. Später stellten sie Blut fest. In der Tierklinik musste „Cleo“ notoperiert werden. Es stellte sich heraus, dass auf die Katze geschossen worden war.

„Wir sind eigentlich nur aufmerksam geworden, weil Cleo gar nicht mehr herauskam aus ihrer Ecke. Sie war völlig apathisch und verschüchtert“, erinnert sich Birgit Kasel ungern an den Abend. Für rund zwanzig Minuten hatte sie ihre Katze aus dem Haus am Bühner Bach in Achmer gelassen für deren abendlichen Freigang. Dass Cleo dabei tatsächlich mal in Händel gerate mit anderen Tieren, „das ist ja nichts Besonderes, da macht man sich doch nicht gleich Gedanken“, ergänzt Karl-Heinz Kasel. Im Moment stromere oft ein großer Kater um das Haus der Kasels: „Der liebt Cleo – sie ihn aber nicht“, schmunzeln die Kasels.

Ihr Lachen haben sie mittlerweile wiedergefunden, amüsieren sich über den zuweilen ungeschickten Umgang von Cleo mit ihrer „Satellitenschüssel“, wie die Kasels die Halskrause nennen, die verhindert, dass die Katze sich an ihren Operationsnarben kratzen oder lecken kann. „Wir sind ja froh, dass sie auf dem Weg der Besserung ist und langsam wieder zu Kräften kommt.“

Das ist keine Selbstverständlichkeit: Gleich zwei Gewehrkugeln hat der Tierarzt aus Cleos Körper entfernen müssen. „Eine steckte richtig tief im Körper“, erinnert sich Birgit Kasel mit Grauen. Das Ehepaar hat Strafanzeige gegen unbekannt erstattet, wie Kriminalhauptkommissar Burkhard Hömme vom Kommissariat Bramsche bestätigt. Grundsätzlich sei es zwar zulässig, so der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, wenn jemand auf seinem eigenen Grundstück eine Luftdruckwaffe verwende. „Aber das gilt natürlich nur, solange er niemanden gefährdet, auch kein Tier“, ergänzt Hömme. Schwierig sei es allerdings, „wenn uns kein Tatverdächtiger genannt wird, den wir überprüfen können“.

Den Täter zu stellen, darauf kommt es den Kasels indes nicht in erster Linie an, meint Karl-Heinz Kasel: „Wir wollen gar nicht unbedingt wissen, wer das getan hat. Wir wollen auch nicht die teure Operation von ihm ersetzt bekommen. Wir wollen nur, dass er aufhört.“ Aus der Nachbarschaft hätten sie gehört, dass es dort womöglich auch Schäden durch Luftgewehrkugeln gebe – tote Vögel, eine zerborstene Fensterscheibe. „Vielleicht ist dem Täter gar nicht bewusst, was er tut, und er denkt jetzt mal darüber nach, wenn er von unserer Geschichte hört“, hofft Birgit Kasel. Denn schon bald sei Cleo wieder so fit, dass es sie wieder nach draußen ziehe. Andere Tiere seien auch gefährdet. Und über eines wollen die Kasels gar nicht erst nachdenken müssen: „Was ist, wenn mal ein Mensch, vielleicht ein Kind, getroffen wird?“


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