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Eine Erfolgsgeschichte Kleintierkrematorium in Badbergen: Für Menschen, die ihr Tier besonders lieb haben


Badbergen. Von Protesten begleitet eröffneten Gisela und Wolfgang Nietfeld vor zehn Jahren ihr „Kleintierkrematorium im Rosengarten“ in Badbergen. Heute beschäftigen die Landwirte mehr als 60 Mitarbeiter im Artland sowie an 35 weiteren Standorten in Deutschland. Eine Erfolgsgeschichte – trotz der anfänglichen Bedenken vieler Badberger beispielsweise wegen Geruchsbelästigung. Davon ist heute nicht mehr die Rede.

Die Geschäftsidee lag eigentlich nahe. Immer wieder musste sich auch die Familie Nietfeld im Laufe des Lebens von Haustieren verabschieden. Die Frage, die sich stellte: Wie ist eine angemessene Bestattung sowie ein Gedenken über den Tag hinaus möglich? Die Antwort gaben Gisela und Wolfgang Nietfeld selbst. Seit zehn Jahren betreuen sie Tierhalter aus ganz Deutschland, wenn ihre Vierbeiner kremiert und bestattet werden sollen. Dazu gehören Einfühlungsvermögen, tröstende Worte und Fachwissen. All das hat den Nietfelds einen besonders guten Ruf eingebracht.

„In erster Linie kommen Menschen aus Städten zu uns, die keinen eigenen Garten haben, um ihr Tier bestatten zu können. Aber auch hier auf dem Land ist die Akzeptanz des Einäscherns von Tieren zunehmend gewachsen. In erster Linie aber kommen alle die zu uns, die ihr Tier besonders geliebt haben“, berichtet Gisela Nietfeld. Die Kunden wissen den sensiblen Umgang zu schätzen. In den vergangenen Jahren ist die Anlage um einen zweiten Kremierungsofen, einen Abschiedsraum sowie die Vergrößerung des Urnenlagers und der Versandabteilung erweitert worden.

Als zweites Tierkrematorium Deutschlands starteten Nietfelds 2002 ihr ungewöhnliches, landwirtschaftliches Umnutzungsprojekt. Mit viel Herzblut realisierte Gisela Nietfeld im ein Hektar großen Rosengarten ihre Vorstellung von einem Ort der Ruhe zur Bewältigung der Trauer um ein verstorbenes Haustier. Mit Hilfe eines Landschaftsgärtners sind neben 5000 Rosen inzwischen auch eine Pyramide und die Gedächtnisstätte für Sammelkremierungen in die einmalige Gartenanlage integriert worden. „Ob sich der Tierbesitzer für eine Sammelkremierung mit Verstreuen der Asche im Rosengarten entscheidet oder für eine Einzelkremierung mit Ascherückführung in einer Schmuckurne – alle Kundenwünsche können von uns erfüllt werden. Auch ein Einzelgrab rund um die Rosenpyramide ist möglich“, erklärt Gisela Nietfeld während eines Rundganges.

„Hier bei uns kann der Tierhalter sich fallen lassen. Während der Kremierungszeit kann er einen Gang durch den Garten machen, sich eine von über 1000 Urnen aussuchen und einen Abschiedsgruß an sein Tier in unser Gästebuch schreiben“, erzählt Gisela Nietfeld weiter. Ein Konzept, das bundesweit von 15 Partnerbetrieben geschätzt wird. Im Gegensatz zu vielen ihrer 20 Mitbewerber liegt das Krematorium nicht im Gewerbegebiet, bezaubert stattdessen mit viel Natur und dem Sinn für schöne Details.

Und wer hat hier nicht schon alles die letzte Ruhestätte gefunden? Zum Beispiel ein Schwan aus Berlin, ein Koifisch, natürlich Hunde, Katzen und auch Nagetiere. Mehr als 2,5 Millionen Euro haben Nietfelds bisher in Gebäude, Technik und Garten investiert. Aktuell absolvieren fünf junge Menschen ihre Ausbildung als Bürokauffrau/-mann, Fachkraft für Lagerlogistik oder Maschinen- und Anlagenführer. Und noch mehr: Als einziges bundesdeutsches Kleintierkrematorium führte die Familie Nietfeld 2011 außerdem ein Qualitätsmanagementsystem ein.


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