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So schmeckt Osnabrück - 25 Locations im Test

Symbolfoto: ColourboxSymbolfoto: Colourbox

Osnabürck. Ich habe mich mit einigen meiner Kollegen durch Osnabrück getestet und die Ergebnisse für Euch zusammengefasst. Also, vorm nächsten Ausgehen noch einmal einen Blick in diesen Artikel werfen...

Der Speiseplan sieht wie folgt aus: belegtes Käsebrötchen, Pommes-Schranke, Coffee to go, gebratene Nudeln und verschiedene Cocktail Happy Hours.

Um den Test nicht vollkommen subjektiv zu gestalten, habe ich mir für jede Rubrik einen Mitesser/-trinker ausgesucht, der, ebenso wie ich, die Speisen und Getränke bewertet. In jeder Rubrik gibt es fünf Kriterien, die jeweils mit null bis fünf Punkten bewertet werden können.

Klar ist natürlich, dass die jeweiligen Lokalitäten nicht wussten, dass sie getestet werden. Das Bild konnte also in keiner Weise verfälscht werden. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass beim Test der Cocktail Happy Hours die Objektivität mit zunehmender Stunde nachgelassen hat. Ich bitte hier um Verständnis!

Bleibt noch zu sagen, dass die OScommunity bei diesem Test keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es soll ein Blick über die Gastronomie Osnabrücks geworfen und kein neuer Guide Michelin erstellt werden. Wer sich als

Gastronom oder Futterstätte vernachlässigt fühlt, darf sich auf die nächste Testreihe der OScommunity freuen – sie kommt bestimmt!

Gut gefrühstückt ist halb gewonnen – los geht’s mit den Käsebrötchen. Die Bestellung war überall die gleiche: „Ein normales Brötchen, belegt mit Butter, Käse, Salat, Tomate und Gurke, bitte.“ In fünf Bäckereien war ich, um genau dieses Brötchen zu besorgen. Ich war bei Grave, Schäfer’s, Wellmann, Berelsmann und Böhne in Osnabrück und habe alles andere als fünf gleiche Brötchen bekommen. Beim Testen hilft mir meine Kollegin Theresa. Wir bewerten die Brötchen, einige sagen auch Wecken, Semmeln oder Schrippen dazu, jetzt also nach fünf Kriterien: „Optik“, „Knackigkeit des Brötchens“, „Frische des Salats“, „Wie viel Käse ist auf dem Brötchen?“ und „Geschmack“. Jede von uns kann pro Kriterium bis zu fünf Punkte vergeben, dass heißt pro Kriterium können maximal zehn Punkte erreicht werden.

Zunächst gehen wir nach der Optik des Brötchens: „Liegen Salat und Käse in der Mitte“, „Welche Farbe hat das Brötchen?“, „Wie viel Luft ist im Brötchen?“ und was uns gerade noch so aufgefallen ist. Alles andere lässt sich erst nach einem kräftigen Bissen feststellen. Komischerweise findet sich auf den Brötchen von Schäfer´s und Böhne Remoulade, obwohl Butter bestellt wurde. Auf dem Böhne-Brötchen befindet sich außerdem eine nicht bestellte Ei-Scheibe. Diese ungewünschten Extras werden von uns eher negativ bewertet, im Gegensatz zu den Kräutern auf dem Berelsmann-Brötchen, die zwar auch nicht extra bestellt wurden, aber das Brötchen extrem aufwerten.

Zwei Sachen sind uns besonders negativ aufgefallen: Das Brötchen der Bäckerei Böhne schmeckte irgendwie pappig, und beim Wellmann-Exemplar war in der Tomate noch das unappetitliche Grün in der Mitte. Das gibt Punktabzug! Theresa und ich bewerten unabhängig voneinander und spicken auch nicht beim anderen. Damit kommen wir auf folgendes Ergebnis: Den ersten Platz belegt Berelsmann mit insgesamt 40 von 50 möglichen Punkten, und das Schlusslicht bildet Böhne mit nur 26 Punkten.

Nach dem Frühstück kommt ja bekanntlich das Mittagessen. Also los zum Pommes-Test: Mit dabei ist Tim, der zwar eigentlich lieber Currywurst isst, aber zu den leckeren gelben Kartoffelstangen auch nicht Nein sagen kann. Und hier die Fritten-Kriterien: Farbe, Knusprigkeit, Gewürz, Portion, Geschmack – los geht’s beim Grillmaster. „Einmal Pommes rot-weiß, bitte.“ Bei der ersten Portion ist der Hunger noch am größten, und so stürzen wir uns gierig auf die gelbe Köstlichkeit. Gelb stimmt hier tatsächlich – die Farbe passt und bekommt von uns 8 von 10 Punkten. Beim Geschmack fällt auf, dass kein besonderes Gewürz auf den Pommes ist, sondern lediglich ein bisschen Salz. „Und der Ketchup war nicht so toll“, findet Tim. Die zweite Station führt uns in die Markthalle zu Hein. Hier macht sich allem die sehr großzügige Portion bemerkbar, das ist 9 von 10 Punkten wert. Das leckere Pommes-Gewürz gibt zusätzlich Pluspunkte: Hein ist unser Testsieger. So langsam stellt sich bei mir das Sättigungsgefühl ein, Tim läuft gerade erst warm, also ab ins Schlaraffenland am Neumarkt. Die Farbe der Pommes zu beurteilen fällt hier relativ schwer, da man die Pommes-Frites vor lauter Ketchup und Mayo kaum noch erkennt. Dafür wurde allerdings am Salz gespart. Schnell weiter, haben wir uns gesagt, es kann nur besser

werden – Irrtum! Denn die nächste Station ist Kochlöffel, und so eine große Fast-Food- Kette fällt doch gegenüber einer „richtigen“ Imbissbude ganz schön ab. Die Pommes sind die dünnsten im Test. Sie sind sogar so dünn, dass sie sich mit dem Piekser gar nicht aufspießen lassen. Ketchup und Mayo schmecken wie vom Discounter.

Auch hier sind wir relativ schnell weg und flüchten zu Vallo in die Meller Straße. Nahe unserem Büro gelegen, ist

uns dieser Imbiss bereits bekannt. Tim bestellt sich zur Pommes auch gleich noch die geliebte Currywurst. Auch Vallo überrascht durch die Portion – die größte im Test, 10 von 10 Punkten! Auch der Geschmack überzeugt,

und obwohl ich eigentlich keine Pommes mehr sehen kann, finde ich diese sehr lecker. Vallo gewinnt im Pommes-Test die Silbermedaille.

Zur Verdauung brauche ich jetzt ein Käffchen: Für den Coffee to go habe ich mir einen echten Italiener ins Boot geholt: Massimo wird mir helfen, die koffeinhaltigen Getränke zu bewerten. Die Kriterien diesmal sind: Farbe des Kaffees, das Aroma, der Geschmack, der Nachgeschmack und das Verhältnis zwischen Preis und Menge. Wir trinken den Kaffee überall gleich: einmal Milch, zweimal Zucker. Der erste Laden, den wir testen, ist Tchibo. Ein Kaffee zum Mitnehmen kostet 95 Cent, für 200 ml ein super Preis. Geschmacklich reißt uns dieses Käffchen allerdings nicht vom Hocker.

Als Nächstes geht’s zu Cup&Cino. Hier fällt sofort der Becher auf, der zur Abwechslung mal nicht aus Pappe ist, sondern aus Plastik. Was allerdings auch auffällt, ist der Preis: 2,50 Euro für 200 ml – das ist Spitzenwert des ganzen Tests. Der Geschmack ist dem Preis nicht angemessen, es gibt nur 6 Punkte. Anders ist es im Lilly’s: Hier passen Preis und Menge zusammen. Man bekommt für 1,80 Euro 300 ml Kaffee. Das kann sich sehen lassen, und auch der Geschmack überzeugt - das reicht für Bronze in unserem Coffeetogo-Test. Als Nächstes geht’s zu dem Laden, der sich als unser Geschmacksfavorit herausstellen wird: Bagel’s. Zunächst eine etwas unangenehme Überraschung: Für 150 ml bezahlt man hier 1,80 Euro. Auch Farbe und Geruch überzeugen uns wenig, doch der Geschmack spricht für sich, so bekommt das Bagel’s 8 Geschmacks- Punkte und ist bei diesem Kriterium Spitzenreiter, auch wenn es in der Gesamtwertung nur für den vorletzten Platz reicht.

Zuletzt führt uns die Reise zum Kaffee-Riesen Starbucks, eigentlich bekannt für seine horrenden Preise. Bei unserem Test wurden wir jedoch eines Besseren belehrt. Beim Kritikpunkt Preis/ Menge schneidet Starbucks am besten ab: 10 von 10 Punkten. Volle Punktzahl also, 320 ml Coffee to go kosten nur 1,80 Euro, und nachgefüllt werden kann für nur 50 Cent. Geschmacklich liegt der Kaffee im Mittelfeld, doch alles in allem bekommt er 36 Punkte und ist damit Testsieger. Positiv aufgefallen ist uns beim Kaffee- Testen, dass immer die versprochene Menge Kaffee im Becher war (wir hatten einen Messbecher dabei) und an dieser Stelle nicht geschummelt wurde.

Weiter geht unser großer Test in Asien: also nicht direkt, aber in der asiatischen Küche. Gebratene Nudeln stehen auf dem Prüfstand - mein Mittester ist Ben. Genau unter die Lupe nehmen wir die Zutaten, die Menge, die Konsistenz, wie fettig die Nudeln sind und natürlich den Geschmack. Unseren ersten Halt machen wir im China-Haus in der Möserstraße. Hier gibt es die Nudeln zum Mitnehmen in der stylischen Box. Man kommt sich vor wie in einer amerikanischen Vorabendsendung. Wir bezahlen 2,50 Euro für eine Menge, die mehr als ausreichend ist, daher 9 Punkte. Die Nudeln sind nicht fettig und enthalten frische Zutaten, unter anderem Ei – 7 Punkte.

Den nächsten Stopp legen wir beim Wok- Express am Kamp ein. Hier kostet die Portion 3,50 Euro, dass sie größer ist, als bei unserer ersten Station, kann man allerdings nicht sagen. Auch die Zutaten unterscheiden

sich nicht. Dafür schmecken die Nudeln uns aber, und es gibt 7 Punkte. Obwohl sie eher etwas fettig sind, ist die Konsistenz vollkommen okay. Weiter geht es in der Markthalle bei Thai Gourmet. Hier gibt es die Portion für 2,50 Euro, und die Menge stimmt: 9 von 10 Punkten. Auffällig ist, dass kein Ei verarbeitet wurde, das einzige Mal im Test. Von mir gibt’s dafür einen Pluspunkt, von Ben Punktabzug, es kommen für die Zutaten 7 Punkte zusammen. So ist es logisch, dass der Geschmack hier besonders mich überzeugt, auch Ben findet die Nudeln gar nicht so übel, und wir kommen hier auf 8 Punkte. Insgesamt gewinnt der Thai Gourmet unseren Test, also schon zum zweiten Mal ein Laden in der Markthalle.

Die nächsten beiden Läden sind nicht mehr in der Innenstadt: zum einen Kim Mai in der Lotter Straße. Hier sind die Nudeln auffällig teuer - 5,10 Euro die Portion. In der Mittagszeit bekommt man zwar eine Frühlingsrolle oder eine Suppe dazu, wenn man die nicht möchte, wird es aber auch nicht billiger. Die Menge ist nicht größer als bei den bisher getesteten Imbissen. Wenn jetzt der Geschmack passt, ist der Preis eventuell zu entschuldigen,

doch dem ist nicht so: Kim Mai landet mit insgesamt 30 von 50 Punkten nur auf dem vorletzten Platz unseres Rankings. Es kann nur besser werden, sagen wir uns, und gehen schnell weiter. Vielleicht hätten wir uns das noch einmal überlegen sollen, denn im Asia Bambus-Stäbchen sind die Nudeln fettig, die Konsistenz eher schleimig. Die Zutaten sehen nicht gerade frisch aus, und so überzeugt uns auch der Geschmack überhaupt nicht. 25 Punkte – letzter Platz.

Zu guter Letzt lasse ich den Tag mit ein paar leckeren Cocktails ausklingen. Mit dabei ist Katharina, fünf Happy Hours in Osnabrück prüfen wir auf Herz und Nieren. Dabei schauen wir besonders auf die Dekoration der Cocktails, wie viel Eis im Glas ist, auf den Geschmack, das Preis-Leistungs-Verhältnis und das gesamte Angebot der Happy Hour. Zuerst ist die wohl bekannteste Cocktail-Location dran: das Sausalitos. Wir bestellen einen Touchdown und einen Hot Chili Sunshine. Als Deko gibt es jeweils nur eine Fruchtgummi- Kirsche und ein Marshmallow, das ist uns nur 6 Punkte wert, zumal die Süßigkeiten auch schon länger an der Luft waren und etwas hart sind – das konnte natürlich nur Katha testen, ich faste ja! Der Geschmack beider Cocktails überzeugt uns aber, und so kommen wir hier auf gute 8,5 Punkte. Bester Laune, machen wir uns auf den Weg ins Bottled, hier beginnt die Happy Hour täglich ab 17 Uhr open end. Als Deko gibt es nur eine Weingummi-Kirsche, aber die ist wenigstens frisch – ebenfalls 6 Punkte. Im Bottled überrascht uns vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis, und so gibt es 8,5 Punkte. Es gibt sogar ein eigenes Non-Alcohol- Angebot für Fahrer, 3,20 Euro für einen Virgin-Cocktail. Das ist top!

Im BarCelona beginnt die Happy Hour etwas später - sonntags bis donnerstags um 19 Uhr, freitags und samstags um 22 Uhr. Die Deko fällt hier genauso aus wie im Sausalitos: Kirsche und Marschmallow, ebenfalls etwas hart. Preis/Leistung stimmt hier, wir bekommen einen halben Liter für 5 Euro, das gibt 9 Punkte. Unser Test neigt sich dem Ende zu, zwei Lokalitäten stehen noch auf dem Programm.

Zunächst das PollyEsther’s: Hier gibt es den kleinen Cocktail für 4,50 Euro und den großen für 6,50 Euro. Das ist im Rahmen, aber auch nicht super. Dafür sind die Cocktails lecker ,und die Dekoration besteht nicht aus Süßigkeiten, sondern aus echtem Obst – eine Seltenheit und uns 8 Punkte wert. In unserem Falle gilt aber: Das Beste kommt zum Schluss – das Culina. Die Happy Hour gilt ab 17 Uhr, und es gibt fünf Mix-Drinks der Woche für 4,40 Euro. Die Auswahl ist zwar nicht riesig, aber dafür der Cocktail – 0,4 Liter. Die Virgin-Cocktails gibt es genau wie im Bottled für 3,20 Euro. Daher überzeugt uns im Culina vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis, aber auch der Geschmack, beides bewerten wir mit 9 Punkten. Damit gewinnt das Culina unseren Test mit insgesamt 40 Punkten.

Abschließend kann ich sagen, dass sich die Osnabrücker Gastro-Szene keinesfalls verstecken muss. Neben kleineren Ausfällen sind die meisten Läden sehr gut aufgestellt und auf jeden Fall zu empfehlen! Ich faste nach diesem Testmarathon auf jeden Fall erst einmal nicht mehr nur Süßigkeiten!

Anmerkung der Redaktion: Dieser Test hat im März 2011 stattgefunden.


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