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Mysteriöse Aussage Frauenleiche im Wiehengebirge: Hat verurteilter Mörder vor 20 Jahren weitere Frau getötet?

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Bielefeld/Lübbecke. Ist der verurteilte Frauenmörder Dirk I. aus Bünde auch für den Tod der 17-jährigen Praktikantin Sandra Zimmermann vor 20 Jahren verantwortlich? Der 42-Jährige war im vergangenen Jahr mit seiner Lebensgefährtin zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen gemeinschaftlichen Mordes aus niedrigen Beweggründen verurteilt worden.

Die Zehnte Große Strafkammer des Landgerichtes Bielefeld sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte gemeinsam mit seiner 32-jährigen Freundin im Mai 2011 die 28-jährige Christine M. im Wiehengebirge unweit von Lübbecke erwürgt und anschließend verbrannt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Bielefelder Staatsanwalt Christoph Mackel bestätigte jetzt, dass der Verurteilte bei Vernehmungen durch die Mordkommission ohne besonderen Grund gesagt habe: „Ich kannte Sandra Zimmermann. Ich habe sie mal als Anhalterin mitgenommen. Die roch so gut.“

Seitdem schrillen bei den Ermittlern in Bielefeld die Alarmglocken. Denn Sandra Zimmermann wollte damals, am 15. März 1992, ihren Freund in Bünde besuchen und am späten Nachmittag per Anhalter nach Bad Salzuflen zurückfahren. Doch dort kam sie nie an.

Der Anhaltermord vom März 1992 ist bis heute ungeklärt. Die Leiche von Sandra, die Opfer eines Sexualverbrechers wurde, war zwei Monate nach ihrem Verschwinden ebenfalls im Wiehengebirge unweit des Wanderparkplatzes Kahle Wart entdeckt worden. Nicht weit entfernt von der Stelle, wo auch 19 Jahre später die sterblichen Überreste von Christine M. von einem Jogger aufgefunden worden waren.

Es ist nach Einschätzung erfahrener Kriminalbeamter schon ungewöhnlich, wenn eine Person, die wegen eines Mordes vernommen wird, unvermittelt von einem lange zurückliegenden Mordfall spricht. Seit dieser mysteriösen Aussage schweigt der Verurteilte allerdings zum Fall Sandra. Der Rechtsanwalt des 42-Jährigen sagt, sein Mandant beteuere, nichts mit dem Mord an Sandra zu tun zu haben. Warum dann die vorangegangene Aussage?

Staatsanwalt Mackel machte im Gespräch mit noz.de deutlich, dass jetzt die Akten nochmals durchgearbeitet werden, um Hinweise auf den Mörder finden zu könne. „DNA-Spuren werden überprüft, wie sie es aus dem Fernsehen kennen. Wir schauen nochmals ganz genau hin.“

Mehr als 400 Spuren war die Polizei damals nachgegangen. Mehr als 1600 Autos wurden überprüft. Ohne Erfolg. Kann der Mörder von Sandra nun doch noch überführt werden?


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