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Schrecklich-abgründige Hintersinnigkeit Satirisches Kabarett mit Peter Frey in Restrup

Von Liesel Hoevermann

Peter Frey Foto: L. HoevermannPeter Frey Foto: L. Hoevermann

RESTRUP. Satirisches Kabarett ist nicht wirklich zum Lachen – das wurde den Zuschauern in der Compagnia Buffo beim Gastspiel von Peter Frey schnell klar. Beißende Satire und zum Teil gesalzener Zynismus dominierten die gesellschaftskritischen Beobachtungen, die der Schauspieler, Regisseur und Autor in sprachlich exquisiten Versen präsentierte.

Beginnend mit dem Gedicht über die urbanen Ringe um Restrup, bis zur makabren Märchenstunde und zu Bänkers letztem Stoßgebet faszinierte Frey das Publikum mit seinen akzentuierten Lebensbetrachtungen.

Sauberste Artikulation, unterstützt von minimaler Mimik und Gestik, kombiniert mit ausgefeilter Sprache, wohlgesetzten Pausen und brillanter Wortwahl. Ein reiner Genuss – wären da nicht die Inhalte der durchweg in Reimen endenden Schachtelsätze. Erschossene Zuckerbäcker, zerbrochene Schokonikoläuse, Chirurgen, Rechtsanwälte, Fernsehköche – keiner blieb verschont von Freys überkritischer Analyse. Hilft der Regenwurm mit Abitur gegen die Bildungsnot, oder schwimmen die Haifischflossen durch Youtube? Leidet der Osterhamster unter Demenz, oder erschießt der Jäger ohne Brille die Menschen mit Doppelnamen?

Mit einer Flut von um die Ecke gedachten Informationen und oft surrealer Logik beeindruckte Peter Frey in seinem Soloprogramm. Schrecklich-abgründige Hintersinnigkeit, verpackt in sprachliche Eleganz, ließ zwar manchen spontanen Lacher im Halse stecken bleiben, bescherte den Anhängern rabenschwarzen Humors aber einen mitreißenden Abend.