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Die Bürgermeister und zehn weitere Ratsmitglieder gehen Ankum: Abschied von Borgmann und Sandbrink

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Versöhnlicher Abschied: Heinz Sandbrink und Ferdinand Borgmann (1. und 5. von links) inmitten der ausscheidenden Ratsmitglieder Jörg Schlarmann, Ingo Beran, Michael Wübben von der Verwaltung, Kurt Wiesing, Richard Bergmann und Gerd Triphaus (von links). Foto: Martin SchmitzVersöhnlicher Abschied: Heinz Sandbrink und Ferdinand Borgmann (1. und 5. von links) inmitten der ausscheidenden Ratsmitglieder Jörg Schlarmann, Ingo Beran, Michael Wübben von der Verwaltung, Kurt Wiesing, Richard Bergmann und Gerd Triphaus (von links). Foto: Martin Schmitz

Ankum. Kaum ein Wort von den Härten und Durststrecken. Mit versöhnlichen Tönen zogen Ferdinand Borgmann und Heinz Sandbrink Bilanz und verabschiedeten sich von der politischen Bühne. Ankum feierte sein Bürgermeisterduo für diesen Abgang. Mit ihnen verließen zehn weitere Mitglieder den Gemeinderat.

Parteiquerelen hatten sie und andere bewogen, die CDU zu verlassen und nicht wieder zur Wahl anzutreten. Von Groll war aber am Mittwochabend in der letzten Gemeinderatssitzung in alter Besetzung nichts zu spüren, eher von Rührung.

„Es war für mich immer etwas Besonderes, Ankumer Bürgermeister sein zu dürfen“, sagt Borgmann nach einer Gedenkminute für den verstorbenen Landtagsabgeordneten Reinhold Coenenund zieht eine beieindruckende Bilanz: Einen neuen Kindergarten gebaut, den Park am Ankumer See wieder zum Juwel gemacht, die Flurbereinigung südlich der Bundesstraße 214 mit mehr als 30 Kilometern Straßenbau durchgezogen und für den Norden angeschoben, mehrere Straßen im Ortsinnern erneuert, mit Zuschüssen zur Turmsanierung an der Ankumer Kirche beigetragen und dem Sportverein Quitt den Ausbau seines Clubheims möglich gemacht, dem Jugendzeltplatz ein zusätzliches Sanitärgebäude verschafft, in Zusammenarbeit mit der Ankumer Werbegemeinschaft eine Quartiersinitiative gestartet und 40000 Euro Landeszuschüsse dafür lockergemacht. Die Verwaltung hat viel Mühe darauf verwendet, für Ankum den Status des anerkannten Erholungsorts zu erneuern. Die Planungen für das neue Einkaufszentrum und den angrenzenden Marktplatz sind abgeschlossen. Und alles, betont Borgmann, ohne die Schulden der Gemeinde zu erhöhen.

„Bauchschmerzen“ habe ihm die entgleiste Diskussion um die Vereinigung der Gemeinden Ankum und Bersenbrück bereitet. Er hoffe aber, dass die Zeit die Wunden heilen werde. „Das Leben ist zu kurz zum Streiten.“

Spontaner Applaus, als Borgmann Mitstreitern und Weggefährten dankte und mit seiner Ehefrau Franziska und einer Familie begann, die ihm den Freiraum für sein zweitaufwendiges Amt ließ. Dann kamen die Ratskollegen und die Verwaltung. „Wenn ich meine Familie vergrößern könnte, würdet ihr dazugehören“, rief Borgmann Michel Wübben, Werner Gramann und Co. zu. Außerdem dankte er den Zuhörern der Ratssitzungen, ihre Zahl ist in Ankum höher als anderswo, auch eine Form lebendiger Demokratie.

Mit persönlichen Worten und einer Urkunde verabschiedete Borgmann diejenigen, die mit ihm gehen: Ingo Beran, Jörg Schlarmann, Richard Bergmann, Kurt Wiesing, der trotz eines schweren Unfalls weitermachte, Gerd Triphaus, seit 25 Jahren dabei, CDU-Fraktionssprecher und Ausschussvorsitzender, dem nie der Mut zur eigenen Meinung fehlte.

Über den verfügt auch Bürgermeistervize Heinz Sandbrink, auch in schweren Stunden immer an Borgmanns Seite. In einer launigen Rede charakterisierte dieser Borgmann als einen, der sich nicht habe vereinnahmen lassen: „Ein Netzwerk kann nützlich sein, doch im Netz kann man sich auch verfangen.“ Doch eine Abrechnung verkniff auch er sich. Laut Mahatma Gandhi sei Verzeihen eine Stärke. „Lasst uns Stärke zeigen“, rief Sandbrink den Ankumer, zu.

Borgmann erwähnte auch die Scheidenden namentlich, die an dieser Sitzung nicht teilnehmen konnten: Carl Bergmann, Christian Pohlmann-Geers, Maria Bergen und Barbara Hackmann.

Den Dank des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes für langjährige Mitarbeit in der Kommunalpolitik sprach Hubert Greten aus Quakenbrück Borgmann und Sandbrink aus. Ihm gefiel Borgmanns „Mut, auch mal Nein zu sagen“, und Sandbrinks Geradlinigkeit. So konsequent, dass er auch an seinem Ehrentag wie immer im Pullover erschien.


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