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Quakenbrücker SPD stellt „Integrationspakt“ vor „Dies ist unser zweites Heimatland

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pm Quakenbrück. Unter das Motto „Wo komme ich her, wie lebe ich in Quakenbrück?“ hatte die SPD eine öffentliche Versammlung im Mehrgenerationenhaus gestellt. Und es kamen so viele, dass immer wieder Stühle herbeigeholt werden mussten.

Eine so bunte und vielfältige internationale Kaffeetafel habe er selten gesehen, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Rainer Mock, der das Gespräch moderierte, einleitend. Viele Anwesende stellten ihre Lebensgeschichten vor. Aus ihnen wurde deutlich, dass auch Quakenbrück schon über Jahrzehnte Zuwanderung erlebt und oft erfolgreich bewältigt hat. Ilse Stephan kam in den unmittelbaren Nachkriegsjahren mit ihrem Mann Klaus, der aus Engelsbrunn im Banat, aus dem heutigen Rumänien stammt. Repräsentanten weiterer Etappen der Zuwanderung waren Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen und Türken, von denen viele ursprünglich als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Asylbewerber kamen während der Kriege auf dem Balkan hinzu, später Aussiedler aus den Ländern der früheren Sowjetunion. Auch aus vielen dieser Bevölkerungsgruppen waren Einzelpersonen und Familien anwesend und äußerten sich. „Wir fühlen uns wohl“, war eine häufige Aussage. „Dies ist unser zweites Heimatland“, sagte Eleftheria Drekoudis aus Griechenland.

Fatma Inci-Uzunhasanoglu stellte ihre Beratungs- und Übersetzungsarbeit für Familien beim Verein für Jugendhilfe vor. Für den islamischen Kulturverein betonte Mehmet Odaci, dass die Vereinsmitglieder das Erlernen der deutschen Sprache für den wichtigsten Schritt der Integration hielten. Sie würden gern über das Organisieren von Sprachkursen einen eigenen Beitrag dazu leisten.

Nachdem auch die SPD-Kandidaten Fikry Kandil und Tülay Tsolak sich vorgestellt hatten, griff Claus Peter Poppe als Bürgermeisterkandidat die Anregungen auf. „Für uns ist ein gelingendes Zusammenleben eine Herzensangelegenheit“, sagte er. Integration aber sei keine Einbahnstraße. Die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, müsse von allen Seiten kommen. Dann werde es immer besser möglich sein, die Chancen und Potenziale zu betonen und die Neubürgerinnen und Neubürger als Bereicherung zu sehen.

Für Quakenbrück schlägt die SPD einen „Integrationspakt“ vor, ein Vorhaben, das in anderen Städten bereits verwirklicht wird. Formuliert wird eine Art Vertrag, den Einheimische, Vereine und Verbände ebenso wie Zugewanderte unterzeichnen können und der gemeinsame Grundsätze beinhaltet. Bei den Anwesenden stieß die Idee auf Zustimmung.


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