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Armer, weißer Kuschelhund Internationales Samojedentreffen in Riemsloh

Von Conny Rutsch

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Riemsloh. Können Hunde lächeln? Ja, sie können. Samojeden haben ein unglaublich weißes, weiches Fell. Ihre Lefzen, also ihre Lippen, sind schwarz und breiten tatsächlich in ihren Gesichtern ein Lächeln aus. Das macht die Hunde niedlich, wirkt sich aber nicht unbedingt vorteilhaft für sie aus.

Vor allem in den südlichen Ländern wie Spanien und Italien, aber auch in Ungarn oder Polen werden diese Hunde vor allem als Welpen wegen ihres kuschligen Aussehens sehr geschätzt. Wachsen diese Hunde jedoch heran und wollen von ihren Besitzern gefordert und ausgelastet werden, sind sie schnell lästig und unbequem und landen dann im besten Fall im Tierheim. Richtig schlimm wird ihr Schicksal, wenn sie ausgesetzt oder sogar in Tötungsstationen landen, wie es sie sogar in Belgien gibt.

Dass es für diese Hunde dann Hilfe gibt, zeigten eindrücklich die Mitglieder des Tierschutzvereins „Samojede-in-Not e.V.“ auf dem Gelände der Hundeschule in Krukum beim großen Samojedentreffen am Samstag.

Tanja Rheinheimer aus dem Saarland ist Gründerin des Vereins und steckte Diana Glock aus Stuttgart mit ihrer Liebe für diesen besonderen Hund an. Letztere lebt inzwischen seit 13 Jahren auf Mallorca und kann sich von diesem Standort aus besonders um die spanischen Samojeden in Not kümmern.

Der schneeweiße Hund mit dem dichten Fell und den Mandelaugen stammt aus Sibirien. Das Volk der Samojeden züchtete sich einen familienfreundlichen Begleiter ohne Aggressionen als Jagdbegleiter und Bettwärmer, als Kinderbetreuer und Hütehund.

Auch vor dem Schlitten ist er ein ausdauernder Helfer. „Seine freundliche, umgängliche und aufgeschlossene Art lösen beim Menschen Kuschelfaktoren aus wie kaum ein anderer Hund. Aber er ist eben ein Hund und braucht Aufgaben und Zuwendung“, erklärt Diana Glock, die auf Mallorca zwei dieser Hunde hält.

„Pflegestellenversager“

Bekommt er all dies nicht mehr und wird abgeschoben, kommt der Tierschutzverein „Samojede-in-Not“ zu Hilfe. Vor allem über das Internet erreichen seine Mitglieder Anfragen und Notrufe. Adoptionsfamilien in Deutschland werden über den Verein gefunden, die den Samojeden Hilfe gewähren.

Zunächst werden die Tiere über den Verein grundsätzlich gesundheitlich versorgt und dann in Pflegefamilien untergebracht.

Mit einem Augenzwinkern berichtet Diana Glock als Vorsitzende des Tierschutzvereins allerdings von sogenannten „Pflegestellenversagern“: „Eigentlich wollte man einem Hund nur eine Pflegestelle anbieten bis zur Vermittlung zu einem neuen Besitzer. Aber dann bleibt ein Hund oft schon gleich dort“, erzählt sie.

Und noch eine Besonderheit. Nicht etwa Schafwolle ist es, das Christina Couchman aus Bremen in Riemsloh verspann, sondern ausgebürstetes Fell der Samojeden. Die Wollknäule werden gewaschen und dann zu Socken und Handwärmern verstrickt und sind – sibirientauglich eben – auch für die nordeuropäische Winterkälte ein praktischer, kuschelweicher Winterbegleiter.

Über 100 Samojeden, aggressionsfrei und fremdenfreundlich, gaben sich am Wochenende auf dem Gelände der Krukumer Hundeschule ein familiäres Stelldichein.


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