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Günstige Sozialprognose Verfahren gegen 33-jährigen Bramscher wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vorläufig eingestellt

Von Sigrid Schüler-Juckenack

<em>Strafverfahren</em> mit einer Straferwartung von bis zu vier Jahren Freiheitsentzug werden an den Amtsgerichten wie in Bersenbrück verhandelt. Archiv-Foto: Sigrid Schüler JuckenackStrafverfahren mit einer Straferwartung von bis zu vier Jahren Freiheitsentzug werden an den Amtsgerichten wie in Bersenbrück verhandelt. Archiv-Foto: Sigrid Schüler Juckenack

Bersenbrück/Bramsche. Vor dem Schöffengericht in Bersenbrück musste sich ein 33-jähriger Mann aus Bramsche verantworten. Er war der gewerbsmäßigen Hehlerei angeklagt. Im Zeitraum von Oktober 2005 bis August 2006 soll er Diebesgut angekauft zu haben, um es weiterzuveräußern.

Der Angeklagte gab zu, unter anderem eine Dekorationswaffe, ein Autoradio, einen LCD-Fernseher, einen Musikverstärker und ein Handy gekauft zu haben. Er erklärte, die Gegenstände seien ihm damals angeboten worden. Er habe zwar nicht gefragt, woher die Sachen stammen, aber doch geahnt, dass es sich um gestohlene Gegenstände gehandelt habe. Die Gegenstände habe er aber zum Teil verschenkt, zum Teil behalten und selbst in Benutzung gehabt.

Da er damals arbeitslos gewesen sei, habe er wenig Geld gehabt, und deshalb die günstig angebotenen Gegenstände gekauft.

Da die Polizei alle fraglichen Gegenstände bei ihm sichergestellt hatte, stand für den Staatsanwalt infrage, ob sich der Angeklagte tatsächlich der gewerbsmäßigen Hehlerei schuldig gemacht habe. Der Staatsanwalt stellte fest, dass der Angeklagte zum damaligen Zeitpunkt schwer drogensüchtig gewesen sei. Da alle Gegenstände noch im Besitz des Angeklagten waren, sei wahrscheinlich nicht davon auszugehen, dass er die Sachen habe weiterverkaufen wollen, um sich Geld für die Drogensucht zu beschaffen. Gewerbsmäßige Hehlerei sei dem Mann deshalb nicht nachzuweisen.

Die Richterin befragte den Angeklagten auch zu seinem jetzigen Leben. Der Mann erklärte, dass er inzwischen nicht mehr drogenabhängig sei. Dies verdanke er seiner Frau, die er im Jahr 2006 kennengelernt und kürzlich geheiratet habe.

In Kürze werde er eine Arbeit antreten, sodass er über ein regelmäßiges Einkommen verfüge. Dies konnte er durch Vorlage eines Arbeitsvertrages nachweisen. Die günstige Sozialprognose und die Tatsache, dass er sich seit dem Jahr 2006 nichts mehr zuschulden kommen ließ, war ausschlaggebend für das Urteil. Das Verfahren wegen Hehlerei wird für die Dauer von sechs Monaten eingestellt. Der Mann muss 500 Euro Strafe zahlen, in Raten von je 100 Euro. Sollte er die Zahlungen versäumen, so werde das Verfahren gegen ihn wieder aufgenommen, erklärte die Richterin.