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Sütterlin-Workshop des Heimatvereins Neuenkirchen stößt auf beeindruckende Resonanz Alte Schrift mit großer Bedeutung

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Neuenkirchen. Mitgliedern der jüngeren Generation dürfte das Entziffern dieser Schrift Probleme bereiten: Sütterlin. Wer allerdings in alten Kirchenbüchern und Poesiealben lesen will oder die Briefe längst verstorbener Vorfahren studieren möchte, der kommt nicht umhin, sich mit dieser alten Schrift zu beschäftigen, in der auch im Grönegau ungezählte handschriftliche Aufzeichnungen abgefasst wurden.

Wie aber lässt sich Sütterlin im 21. Jahrhundert erlernen? Als die Vorsitzende der Neuenkirchener Landfrauen, Kathrin Möntmann, im vergangenen Jahr den Chef des örtlichen Heimatvereins, Wilfried Buddenbohm, mit dieser Frage konfrontierte, gab sie damit gewissermaßen die Initialzündung für einen zwei Abende umfassenden Workshop, der am Mittwoch in der Wilhelm-Fredemann-Realschule offiziell eröffnet wurde.

Vorrangiges Ziel der Veranstaltung solle es sein, das Lesen der Sütterlin-Schrift zu erlernen, machte Heimatvereinsvorsitzender Buddenbohm deutlich. Wer noch der älteren Generation angehöre, könne oftmals gar nicht anders schreiben – und mit deren Briefen hätten der Briefzusteller und die Enkel große Probleme. „Spätestens, wenn alte Familienurkunden hervorgeholt werden oder Kirchenbücher gelesen werden müssen, ist die Kenntnis dieser Schrift unbedingt nötig“, so der Vorsitzende. Angetan zeigte sich Buddenbohm von der Resonanz, auf die das Angebot stieß: „Wir waren zunächst von sechs bis acht Interessierten ausgegangen – und jetzt sind es sogar mehr als 30 Teilnehmer, die sich mit dieser alten Schrift beschäftigen wollen.“

Als „Lehrmeister“ fungierte an diesem Abend der langjährige Grundschulrektor Kurt Liebich, der Sütterlin noch in seiner Kindheit erlernt hatte. Um die Teilnehmer auf das Thema einzustimmen, präsentierte der 81-Jährige historisches Anschauungsmaterial, darunter eine Abschrift von Feldpostbriefen seines im Ersten Weltkrieg gefallenen Onkels. Und dann ging’s zur Sache. Unter Verwendung von historischen Arbeitsblättern brachten die wissbegierigen „Schülerinnen und Schüler“ zunächst einzelne Buchstaben und danach ganze Wörter zu Papier.

„Wer sich intensiv damit befasst, der dürfte in Kürze die alte Schrift problemlos lesen können“, machte Wilfried Buddenbohm deutlich und wies in diesem Zusammenhang auf den zweiten Teil des Workshops hin: „Der findet am 2. März statt.“


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