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OB-Wahl in Lingen Kommentar: Debakel für die CDU

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pe Lingen. Ein Desaster hat die Lingener CDU bei der Oberbürgermeisterwahl erlebt. Sie hat es trotz haushoher politischer Mehrheit bei vorangegangenen Wahlen nicht geschafft, ihren Kandidaten Hans-Josef Leinweber „durchzubringen“. Die Messlatte musste bei 50 Prozent plus x liegen. Die Christdemokraten haben sie deutlich gerissen.

Der von SPD und Grünen unterstützte parteilose Kandidat Dieter Krone dagegen hatte allen Grund zum Jubel. Fast 28 Prozent holte der Oberstudienrat und ist somit neben Leinweber in der Stichwahl am 26. September. Krone, der sich erfolgreich in der Bürgerinitiative „Arenawahn“ engagiert hat, verkörpert den Wandel in der bislang von der Farbe „Schwarz“ dominierten Stadtpolitik.

Die jahrelang unangefochtene CDU hat zuletzt mit der Abholzung des Altenlingener Forstes für Gewerbeansiedlungen und dem Hin und Her bei der Standortfrage für die Emslandarena für jede Menge Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Die Gründung von Bürgerinitiativen und die Wählervereinigung „Die Bürgernahen“ sind das Ergebnis einer Politik, die viele Bürger in der Stadt nicht mehr mitgenommen hat. Sie blieben gestern entweder zu Hause oder gaben verstärkt den anderen Bewerbern um das OB-Amt ihre Stimme. Hinzu kam innerhalb der CDU nach dem Weggang von Heiner Pott die ebenso langwierige wie unglücklich verlaufene Kandidatenkür.

Natürlich ist für die Christdemokraten noch nichts verloren. Aber wenn es der Partei nicht gelingt, in den nächsten zwei Wochen die eigene Wählerschaft besser zu mobilisieren, wird es bei dieser einen bösen Überraschung am gestrigen Wahlabend nicht bleiben.


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