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Reaktion auf Leserbrief Gehrde: Martin Espenhorst kündigt Rücktritt an

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<em>Martin Espenhorst</em>
              Foto: KHBBMartin Espenhorst Foto: KHBB

Gehrde. Martin Espenhorst tritt als Vorsitzender des Gehrder Heimatvereins zurück, nachdem Vorstandsmitglied Otto Burzlaff eine Presseerklärung des Heimatvereins kritisiert hatte, für die Espenhorst verantwortlich ist. Es gebe aber auch berufliche Gründe für seinen Rückzug, erklärt Espenhorst gegenüber dem Bersenbrücker Kreisblatt.

Das Kreisblatt hatte eine Presseerklärung des Heimatvereins veröffentlicht, in der der Verein der CDU-Faktion im Gehrder Gemeinderat mit Text und Bild dafür dankt, dass sie ihr einen Schaukasten zum Geschenk gemacht hatte. Der Kasten hängt am ÖPNV-Speicher, wo der Heimatverein kürzlich seinen Heimat- und Kulturraum eingerichtet hat.

Burzlaff nahm am Übergabetermin teil, auf den sich die Mitteilung bezieht. Er sei davon ausgegangen, dass der Kasten ein persönliches Geschenk des CDU-Fraktionsvorsitzenden Axel Meyer zu Drehle sei, schreibt er in einem Leserbrief im Kreisblatt. „Ich möchte darauf hinweisen, dass auch Angehörige anderer Parteien durch Sachspenden und Arbeitseinsätze maßgeblich zum Gelingen des Projektes ,Gehrder Heimatraum‘ beigetragen haben, ohne dass das an die große Glocke gehängt wurde“, fährt Burzlaff fort.

Die Presseerklärung sei seine Idee gewesen, erklärt Espenhorst. Sein Ziel sei allerdings nicht gewesen, die CDU hervorzuheben, sondern die anderen im Gemeinderat vertretenen Kräfte zu ermutigen, in ähnlicher Weise mit dem Heimatverein zusammenzuarbeiten. „Der Pressetermin sollte Unterstützung aktivieren, nicht etwa Seilschaften dokumentieren“, betont er.

Weil er seinen Handlungsspielraum eingeschränkt sehe, gebe er den Vorsitz ab, stehe dem Heimatverein aber weiter zur Verfügung. Sein Rückzug habe aber auch damit zu tun, dass er beruflich stark eingebunden sei. Der Historiker Espenhorst arbeitet am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und hat dort kürzlich die Mitverantwortung an einem neuen internationalen Forschungsprojekt übernommen. Aus diesem Grund habe er bereits seine Mitarbeit im Vorstand des Kreisheimatbundes Bersenbrück eingeschränkt. Der Heimatverein Gehrde habe ihn bislang aber ermutigt, trotzdem weiterzumachen.

Nun trete er zurück, um die Heimatarbeit nicht zu belasten, die sich im Übrigen in letzter Zeit sehr positiv entwickelt habe, auch und gerade im Miteinander der Gruppen und Institutionen im Dorf. Sein CDU-Mandat im Gehrder Gemeinderat will Espenhorst weiter ausüben. Auch hier habe sich die Zusammenarbeit sehr positiv entwickelt.

Axel Meyer zu Drehle bedauert die Eskalation. Es sei besser, eine solche Auseinandersetzung im direkten Gespräch auszutragen statt über die Zeitung. Mit dem Pressetermin habe er unterstreichen wollen, dass der Anstoß zum Heimat- und Kulturraum von der CDU ausgegangen sei.

In seinem Leserbrief hatte Otto Burzlaff Axel Meyer zu Drehle für sein Engagement für den Heimatraum und für den Bau des Schaukastens gedankt. Diesen Dank fasst Espenhorst als Ironie auf und deutet ihn als öffentlichen persönlichen Angriff auf Meyer zu Drehle.

Burzlaff weist das zurück. Sein Dank sei ernst gemeint gewesen, erklärt er. Außerdem habe er Martin Espenhorst persönlich angesprochen und ihm auch angekündigt, mit einem Leserbrief auf die Presseerklärung zu reagieren. Auf den Leserbrief mit einem Rücktritt zu regieren findet Burzlaff „merkwürdig“, zumal im Heimatverein lange bekannt gewesen sei, dass er aus beruflichen Gründen kürzertreten wolle.


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